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Spannender Schlagabtausch in Leipzig endet mit 27:27

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Im Auswärtsspiel bei SC DHfK Leipzig kam die TSV Hannover-Burgdorf nach einem Pausenstand von 13:13 trotz langer Führung in der zweiten Halbzeit nicht über ein 27:27 hinaus. Besonders bitter aus Sicht der Niedersachsen war, dass gleich fünf Siebenmeter ungenutzt blieben. Mit sieben Toren war Justus Fischer der erfolgreichste Torschütze der Begegnung des 14. Spieltags.

Gegen die neue Mannschaft ihres ehemaligen Aufstiegstrainers Frank Carstens erwischten die RECKEN zunächst keinen idealen Start und mussten beim 0:1 und 1:2 früh einem Rückstand hinterherlaufen. Dann jedoch gelang es, auch dank einer Parade von Joel Birlehm, der auf eine Leipziger Vergangenheit zurückblickt, sich beim 3:2 durch August Pedersen nach 5:24 Minuten erstmals in Führung zu bringen. Diese hielt jedoch nicht lange, denn beim 3:4 nach 7:33 Minuten durch Nationalspieler Franz Semper lag Hannover-Burgdorf erneut zurück. Mit den Toren von August Pedersen zum 4:4 und Lukas Stutzke zum 5:4 nach exakt neun Minuten drehte sich die Partie wieder zugunsten der Gäste. Erstmals gelang es Leif Tissier nach 13:48 Minuten, eine Zwei-Tore-Führung zum 7:5 herzustellen. In dieser Phase stabilisierte sich die Abwehr der RECKEN zunehmend, auch weil Birlehm erneut mit einer Parade, diesmal mit dem Kopf, die ungeahndet blieb, überzeugen konnte. Die Chance auf drei Tore davonzuziehen blieb ungenutzt, da Renars Uscins per Siebenmeter am ehemaligen TSV-Torhüter Domenico Ebner scheiterte. Zuvor hatte der italienische Nationalkeeper bereits zwei Strafwürfe von Pedersen pariert. Statt einer möglichen komfortableren Führung glichen die Sachsen beim 7:7 durch Semper und beim 8:8 durch Tom Koschek wieder aus. Nach einer weiteren Steigerung in der Defensive belohnte sich Stutzke mit seinem zweiten Treffer zum 10:8 (20:23 Minute). Nur eine Minute später bestätigte Uscins diese Führung mit dem 11:9. Kurz zuvor musste Fischer aufgrund einer blutenden Lippe behandelt werden, sodass Eigengewächs Luis Rodriguez zu seinem Einsatz kam. Der junge Kreisläufer hatte erst am Vortag für Eintracht Hildesheim in der dritten Liga gespielt und dort zwei Treffer zum Sieg gegen Altenholz beigesteuert. Nach dem letzten Treffer von Uscins geriet der Angriff der RECKEN allerdings ins Stocken. Leipzig nutzte diese Schwächephase konsequent und drehte die Partie mit einem 3:0-Lauf, den Semper zum 11:12 rund fünf Minuten vor der Pause vollendete. Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop konnte die Rückstände jedoch durch Marian Michalczik zum 12:12 und durch Vilhelm Poulsen zum 13:13 jeweils ausgleichen. Birlehm sicherte seinem Team kurz vor der Pause mit einer Parade das Unentschieden, andernfalls wäre es für die TSV Hannover-Burgdorf mit einem Rückstand in die Kabine gegangen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit mussten die RECKEN beim zwischenzeitlichen 13:14 und 14:15 zunächst noch Rückstände hinnehmen, stabilisierten sich jedoch zunehmend. Ab dem 15:15 durch Fischer knapp vier Minuten nach Wiederanpfiff lagen die Niedersachsen nicht mehr zurück. Kurz darauf rückte der Leipziger Lucas Krzikalla in den Mittelpunkt. Zunächst vergab die Rückennummer Acht einen Siebenmeter gegen Birlehm und nur 43 Sekunden später, nach 37:36 Minuten, sah er nach Videobeweis durch das Schiedsrichtergespann Zupanovic/Thöne die rote Karte. Grund war ein hartes Einsteigen gegen RECKEN-Kapitän Hannes Feise im Wurf von außen. Hannover-Burgdorf nutzte die folgende Phase aus und ging beim 17:15 durch Fischer nach 38:54 Minuten erstmals in der zweiten Hälfte mit zwei Toren in Führung. Beim 19:16 durch Tissier nach 41:12 Minuten wuchs der Vorsprung sogar auf drei Treffer an. Die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt hatte im Anschluss sogar die Chance, auf vier Tore davonzuziehen, doch Weber, der zuvor bereits per Siebenmeter erfolgreich gewesen war, verpasste diesen Ausbau der Führung vom Strich. Im Gegenzug zeigte sich Birlehm erneut in starker Form. Mit seiner zehnten Parade zu diesem Zeitpunkt wehrte er nach etwa der Hälfte des zweiten Durchgangs einen freien Tempogegenstoß von Tom Koschek ab, der die Möglichkeit zum 19:19-Ausgleich gehabt hätte. Der Rückhalt der RECKEN kam am Ende auf zwölf Paraden, genauso wie sein Gegenüber Ebner. Statt des möglichen Ausgleichs stellte Pedersen per Siebenmeter die 20:18-Führung wieder her. In der Folge gelang es immer wieder, sich bis zum 22:20 auf zwei Tore abzusetzen, doch Leipzig hielt mit Anschlusstreffern dagegen. Nach der ersten Zeitstrafe gegen die Niedersachsen überhaupt, gegen Sindre Aho etwa zehn Minuten vor dem Ende, hätte das Momentum zugunsten der Sachsen kippen können. Doch Pedersen antizipierte hellwach, fing einen Pass ab und verwandelte den folgenden Tempogegenstoß zum 23:20 nach 50:21 Minuten. Diese Drei-Tore-Führung stellte Uscins beim 25:22 nach 53:36 Minuten letztmals in der Spielzeit her. Nach dem Anschlusstreffer durch Staffan Peter zum 25:24 versuchten es die RECKEN wie schon im vorherigen Angriff im Überzahlspiel Sieben gegen Sechs und wurden durch Uscins knapp vier Minuten vor dem Ende zum 26:24 belohnt. In der Schlussphase wurde es dann besonders bitter. Aho sah nach einem Wechselfehler eine Zwei-Minuten-Strafe (56:16 Minute) und der in der Schlussphase treffsichere Peter glich beim 26:26 nach 58:21 Minuten erstmals seit dem 15:15 wieder aus. Zuvor hielt Ebner erneut einen Siebenmeter.  Fischer brachte die RECKEN zwar eine Minute vor dem Spielende erneut mit 27:26 in Führung, doch Semper stellte umgehend den Ausgleich her. In den letzten Sekunden kam zusätzliche Spannung auf. Weber hatte die Chance zum Siegtreffer, wurde jedoch durch den Fuß seines Gegenspielers im Wurfversuch behindert, was ungeahndet blieb. Statt eines möglichen Siebenmeters für die TSV bot sich sogar Leipzig noch eine letzte Gelegenheit zum Heimsieg. Doch Peter setzte den Ball vier Sekunden vor dem Ende jedoch knapp am Tor vorbei.

