Nach der Auftaktniederlage in der stärksten Liga der Welt gegen den VfL Gummersbach und dem souveränen Erfolg im Qualifikationshinspiel zur European League gegen den HC Alkaloid wartet auf die TSV Hannover-Burgdorf am morgigen Mittwochabend um 20 Uhr bereits die nächste schwere Aufgabe: Im Rahmen des zweiten Bundesliga-Spieltags gastieren die RECKEN in der Sporthalle Hamburg beim HSV Hamburg.
Die Hamburger sind mit einem erfolgreichen Auftakt in die neue Saison gestartet. Am Sonntag setzte sich das Team im Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart mit 36:33 durch. Herausragender Akteur aufseiten der Hanseaten war Sommer-Neuzugang Nicolaj Jørgensen, der mit zwölf Treffern maßgeblich zum Sieg beitrug. Dass der Rückraumspieler über enorme Wurfkraft und Treffsicherheit verfügt, hatte er bereits bei seinem früheren Verein SønderjyskE Håndbold unter Beweis gestellt. In der Saison 2023/24 in der dänischen Håndboldligaen verpasste er die Torjägerkrone nur knapp – lediglich vier Treffer trennten ihn vom späteren Torschützenkönig Emil Madsen, der inzwischen für den THW Kiel aufläuft. In der darauffolgenden Spielzeit 2024/25 krönte sich Jørgensen schließlich selbst zum besten Werfer der Liga: Mit 275 Toren in 30 Partien sicherte sich der Rückraumlinke souverän den Titel des Torschützenkönigs.
Neben dem dänischen Shooter verstärkte Sportdirektor Johannes Bitter seine Mannschaft mit weiteren internationalen Neuzugängen. Vom KIF Kolding stieß der 25-jährige Linkshänder Oliver Norlyk zum Team. Bei seinem Debüt gegen den TVB Stuttgart überzeugte der im Rückraum beheimatete Däne mit drei Treffern aus vier Versuchen und hinterließ damit einen positiven ersten Eindruck. Ebenfalls aus Dänemark kam Einar Ólafsson. Der 23-jährige Abwehrspezialist wechselte im Sommer vom HK Fredericia, einem Klub, auf den die Hannoveraner bei erfolgreicher Qualifikation für die European League in der Gruppenphase treffen würden. Fredericia ist zudem die sportliche Heimat des ehemaligen RECKEN-Spielers Evgeni Pevnov. Mit seinen 2,01 Metern bringt Ólafsson nicht nur Gardemaß, sondern auch eine beeindruckende Handballtradition mit, denn er ist der Sohn der isländischen Handballlegende Ólafur Stefánsson. Prominente familiäre Verbindungen gibt es auch beim niederländischen Linksaußen Kaj Geenen, der vom VfL Lübeck-Schwartau nach Hamburg wechselte. Er ist ein Cousin des Formel-1-Weltmeisters Max Verstappen. Darüber hinaus verpflichteten die Hanseaten den vielseitigen Elias Kofler vom Absteiger VfL Potsdam. Ergänzt wird das Aufgebot durch den jungen Kreisläufer Maximilian Botta, der aus der eigenen Nachwuchsabteilung in den Profikader aufrückte.
Der wohl schmerzlichste Abgang für den HSVH war der von Leif Tissier, der das Spiel der Hamburger in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hat und nun erstmals mit dem Wechsel nach Hannover außerhalb der Stadtgrenzen Hamburgs spielt. Auch Zoran Ilic verließ die Hamburger und wechselte nach Polen zu Wisla Plock. Alexander Hartwig fand beim VfL Lübeck-Schwartau eine neue sportliche Heimat, während Torhüter Finn Knaack an TUSEM Essen ausgeliehen wurde. Bereits in der vergangenen Saison hatte Johannes Bitter, der heutige Sportdirektor, seine aktive Karriere beendet. Zu Beginn der Spielzeit stand er aufgrund der Verletzungssituation im Tor noch einmal selbst zwischen den Pfosten. Im Laufe der letzten Saison verließ zudem Tomislav Severec den Verein und schloss sich dem TuS N-Lübbecke an.
Mit Casper Mortensen steht beim HSV Hamburg ein ehemaliger RECKE im Aufgebot. In seiner Zeit in der niedersächsischen Landeshauptstadt avancierte der dänische Linksaußen in der Saison 2017/18 mit 230 Treffern zum besten Torschützen der Bundesliga, ehe er anschließend zum FC Barcelona wechselte. Seit 2021 spielt Mortensen wieder für den HSVH, für den er bereits in der Spielzeit 2015/16 aktiv war, bevor ihn die Insolvenz des Vereins im Februar 2016 nach Hannover führte.
In der vergangenen Spielzeit gastierten die Niedersachsen am 8. Spieltag in Hamburg und mussten sich sechs Sekunden vor dem Schlusspfiff durch den Treffer von Frederik Bo Andersen zum 32:32-Endstand mit einer Punkteteilung begnügen. Andersen avancierte mit insgesamt 186 Toren zum erfolgreichsten Schützen der Gastgeber in der letzten Saison, dicht gefolgt von Tissier mit 167 Treffern. Im Rückspiel Anfang März bewies die TSV Hannover-Burgdorf in der eigenen RECKEN-Festung Nervenstärke und entschied die Partie knapp mit 33:32 für sich
Die Mannschaft tritt am Mittwochvormittag die Reise nach Hamburg an. Direkt im Anschluss an die Begegnung erfolgt am Donnerstag der Weiterflug nach Skopje, wo am Samstag um 19:30 Uhr das entscheidende Rückspiel in der European-League-Qualifikation auf dem Programm steht.
Das Nordduell wird wie gewohnt ab 19:45 Uhr live auf Dyn übertragen. Die Partie kommentiert Lennart Wilken-Johannes. Darüber hinaus ist das Spiel auch kostenlos im Free-TV bei WELT TV sowie im Livestream auf SPORTBILD.de und BILD.de zu sehen.