Mit dem morgigen Gegner, dem TVB Stuttgart, empfangen die RECKEN eine Mannschaft, die sich wahrscheinlich mehr von dieser Spielzeit versprochen hatte, zuletzt jedoch spürbar an Stabilität gewonnen hat. Bereits am 2. Spieltag setzte der TVB beim Gastspiel bei der SG Flensburg-Handewitt ein Ausrufezeichen und erkämpfte im hohen Norden ein beachtliches 29:29. Es folgte am dritten Spieltag ein Sieg gegen Aufsteiger und Zweitligameister Bergischer HC sowie am fünften Spieltag ein 28:28-Unentschieden in eigener Halle gegen Frisch Auf Göppingen. Erst Ende November am 13. Spieltag gelang gegen GWD Minden der zweite Saisonsieg, doch seitdem zeigt die Formkurve klar nach oben.
Unter dem neuen Trainer Misha Kaufmann, der bis zum Sommer noch den ThSV Eisenach betreute, hat sich die Mannschaft deutlich gefestigt im Saisonverlauf. Kaufmann etablierte auch beim TVB das aus Eisenach bekannte Spielsystem mit vier Rückraumspielern und führte sein Team bis auf drei Punkte an die TSV Hannover-Burgdorf heran. Auf die beiden jüngsten Erfolge, ein 24:24 gegen den HC Erlangen und ein 30:27-Heimsieg gegen die HSG Wetzlar sowie ein knapper 33:32-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig, folgte unter der Woche eine unglückliche 33:32-Niederlage nach großem Kampf gegen den THW Kiel.
Sportlich ragt ein Spieler besonders heraus: Ex-RECKE Kai Häfner. Mit 135 Toren aus 16 Spielen ist er nicht nur der mit Abstand beste Torschütze der Stuttgarter, sondern übertrifft damit auch den derzeit treffsichersten TSV-Schützen August Pedersen mit 87 Toren. Pedersen verpasste aufgrund einer Verletzung einige Partien, zeigte jedoch erst am Mittwoch in Wetzlar mit zwölf Treffern eine starke Leistung. Häfner ist zudem seit dieser Saison für die Siebenmeter verantwortlich und verwandelte bereits 73 Strafwürfe. Damit erzielt kein Spieler der Daikin Handball-Bundesliga mehr Treffer vom Siebenmeterstrich. In der internen Torschützenliste folgen ihm die Sommerneuzugänge Simone Mengon mit 64 Toren sowie Kasper Thorsen Lien mit 46 Treffern.
Auch bei den Torvorlagen ist Häfner der herausragende Akteur des TVB. 50 Assists stehen bislang auf seinem Konto. Mengon mit 19 Assists und Antonio Serradilla mit 15 Assists folgen dahinter. Zum Vergleich: Bei den RECKEN führt Marian Michalczik die teaminterne Vorlagenstatistik mit 60 Assists an, gefolgt von Leif Tissier mit 45 und Renars Uscins mit 32 Vorlagen.
Serradilla, vom amtierenden Champions-League-Sieger SC Magdeburg nach Stuttgart gewechselt und inzwischen der klare Abwehrchef gemeinsam mit Samuel Röthlingsberger, kommt bisher auf acht Blocks, genauso viele wie RECKE Justus Fischer. Im Bereich Steals liegt Fischer jedoch deutlich vorne. Der Hannoveraner verbuchte bereits zwölf Ballgewinne, Serradilla sechs.
Im Tor zeigt sich vor allem im direkten Vergleich, dass Stuttgart nicht ganz an das Niveau der RECKEN heranreicht. Sowohl Miljan Vujovic mit 24,12 % gehaltenen Bällen als auch der kürzlich verpflichtete Mateusz Kornecki mit 20,59 % liegen hinter den Quoten des RECKEN-Duos Joel Birlehm mit 27,42 % und Simon Gade mit 27,06 %. Gade glänzte gerade beim 38:28-Auswärtssieg in Wetzlar unter der Woche und trug sich sogar selbst in die Torschützenliste ein.
Historisch gesehen trafen die beiden Mannschaften in der Handball-Bundesliga bisher 21 Mal aufeinander. Der TVB 1898 Stuttgart konnte vier Spiele für sich entscheiden, zwei Begegnungen endeten unentschieden, während die RECKEN 14 Mal als Sieger vom Platz gingen. In der vergangenen Saison 2024/25 behielt Hannover in beiden Begegnungen die Oberhand: In der Hinrunde gewann das Team von Christian Prokop deutlich mit 33:20, wobei Renars Uscins mit 12 Toren einen herausragenden Auftritt hatte. In der Rückrunde setzte sich Hannover in der Ferne mit 35:27 durch.
Nun gilt es für die TSV Hannover-Burgdorf, an die starke Leistung vom Mittwoch anzuknüpfen. Gelingt dies, wird es für jede Mannschaft schwer, gerade in der RECKEN-Festung vor den eigenen Fans, Punkte zu entführen.
Die Partie wird ab 16:15 Uhr beim Streamingdienst Dyn live übertragen. Für Kurzentschlossene sind weiterhin Eintrittskarten im Online-Ticketshop sowie am morgigen Sonntag ab 15:00 Uhr an der Tageskasse erhältlich.