„Natürlich sind wir ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht zwei Punkte mitgenommen haben. Wenn man in der zweiten Halbzeit mit drei Toren führt, die Chance auf vier Tore plus hat und natürlich dann auch die Situation in Leipzig kennt, was die Nervenstärke angeht, dann wäre das natürlich unser taktischer Plan gewesen. Wir sind kurz vor Schluss auch noch einmal mit zwei Toren vorne, dann haben wir noch den Siebenmeter, aber das war heute nicht unsere Disziplin. Da hat Ebner sehr, sehr stark pariert oder wir haben zu schwach geworfen. So kann ich es mir einfach machen – hauen wir die Dinger rein, sind wir hier der verdiente Sieger. Aber was Engagement, Intensität, Taktik angeht: Beide Mannschaften haben alles auf dem Parkett gelassen und ein sehr spannendes, intensives Spiel geliefert. Sind wir in der Schlussphase etwas effizienter, cleverer, dann nehmen wir hier zwei Punkte mit und können uns auch zu Recht darüber freuen. So haben wir jetzt das Unentschieden und deswegen auch Glückwunsch an Leipzig zu diesem Punkt“, äußert sich Prokop auf der Pressekonferenz.

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (2), Vilhelm Poulsen (2), Renars Uscins (5), Maxim Orlov, August Pedersen (5), Marian Michalczik (2), Jonathan Edvardsson, Sindre Aho, Lukas Stutzke (2), Justus Fischer (7), Hannes Feise, Daniel Weber (2), Luis Rodriguez, Bela Wellmann

Nachdem die Mannschaft am Dienstag ihr letztes Gruppenspiel in der EHF European League in Prešov bestreitet, steht bereits am Sonntag, dem 7. Dezember, das nächste Bundesliga-Heimspiel in der heimischen RECKEN-Festung an. Dann empfängt die TSV Hannover-Burgdorf um 15:00 Uhr den amtierenden deutschen Meister, die Füchse Berlin, die sich jüngst mit dem ehemaligen RECKEN-Spieler Nejc Cehte verstärkt haben.

Für das Spiel gegen die Hauptstädter wurden schon 9.200 Tickets verkauft. Die letzten Karten können sich noch im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.