Sportliche Zahlen eines eingeschworenen Teams

Die Saison der RECKEN ist zu Ende und sie kann sich wahrlich sehen lassen. Über weite Strecken zeigte das Team eine starke Leistung und bewies, dass es mit den Top-Mannschaften der Daikin Handball-Bundesliga durchaus mithalten kann. Besonders beachtlich: Gegen fast alle Teams, die in der Abschlusstabelle vor den RECKEN platziert sind, konnten Punkte geholt werden.

So wurde bereits am dritten Spieltag der spätere deutsche Meister Füchse Berlin in der heimischen Halle mit 38:35 bezwungen. Auch der SC Magdeburg, am Ende Vizemeister und amtierender Champions League Sieger, musste sich am elften Spieltag in der RECKEN-Festung knapp mit 28:27 geschlagen geben – Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert äußerte sich nach der Saison gegenüber der Sport Bild, dass man die Meisterschaft wohl in Hannover verloren habe. Zwar gingen beide Duelle gegen den Drittplatzierten MT Melsungen verloren, dafür erkämpfte man sich im letzten Heimspiel der Saison ein packendes 29:29-Unentschieden gegen den THW Kiel. Gegen die SG Flensburg-Handewitt, Tabellenfünfter und European League Sieger, feierten die RECKEN ebenfalls einen knappen aber verdienten 31:30-Heimsieg. Diese Ergebnisse zeigen nicht nur die gestiegene Qualität des Teams, sondern vor allem auch, dass man in entscheidenden Spielphasen, den Crunchtimes, deutlich abgeklärter und cleverer agierte als in den Spielzeiten zuvor.

Auch die Statistiken der abgelaufenen Saison unterstreichen den sportlichen Aufwärtstrend. Insgesamt erzielten die RECKEN 1036 Tore (Platz 8), bei einer Wurfquote von 64,15 % (ebenfalls Platz 8). Besonders beeindruckend: Die Quote bei Tempogegenstößen lag mit 87,41 % auf Platz 1 der Liga. Auch die 125 Treffer aus Tempogegenstößen bedeuteten Platz 4. Am Kreis gelangen 168 Tore (Platz 3), mit einer Verwertung von 76,02 % (Platz 5). Bei Treffern von außen (133 Tore) rangierte man auf Platz 12, die Quote von 68,91 % bedeutete jedoch Platz 5. Im Rückraum erzielte man 158 Tore (Platz 8), bei einer Trefferquote von 46,61 % (Platz 6).

Defensiv präsentierte sich das Team in vielen Bereichen solide: 994 Gegentore bedeuteten Platz 12 der Liga, dazu kamen 87 Steals (Platz 2) und 53 Blocks (Platz 11). Das Team erhielt in der vergangenen Saison 25 Gelbe Karten und sieben Rote Karten – jeweils der siebte Platz im Ligavergleich. Mit insgesamt 102 Zeitstrafen rangiert die Mannschaft in dieser Kategorie auf dem elften Platz. Zum Vergleich: Der ThSV Eisenach, das Team mit den meisten Zeitstrafen, kam auf 40 Zwei-Minuten-Strafen mehr. Mit insgesamt 22 Zeitstrafen zählt der abwehrstarke Lukas Stutzke zu den am häufigsten bestraften Spielern der Liga und belegt damit Rang 13 in dieser Statistik.

Im Tor überzeugte vor allem Joel Birlehm: Mit 216 Paraden landete er auf Rang 12 der Liga, seine Quote lag bei 29,71 % (Platz 16). Herausragend war seine Bilanz bei Siebenmetern: 28 gehaltene Strafwürfe bedeuteten Platz 1 der gesamten Liga. Simon Gade kam auf 155 Paraden (Quote: 25,58 %, Platz 37) und trug ebenfalls seinen Teil zur stabilen Defensive bei. In der Kategorie Paradenquote nach Gegenstoß belegt der dänische Torhüter mit 25,71 % gehaltener Bälle den dritten Platz aller Schlussmänner der HBL.

Im Angriff war Renars Uscins der überragende Mann: Mit 213 Toren belegte er Platz 5 der ligaweiten Torschützenliste und mit 110 Vorlagen zusätzlich Rang 7 bei den Assistgebern. Auch Marian Michalczik (102 Vorlagen, Platz 12) war in dieser Kategorie stark vertreten. Zudem überzeugte Uscins in der Defensive mit 21 Steals – dem vierthöchsten Wert ligaweit. Justus Fischer überzeugte ebenfalls gleichermaßen in Offensive wie Defensive und erzielte dabei 156 Tore bei einer herausragenden Wurfquote von 79,19 Prozent – unter allen Spielern mit mehr als 100 Treffern war lediglich Magnus Saugstrup mit 79,56 Prozent minimal treffsicherer. Hinzu kamen für Fischer 23 Steals (Platz 2), 23 Blocks (Platz 9) und ein herausragender durchschnittlicher HPI-Wert von 84 – ligaweit Platz 3, hinter Gidsel (92) und Grgic (86). Mit insgesamt 115 Treffern vom Kreis ist er der Kreisläufer mit den meisten Toren aus dieser Position in der gesamten Liga.

Auch andere Spieler zeigten Top-Werte: Hannes Feise überzeugte mit einer Wurfquote von 80,65 % (25 Treffer bei 31 Versuchen). Marius Steinhauser war mit 68 Siebenmetertoren (Platz 9) einer der sichersten Schützen vom Strich, auch wenn seine Quote bei 70,10 % (Platz 41) lag. Der Mannschaftskapitän überzeugte zudem bei Tempogegenstößen: Mit 42 Toren nach Tempogegenstößen erzielte er den drittbesten Wert ligaweit. Insgesamt brachte er es auf starke 196 Treffer und sicherte sich damit den siebten Platz in der Torschützenliste der Handball-Bundesliga. Beim HPI-Wert rangierten zudem Uscins (Ø 79, Platz 20) und Steinhauser (Ø 75, Platz 48) unter den besten 50 der Liga.

Kein Spieler der Bundesliga legt mehr Strecke zurück als der Rechtsaußen der RECKEN. Mit beeindruckenden 153,01 Kilometern führt Steinhauser das Lauf-Ranking der gesamten Liga an. Auch in puncto Geschwindigkeit gehört er zur Spitze: Mit 30,13 km/h ist er der zweitschnellste Akteur im Team – nur Linksaußen Vincent Büchner war mit 30,38 km/h noch einen Hauch schneller.

Der härteste Wurf der Saison gelang dem wurfstarken Rückraumspieler Vlad Kulesh, der den Ball mit 123,43 km/h ins Netz jagte. Dicht auf den Fersen: Martin Hanne mit 122,52 km/h und Tilen Strmljan mit 121,67 km/h.