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„Gut, das wir die Punkte haben“

RECKEN müssen gegen Coburg bis zum Schluss zittern

Spätestens nach dem heutigen Spiel der TSV Hannover-Burgdorf gegen den HSC 2000 Coburg dürfte auch dem letzten Beteiligten klar sein, dass es in der DKB Handball-Bundesliga keine leichten Gegner gibt. Der Tabellenletzte zeigte in der sehr gut gefüllten Swiss Life Hall (3.720 Zuschauer) einen mutigen Auftritt und konnte von Martin Ziemer, Timo Kastening und Co. erst in einer heißen Schlussphase mit 29:28 (15:13) bezwungen werden. „Es ist gut, dass wir die Punkte geholt haben, aber das ist heute auch alles“, bewertete Sven-Sören Christophersen die Partie, in der er nach langer Verletzungspause seine Rückkehr auf das Spielfeld feierte.

Bereits in der Anfangsphase konnten die Zuschauer in der RECKEN-Festung erahnen, dass auf DIE RECKEN eine zähe Aufgabe wartete, denn die Gäste gingen schnell mit 0:2 in Front. Erst beim 5:4 (9. Min) gingen die Niedersachsen, durch den am heutigen Abend überragenden Timo Kastening, in Front. Der Youngster agierte nicht nur in der Anfangsphase nahezu fehlerlos, sondern sollte auch in der Schlussphase die entscheidenden Treffer markieren. „Timo hat das gemacht, was er die ganze Woche im Training gemacht hat: Getroffen, getroffen und getroffen“, freute sich Trainer Jens Bürkle über den starken Auftritt des Linkshänders.

Sicherheit brachte die Führung allerdings nicht wirklich auf Seiten der RECKEN. Im Gegenteil, denn beim 10:12 (21.) durch den insgesamt 13-fachen Torschützen Nico Büdel waren die Gäste wieder in Front. „Wir sind nicht konzentriert genug, es fehlen ein paar Prozente und das darf man sich nicht erlauben“, erklärte Rúnar Kárason zur Pause, in die DIE RECKEN trotzdem noch eine 15:13 Führung mitnahmen. „Wir haben insgesamt zu viele Fehler gemacht“, pflichtete Trainer Bürkle bei.

Nach dem Seitenwechsel verpassten es die Niedersachsen zunächst, den Sack endgültig zuzumachen und gaben einen drei Tore Vorsprung gleich mehrfach aus der Hand. „Wir haben uns immer wieder herangekämpft und kamen so bis zum Schlusspfiff für Punkte in Frage“, lobte Gäste-Trainer Jan Gorr seine Mannschaft.

Aus dem 23:20 wurde ein 24:24 und spätestens beim 25:26 (54.) mussten die Niedersachsen mächtig um den Sieg zittern. Neben der mentalen Stärke in engen Situationen, konnten sich DIE RECKEN auch auf ihr Publikum verlassen, dass die letzten Minuten im Stehen verfolgte und sich zum sprichwörtlichen „achten Mann“ entwickelte.

Coburg legte beim 26:27 und 27:28 durch Nico Büdel und Adnan Harmandic erneut vor, die Niedersachsen glichen durch Timo Kastening und Morten Olsen aus. Im vorletzten Gästeangriff verhinderten Erik Schmidt und Sven-Sören Christophersen erfolgreich ein Anspiel an den Kreis und ermöglichten den Gegenstoß- und gleichzeitig zehnten Treffer von Timo Kastening. Coburg bekam nochmal die Chance auf den Ausgleich, allerdings verteidigten DIE RECKEN sehr aufmerksam und ließen keine klare Wurfchance mehr zu. Mehr als ein Direktfreiwurf, den Coburgs Büdel knapp über das Tor setzte, sprang nicht mehr heraus und somit standen für DIE RECKEN gleich mehrere Dinge fest: Der sechste Heimsieg in Serie, Platz fünf in der Tabelle und die Gewissheit, dass es keine leichten Gegner in der stärksten Liga der Welt gibt.  

„Wir haben heute ein bisschen glücklich gewonnen, denn Coburg hat eine Riesenleistung gezeigt. Ich bin sehr froh, dass wir die Punkte haben“, fasste ein erleichterter Jens Bürkle seine Gemütslage zusammen.

 

 

Stenogramm:

DIE RECKEN:

Ziemer, Semisch; Johannsen, Hykkerud, Lehnhoff (5/1), Häfner (3), Böhm (5), Karason, Schmidt, Olsen (3), Kalafut (2), Christophersen (1), Kastening (10).

HSC 2000 Coburg:

Kulhanek, Krechel; Barsties, Wucherpfennig, Kelm (1), Weber (1), Lex (4), Coßbau (2/2), Billek (5), Riehn, Büdel (13/2), Harmandic (1), Lilienfelds, Kirveliavicius (1).

Siebenmeter:  1/1 – 4/4

Zeitstrafen:  6 – 5

Zuschauer:  3.720 Zuschauer

Schiedsrichter:  Geipel/Helbig

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