News

Verpasste Chance

RECKEN müssen sich trotz Halbzeitführung geschlagen geben

Die TSV Hannover-Burgdorf muss die Heimreise vom Auswärtsspiel beim SC DHfK Leipzig mit einer 31:26 (13:15) Niederlage im Gepäck antreten. DIE RECKEN leisteten sich nach guter erster Halbzeit und verdienter Führung im zweiten Spielabschnitt zu viele Ballverluste und Fehlwürfe, während es der Gastgeber deutlich besser machte. So gerieten die Niedersachsen ab der 40. Spielminute mehr und mehr auf die Verliererstraße und konnten den Bock bis zum Ende auch nicht mehr umstoßen."Wir sind momentan in einer schwierigen Phase. Es fehlt ein wenig das Selbstverständnis, dass uns vielleich im letzten Jahr noch ausgezeichnet hat", erklärte der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen.

DIE RECKEN kamen in der Arena Leipzig gut aus den Startlöchern. Der Angriff agierte sehr beweglich und konnte den für gewöhnlich sehr stabilen Abwehrriegel der Gastgeber zunächst gut auseinanderhebeln. So führten DIE RECKEN dank der Tore von Kai Häfner, Morten Olsen und Co. schnell mit 6:3 (7.).

Weiter konnten sich die Niedersachsen zunächst aber nicht absetzen, denn Leipzig fand etwas besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand auf 6:5 und 7:6. Noch näher heran kamen die Gastgeber aber nicht, was auch daran lag, dass Torhüter Martin Ziemer einige Würfe der Leipziger sehenswert entschärfen konnte. Zudem kam Mitte der ersten Halbzeit auch verstärkt Fabian Böhm zum Zuge, der seine Schützlinge mit zwei Treffern in Serie wieder mit 11:8 (18.) in Front brachte.

Erneut schafften es die Niedersachsen aber nicht, einen größeren Vorsprung herauszuwerfen, denn Leipzig konnte, angeführt von Nationalspieler Philipp Weber, wieder einen Gang hochschalten und beim 12:11 abermals auf ein Tor verkürzen. DIE RECKEN taten sich in dieser Phase zunehmend schwerer im Angriff und schafften es nicht mehr so häufig, sich gute Wurfchancen zu erarbeiten. Leipzig gelang es aber ebenfalls kaum, die Abwehr der RECKEN auseinanderzudividieren und daher konnten die Niedersachsen einen knappen, aufgrund des Spielverlaufs aber durchaus verdienten 15:13 Vorsprung mit in die Pause nehmen. "Wir hätten eigentlich mit einer höheren Führung in die Pause gehen müssen", ärgerte sich Trainer Carlos Ortega.

Die zweite Halbzeit begann aus Sicht der RECKEN aber nicht wunschgemäß. Morten Olsen leistete sich einen technischen Fehler und Ilija Brozovic traf beim Siebenmeter nur den Pfosten. Leipzig verkürzte durch Milosevic auf 15:14 und wäre Ziemer im Kasten nicht gewesen, hätten die Sachsen sogar zum Ausgleich kommen können. Doch der 35-Jährige bleib im 1:1 Duell sowohl gegen Janke als auch gegen Semper erster Sieger. DIE RECKEN konnten den Rückenwind aber nur bedingt nutzen, denn sie ließen zu viele klare Wurfchancen, wie beispielsweise im Tempogegenstoß durch Timo Kastening, aus.   

So blieb Leipzig weiter dran und schaffte nach zwei Toren von Semper und einem von Weber die umjubelte 18:17 Führung (40.). Trainer Carlos Ortega reagierte mit einer Auszeit, doch Leipzig blieb mit dem Fuß zunächst weiter auf dem Gaspedal und brachte sich beim 19:17 zum ersten Mal überhaupt mit zwei Treffern in Front. Olsen konnten für DIE RECKEN verkürzen, doch zwei Zeitstrafen gegen Kastening und Cehte brachten die Niedersachsen nicht nur numerisch, sondern auch auf der Anzeigetafel mit 21:18 in die Hinterhand.

Die Niedersachsen gaben sich aber noch lange nicht geschlagen und waren beim 21:20 wieder dran. Nach einem weiteren Ballgewinn hatte Timo Kastening die Chance zum Ausgleich, doch sein Wurf sprang vom Innenpfosten des Leipziger Tores wieder heraus. Leipzig machte es in Form von Milosevic besser und konnte sich wieder mit 22:20 in Führung bringen. Obwohl es die Niedersachsen in dieser Phase, vor allem durch Olsen und Häfner besser lösten, verpassten sie es in der Deckung, zu Ballgewinnen zu kommen. So blieb Leipzig bis zur 50 Minute konstant mit ein bis zwei Treffern in Front.

In der Schlussphase versuchten die Niedersachsen noch einmal mit einer Abwehrumstellung, Cristian Ugalde agierte in der 5:1 Deckung auf der Position des Vorgezogenen, zum Erfolg zu kommen. Die Leipziger agierten aber zu zielstrebig und entschlossen und kauften den RECKEN dadurch den Schneid ab, die ihrerseits zu viele klarste Wurfchancen ausließen.

So fuhren die Hausherren einem sicheren Sieg entgegen, den sie sich aufgrund der zweiten Spielhälfte auch absolut verdient hatten."Leipzig hat es in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht", bemängelte Ortega, der seinem Team von der Einstellung her aber keinen Vorwurf machen konnte. "Jeder hat alles gegeben, aber uns fehlt aktuell die Leichtigkeit", so der 47-Jährige.

Für DIE RECKEN geht es bereits am Samstag weiter, wenn Kapitän Häfner und Co. bei Benfica Lissabon um den Einzug in die Gruppenphase im EHF Cup spielen. "Es wäre schön, im EHF Cup zu überwintern und in Lissabon ein Erfolgserlebnis zu feiern, denn bis zum Jahresende stehen uns noch schwere Aufgaben ins Haus", analysiert Sven-Sören Christophersen.

Weitere News