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Welcome Pastor – Im Gespräch mit dem neuen RECKEN-Cheftrainer

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Nach dem ersten Hallentraining mit der Mannschaft stand der neue Cheftrainer Juan Carlos Pastor für Fragen zur Verfügung, um einen ersten Einblick in seine Arbeit und seine Eindrücke nach der kurzen Zeit in Deutschland zu geben. Darüber hinaus äußert Pastor, der über langjährige Erfahrung als Trainer von Nationalmannschaften verfügt, eine Einschätzung zur bevorstehenden Europameisterschaft, insbesondere zu den Nationalmannschaften, in denen auch RECKEN-Spieler vertreten sind.

Herzlich Willkommen in Hannover. Wie war die erste Trainingseinheit bei deiner neuen Mannschaft?

Ich denke, es war sehr gut. Unser Fokus lag heute darauf, dem Team einige grundlegende Inhalte in der Defensive zu vermitteln. Außerdem wollte ich sehen, wie sie bestimmte Situationen mit einem zusätzlichen Spieler lösen. Insgesamt bin ich mit der Arbeit sehr zufrieden. Wir müssen aber weiterarbeiten. Der erste Tag ist immer etwas schwierig, vor allem weil uns sechs Spieler fehlen: fünf sind bei der Europameisterschaft und Hannes Feise ist leicht angeschlagen. Das ist nicht einfach, da wir die Mannschaft mit Juniorenspielern ergänzt haben, die sonst nicht so viel spielen. Aber für den ersten Tag war es in Ordnung. Die Spieler müssen den gesamten Prozess und alles, was wir machen, verinnerlichen.

Die Handball-Bundesliga gilt als die beste Liga der Welt, war es schon immer ein Traum von dir eine Mannschaft in Deutschland zu trainieren?

Das ist tatsächlich einer meiner großen Lebensziele, dass ist wirklich so. Eines meiner Ziele war es immer, in der Bundesliga zu arbeiten, denn sie ist die beste Handballliga der Welt. Verglichen mit Basketball ist es ist die deutsche Liga die NBA. Ich habe sehr viel Zeit in verschiedenen Ländern verbracht: viele Jahre in Spanien, zehn Jahre in Ungarn und zwei Jahre bei der ägyptischen Nationalmannschaft. Ich liebe meinen Job und ich sage euch: Ich habe Glück, denn ich liebe, was ich tue. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein und als Trainer in Hannover zu arbeiten.

Was hat dich überzeugt, neuer Cheftrainer der RECKEN zu werden?             

Mich haben vor allem die klare Struktur des Vereins, das große Potenzial der Mannschaft und die Menschen im Umfeld überzeugt. Schon beim ersten Treffen hatte ich einen sehr positiven Eindruck. Es war schnell spürbar, dass hier sehr seriös, professionell und mit einer klaren Vision gearbeitet wird. Mir ist es wichtig zu wissen, mit welchen Menschen ich täglich zusammenarbeite und genau das hat bei den RECKEN von Anfang an gepasst.

Du bist ein Familienmensch, hast zwei Töchter und eine Ehefrau, ziehen diese mit dir nach Hannover?

Es ist schwierig, wirklich schwierig. Ich habe immer zwei „Pyramiden“ in meinem Leben gehabt: den Handball und die Familie. Meine Töchter sind inzwischen erwachsen und arbeiten in ihren eigenen Berufen. Die Älteste ist 27 Jahre alt und Physiotherapeutin, die Jüngere ist 24 Jahre alt und arbeitet im Bereich der Kommunikation. Sie leben nicht mehr bei mir, ziehen also nicht mit nach Hannover, aber sie besuchen mich regelmäßig. Meine Frau hatte anfangs überlegt, mir zu folgen, aber die Situation hat sich geändert. Sie wird im Februar für eine Woche kommen, danach werden wir sehen. Bis August hat sie noch viele Verpflichtungen, soll dann aber auch nach Hannover ziehen.

Abseits des Handballs – wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?

Abseits des Handballs verbringe ich meine Freizeit am liebsten mit meiner Familie und meinen Freunden. Zum Beispiel finde ich es großartig, gemeinsam zu Abend zu essen oder einfach Zeit miteinander zu verbringen. Außerdem reise ich gerne, besonders gerne mit meiner Familie.

Gibt es ein Lieblingsessen aus deiner Heimat oder etwas, was du besonders gerne magst?

Ich esse sehr gerne guten Reis. Außerdem mag ich Fisch sehr gerne, aber auch Fleisch ist in Ordnung. Müsste ich mich entscheiden, würde ich mich wohl den Fisch bevorzugen. In meiner Heimatstadt ist es außerdem sehr typisch, Lamm zu essen. Das Gericht nennt sich bei uns Lechazo.

Gibt es etwas, das die meisten Menschen über dich überraschen würde?

Ich verbringe viel Zeit am Telefon, weil viele Freunde mich anrufen. Etwas, das ich noch nie gemacht habe, aber unbedingt einmal tun möchte, ist ein Rallyeauto zu fahren. Das ist richtig schwierig, weil man ständig bremsen, lenken und Gas geben muss, aber ich finde die Idee total spannend. Das wäre für mich ein besonderer Moment, der mich wirklich glücklich machen würde.

Du warst am Sonntag beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in der Halle, hast du sonst bereits was von Hannover sehen können?

Gestern habe ich meinen Tag bei den Sportstrategen verbracht, wo die Leistungstests stattfanden. Außerdem konnte ich mein neues Auto abholen. Zusätzlich musste ich mich bei LO&GO neu einkleiden, da mein Koffer nicht wie geplant am Flughafen in Hannover angekommen ist. Am Sonntag habe ich trotz der Minusgrade einen Spaziergang am Maschsee unternommen. Ich mag den Schnee und habe den Schneespaziergang sehr genossen.

Die meisten RECKEN-Fans drücken der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft die Daumen. Was ist aus deiner Sicht möglich für die Deutschen um Renars Uscins und Justus Fischer?

Die Vorrunde wird für die deutsche Nationalmannschaft sicherlich nicht einfach, aber die mögliche Hauptrunde wird noch schwerer. Für Renars ist jedoch viel Spielzeit zu erwarten, da seine Position in der Mannschaft aktuell als problematisch gilt. Justus muss sich zwar gegen Spieler wie Johannes Golla und Jannik Kohlbacher behaupten, was deutlich schwieriger sein wird, kann aber insbesondere in der zentralen Abwehr einen Unterschied ausmachen.

Wer wird aus deiner Sicht das Spiel zwischen Deutschland und Spanien gewinnen?

Gerade würde ich die deutsche Nationalmannschaft als Favorit ansehen, aber wir werden sehen.

Was traust du den Norwegern und den Färingern mit den weiteren RECKEN-Spielern zu?

Das norwegische Team ist in derselben Vorrundengruppe wie Frankreich. In der Hauptrunde sind außerdem noch die deutsche Mannschaft, die dänische Mannschaft, vielleicht die spanische Mannschaft und die portugiesische Mannschaft dabei. Es wird also nicht einfach. Bei den Färöer Inseln wird es sicherlich darauf ankommen, ob Elias Ellefsen á Skipagøtu rechtzeitig fit wird. Sie haben auf jeden Fall die Chance, die Vorrunde zu überstehen.