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"Die Jungs kämpfen unglaublich stark!"

Heiðmar Felixson hat zum Start in die neue Saison das Zepter beim Drittligateam der RECKEN-Nachwuchsabteilung übernommen und fungiert seither sowohl als Trainer des Perspektivkaders als auch in übergeordneter Funktion als Jugendkoordinator bei den RECKEN. Im Interview mit der RECKEN-Presseabteilung gibt der Isländer neben kleinen Einblicken in die taktische Auslegung seiner Mannschaft, auch eine Bewertung zur aktuellen Saison ab und erzählt, welchem Spieler er den Schritt in die Profikarriere zutraut. 

Heiðmar, ihr seid sehr gut in die Serie gestartet, was, aufgrund einiger neuer Umstellungen, in der Form nicht unbedingt zu erwarten war. Wie schätzt du persönlich den bisherigen Saisonverlauf ein?

Heiðmar Felixson: Ich bin selbstverständlich zufrieden, wie das bis jetzt gelaufen ist. Vorige Saison wusste ich schon, dass ich einen sehr guten Kader habe, aber natürlich dauert es immer bis sich die Spieler an einen neuen Trainer anpassen und sich an neue Taktiken in Angriff und Abwehr gewöhnen. Aber sie haben es fantastisch umgesetzt. Bis jetzt haben sie eine sehr starke und eine gute Einstellung gezeigt. Es reicht nicht nur das Talent, auch die Moral und der Wille sind vorhanden. Deswegen bin ich mit der Leistung bis jetzt sehr zufrieden.

Wenn es so weiter geht, dann werdet ihr in dieser Saison wohl kaum um den Ligaverbleib bangen müssen. Fangt ihr langsam an, euch neue Ziele zu stecken?

FelixsonNein, auf gar keinen Fall werden wir uns neue Ziele stecken. Wir wollten von vorneherein nicht absteigen und möglichst schnell viele Punkte sammeln. Aber wir sind immer gefährdet, da wir die 2. Mannschaft sind und auch oft gute Leute der 1. Mannschaft zur Verfügung stellen. Es kann sehr schnell gehen, dass wir viele Punkte abgeben. Wir haben trotzdem mit einem kleinen Kader eine sehr gute Leistung gezeigt. Die Jungs haben unglaublich stark dafür gekämpft. Wir müssen immer im Hinterkopf haben, dass wir letztes Jahr im Abstiegskampf waren und sich im Sport vieles schnell wieder ändern kann.

Hast du zu Beginn der Saison spielerisch umgestellt oder wolltest du auf das Grundgerüst zurückgreifen und dieses aus der vorherigen Zeit fortführen? 

FelixsonIm Taktikbereich im Angriff, ist fast alles beim Alten geblieben. Wir spielen vorne fast die gleiche Offensivtaktik wie die RECKEN-Bundesligamannschaft. Nur das Vertrauen für die Spieler, dass sie auch Fehler machen können und trotzdem die Verantwortung für ihr Spiel tragen, haben wir noch mehr gestärkt. In der Defensive haben wir sehr viel gearbeitet und viel Zeit investiert. Das Ergebnis sieht man an unseren wenigen Gegentore. Wir haben viele Punkte über unsere Abwehr und einen starken Torwart geholt. Wenn es vorne nicht läuft, dann muss man hinten stark sein und das Spiel über Kampf und Einstellung gewinnen. Bisher ist uns das gut gelungen und da lege ich sehr großen Wert darauf.

Ihr seid der 3. Liga Ost zugeteilt worden. Betrachtest du dies als Nachteil?

FelixsonJa und Nein. Der Nachteil ist natürlich, dass wir im Osten gegen unbekannte Gegner spielen. Wir spielen gegen körperlich etwas stärkere Mannschaften. Die Hallen sind voll und die Stimmung ist super. Es ist natürlich immer schwer für die Mannschaft dort anzutreten. Aber es ist schade, dass wir nicht mehr unsere Derbys gegen Großburgwedel und Springe haben. Da war die Halle immer voll und die Stimmung natürlich toll. Das ist sehr schade, aber das muss man so hinnehmen. Allerdings hat es auch etwas Positives, dass wir gegen unbekannte Vereine antreten können. Dadurch reisen wir viele Kilometer und können viele Orte besuchen, an die wir sonst nicht gekommen wären. Das ist natürlich eine gute und neue Erfahrung für meine Spieler.

Wie schätzt du die Chancen von deinen Spielern ein sich im Profikader zu etablieren? Insbesondere im Hinblick auf Timo Kastening und Yannick Dräger?

FelixsonTimo Kastening ist ein Riesentalent. Ihn zeichnet besonders seine Einstellung, sein Ehrgeiz und der absolute Wille jedes Spiel gewinnen zu wollen, aus. Deswegen bin ich mir sicher, dass er seinen Weg geht und einen Platz in der ersten Bundesliga findet.Timo ist auch ein Vorbild für die Nachwuchsspieler. Nur wenn man so hart trainiert wie Timo mit diesem absoluten Willen und der Einstellung, hat man eine Chance hoch zu spielen, denn sonst ist man schnell raus. Und das müssen die Anderen auch schon in ihren jungen Jahren schnell lernen.

Bei Yannick Dräger sehe ich das ähnlich. Als Rückraumspieler hat er sehr gute körperliche Voraussetzungen. Er ist groß, stark und bringt den Willen in der Abwehr mit. Wenn er weiter so hart arbeitet, hat er auf jeden Fall die Möglichkeit und das Potential ein guter und solider Bundesliga-Spieler zu werden.

Wem traust du noch den zeitnahen Sprung in die Bundesligamannschaft zu?

Felixson: In meinen Augen haben wir eine ganz hervorragende Jugendarbeit. Die Jungs entwickeln sich super. Links außen haben wir mit Lars Hoffmann und Till Hermann gute Talente, die viele Optionen haben. Dann haben wir Dominik Kallafut am Kreis. Maurice Dräger und Hannes Feise entwickeln sich auch sehr gut und haben einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Dann darf man nicht vergessen, dass wir vier Nationalspieler in unseren Reihen haben. Daran sieht man, dass wir einige Spieler dabei haben, die den Sprung schaffen könnten. Aber das hängt sehr davon ab, ob sie bereit sind viel in ihren Körper und ihre Leistung zu investieren. Es ist auch sehr wichtig, dass die Schule parallel gut mitläuft. Wenn Sie die richtige Einstellung haben ist es auf jeden Fall möglich, dass sie ihren Weg gehen und es ist jeden Tag schön ihre Entwicklung mitanzusehen. Wenn Sie diesen absoluten Willen haben und alles geben um es zu schaffen, dann kann alles passieren.

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