schwere Auswärtsaufgabe für die RECKEN

Nach drei Partien in sieben Tagen und einer anschließenden kleinen Verschnaufspause steht für die RECKEN am morgigen Samstag, den 12. September, bereits die nächste Herausforderung an. Um 19:00 Uhr ist die Mannschaft von Trainer Juan Carlos Pastor beim THW Kiel gefordert. Nach zwei Heimsiegen in der RECKEN-Festung und einem Unentschieden beim HC Erlangen geht es damit gegen den aktuellen Spitzenreiter der Opel Handball-Bundesliga.

Die Kieler sind mit drei Siegen optimal in die neue Saison gestartet. Nach dem 35:27-Heimerfolg gegen den TBV Lemgo Lippe setzte sich der THW auch auswärts beim Aufsteiger SG BBM Bietigheim und bei FRISCH AUF! Göppingen durch. Mit 103 erzielten Treffern stellen die Zebras aktuell die zweitbeste Offensive der Liga. Gleichzeitig kassierte Kiel mit 86 Gegentoren die zweitwenigsten Treffer der noch jungen Saison.

Auch die RECKEN sind nach drei Spieltagen noch ungeschlagen und stehen mit 5:1 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Nach den beiden Siegen gegen die Rhein-Neckar Löwen und den HC Hamburg erkämpfte sich die Mannschaft unter der Woche beim HC Erlangen ein 28:28 und nahm damit einen Punkt aus Franken mit. Nun wartet mit dem THW Kiel eine schwere Aufgabe.

In der vergangenen Saison blieb der THW hinter den eigenen Erwartungen zurück. Mit 42:26 Punkten belegten die Kieler am Ende den sechsten Tabellenplatz und verpassten damit die internationalen Ränge. Im Sommer wurde der Kader unter anderem mit Nationalspieler Julian Köster vom VfL Gummersbach und Domen Makuc vom FC Barcelona verstärkt. Beide haben sich bereits gut eingefügt und kommen zusammen in der laufenden Saison auf 28 Treffer. Auch Ex-RECKE Vincent Büchner wechselte im Sommer nach Kiel. Aufgrund einer muskulären Verletzung kam der Rechtsaußen in den bisherigen Bundesliga-Partien allerdings noch nicht zum Einsatz.

Neben der sportlichen Ausgangslage treffen in Kiel auch die beiden zuschauerstärksten Mannschaften der Liga aufeinander. Die Heimspiele des THW verfolgen im Schnitt mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Auch die RECKEN durften sich bei ihren Heimspielen in der vergangenen Saison über große Unterstützung freuen: Durchschnittlich mehr als 8.900 Handballbegeisterte kamen in die ZAG Arena.

Der THW Kiel blickt auf eine lange und äußerst erfolgreiche Vereinsgeschichte zurück. Bereits 1948 und 1950 wurden die Kieler deutscher Meister im Feldhandball, ehe 1957, 1962 und 1963 drei weitere Meisterschaften im Hallenhandball folgten. Seit der Jahrtausendwende entwickelte sich der THW endgültig zu einer der erfolgreichsten Mannschaften im deutschen Handball. Insgesamt 13 deutsche Meisterschaften stehen seitdem zu Buche, zuletzt im Jahr 2023. Auch den DHB-Pokal gewannen die Zebras 13-mal, hinzu kommen zahlreiche internationale Titel. Viermal holte Kiel die Champions League, zuletzt 2020. Zudem gewann der THW viermal den EHF-Pokal.

Eine besondere Verbindung zwischen dem Rekordmeister und der deutschen Nationalmannschaft gibt es auch bei Alfred Gislason. Der heutige Bundestrainer stand von 2008 bis 2019 an der Seitenlinie des THW und prägte eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte. In sieben Spielzeiten führte er Kiel zu sechs deutschen Meisterschaften und zwei Champions-League-Titeln.

Der direkte Vergleich spricht derweil deutlich für die Gastgeber. In bislang 37 Pflichtspielen konnte der THW Kiel 30 Partien für sich entscheiden. Die RECKEN gewannen viermal, drei Begegnungen endeten mit einer Punkteteilung. In der vergangenen Saison setzte sich Kiel zunächst in der ZAG Arena mit 40:34 durch. Beim Rückspiel Ende 2025 erkämpften sich die RECKEN in der Ostseehalle allerdings einen Punkt und trennten sich mit 29:29.

Die Partie am morgigen Samstag, den 12. September, beginnt um 19:00 Uhr und ist live sowie auf Abruf bei Dyn zu sehen. Kommentiert wird die Partie von Florian Schmidt-Sommerfeld zusammen mit Experte Stefan Kretzschmar.