News

„Unglaublich, dass wir dieses Spiel verlieren“

RECKEN kassieren bittere Heimpleite gegen Bietigheim

Das Ende war genauso kurios, wie die Partie begonnen hatte, doch die TSV Hannover-Burgdorf hat eine ganz bittere und vor allem unnötige Heimniederlage hinnehmen müssen. DIE RECKEN unterlagen gegen die SG BBM Bietigheim in sprichwörtlich allerletzter Sekunde mit 27:26 (14:14) und standen am Ende mit leeren Händen da. „Wir hatten nach dem letzten Ballgewinn zumindest einen Punkt sicher in der Tasche und daher ist es eigentlich unglaublich, dass wir dieses Spiel noch verlieren“, sagte ein enttäuschter Trainer Carlos Ortega.

Das Spiel begann mit einer rund zehnminütigen Verspätung, da die Gäste auf ihrer Anfahrt in eine Vollsperrung gerieten und die RECKEN-Festung erst um 18.20 Uhr erreichten. Die kurze Vorbereitung half den Süddeutschen aber eher, als dass sie geschadet hätte, denn der Aufsteiger stellte DIE RECKEN von Beginn an vor erhebliche Probleme. „Uns hat heute immer ein Stück weit Dynamik und Tempo gefehlt, was uns ansonsten auszeichnet“, bemerkte Trainer Ortega.

In der Tat, waren die Gäste hellwach und aufmerksam und fanden mit vielen Kreuzbewegungen die Lücken in der RECKEN-Abwehr. Die Folge war bis Mitte der ersten Halbzeit eine 13:9 (19.) Führung für die Süddeutschen, ehe die Hausherren, angetrieben von Kapitän Kai Häfner, allmählich in die Partie fanden. Beim 13:13 (23.) war der Ausgleich hergestellt und in die Halbzeit gingen beide Mannschaften mit einem 14:14 Unentschieden. „Carlos hat sehr gut reagiert und unsere Rückraumspieler offensiv aus dem Spiel genommen. Dadurch wurde es für uns dann zunehmend schwerer“, merkte Bietigheims Trainer Ralf Bader an.

Während die Niedersachsen in der Abwehrarbeit fortan deutlich stabiler agierten, kam in das Angriffsgetriebe mehr und mehr Sand. Vor allem im Abschluss scheiterten DIE RECKEN zu häufig an Bietigheims Torhüter Domenico Ebner. „Wir haben klarste Chancen ausgelassen, was sich in der Summe immer negativ auswirken kann“, urteilte der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen.

So blieb das Spiel ein Ritt auf der Rasierklinge, in dem zunächst die Gäste das bessere Ende für sich zu haben schienen, als Jonas Link 70 Sekunden vor Ende das 26:25 für Bietigheim erzielte. Trainer Ortega nahm seine letzte Auszeit und DIE RECKEN konnten im folgenden Angriff Cristian Ugalde freispielen, der den 26:26 Ausgleich herstellte.

Bietigheim hatte den Sieg erneut auf der Hand, doch DIE RECKEN erzielten einen finalen Ballgewinn und hatten im Schnellangriff urplötzlich doch noch die Chance auf den Heimsieg. Kapitän Häfner fasste sich ein Herz, doch scheiterte mit seinem Wurf an Ebner. Der Abpraller fiel Bietigheims Rechtsaußen Christian Schäfer in die Hände, der den Ball kurz vor der Sirene im verwaisten RECKEN-Tor unterbrachte, das Schlussmann Urban Lesjak kurz zuvor zu Gunsten eines siebten Feldspielers geopfert hatte. „Das war am Ende sehr ernüchternd und hat den Abend insgesamt wiedergespiegelt“, so Sven-Sören Christophersen über das kuriose Ende, das wohl die allermeisten Profisportler auf Seiten der RECKEN in dieser Form auch noch nicht erlebt hatten.

Den Niedersachsen bleibt zum Glück nicht allzu viel Zeit, um Trübsal zu blasen, denn bereits am Samstag geht es im EHF Cup gegen Benfica Lissabon (19.00 Uhr). Dort müssen DIE RECKEN eine ganz andere Leistung zeigen, wenn sie eine Chance auf die Gruppenphase haben wollen.

Weitere News