Mehr als 2.300 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten einen erneut spannenden Handballabend in der Swiss Life Hall, an dessen Ende die TSV Hannover-Burgdorf eine 31:34-Niederlage gegen Fredericia Håndboldklub hinnehmen musste. Die RECKEN traten ohne die angeschlagenen Vilhelm Poulsen und Marian Michalczik an, konnten jedoch wieder auf den zuletzt erkrankten Thomas Solstad sowie auf U23-Kapitän Johannes Thiel zurückgreifen. Zur Halbzeit lagen die Niedersachsen knapp mit 16:17 zurück.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeber durchaus vielversprechend. Zwar gerieten sie früh mit 0:1 in Rückstand, doch bereits nach 2:54 Minuten brachte Renars Uscins sein Team beim 2:1 erstmals in Führung. Nur wenige Minuten später erhöhte Lukas Stutzke beim 5:3 erstmals auf eine Zwei-Tore-Führung. Diese konnte Hannover beim 6:4, 7:5 und letztmals beim 8:6 durch August Pedersen (13:51 Minute), der wie Uscins an diesem Abend sieben Treffer erzielte und damit gemeinsam Top-Torschütze wurde, behaupten. Im Anschluss jedoch übernahm Fredericia das Kommando: Ein 3:0-Lauf der Dänen sorgte dafür, dass Adam Mats Ljungquist sein Team per Siebenmeter in der 17. Minute wieder mit 8:9 in Führung brachte. Zudem erhielt Justus Fischer für das verursachte Foul eine Zwei-Minuten-Strafe. Es sollte der Beginn einer Phase sein, in der die Mannschaft um Ex-RECKE Evgeni Pevnov die Führung nicht mehr aus der Hand geben sollte. Was dem Team von Trainer Christian Prokop vor allem im ersten Durchgang fehlte, war defensive Stabilität, sowohl in der Abwehr als auch im Tor. Simon Gade begann zwischen den Pfosten, musste jedoch Mitte der ersten Halbzeit Joel Birlehm Platz machen, der jedoch ebenfalls keinen Zugriff auf die Würfe der Gäste fand, sodass Gade noch in den errsten 30 Minuten ins Tor zurückkehrte. Nach gut 22 Minuten wuchs der Rückstand durch Kasper Young Andersen erstmals auf drei Tore an (11:14). Doch die RECKEN bewiesen Moral: Durch Treffer von Uscins, Solstad und Leif Tissier kämpften sie sich zurück. Tissier, der im Sommer aus Hamburg gekommen war, stellte nach 25 Minuten beim 14:14 wieder den Ausgleich her. Dieser konnte durch Edvardsson (15:15) und 53 Sekunden vor der Pausensirene erneut durch Uscins (16:16) gehalten werden. Dennoch gelang dem auffälligen dänischen Spielmacher William Andersson Moberg unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch das 16:17 aus Sicht der Niedersachsen.
Mit dem ersten Angriff des zweiten Durchgangs stellte Edvardsson den 17:17-Ausgleich her. Doch schon wenig später, nach nicht einmal vier Minuten, sahen sich die RECKEN erneut mit einem Zwei-Tore-Rückstand konfrontiert, als Anders Kragh Martinusen das 17:19 für Fredericia erzielte. Beim 19:19 durch Leif Tissier nach 36:19 Minuten gelang Hannover-Burgdorf letztmals in dieser Partie der Ausgleich. Anschließend setzten sich die Dänen wieder auf 19:22 (39:30 Minute) ab. Neben der nun deutlich kompakteren und aggressiveren Defensive der Gäste war es vor allem der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Torhüter Sander Drange Heieren, der das Spiel prägte. Mit einer Quote von 41 % gehaltener Bälle bestätigte er seine starke Form bereits aus dem Hinspiel in Dänemark. Aber auch Gade zeigte nach einer schwierigen ersten Hälfte eine klare Leistungssteigerung und kam am Ende auf 12 Paraden, zwei mehr als Heieren, erreichte jedoch insgesamt „nur“ eine Quote von 31 %. Bis etwa zehn Minuten vor dem Ende behauptete Fredericia konstant eine Drei-Tore-Führung. Zwar gelang es den RECKEN immer wieder, den Rückstand auf zwei Treffer zu verkürzen, doch zum Anschlusstreffer kamen sie in dieser Phase nicht. Nach 51:11 Minuten erhöhte der beste Feldspieler des Tages, Andersson Moberg, sogar auf 27:23 und stellte damit auf vier Tore Abstand. Angetrieben von den eigenen Fans starteten die Niedersachsen jedoch noch einmal einen 3:0-Lauf, den Renars Uscins nach 53:12 Minuten mit dem 26:27-Anschlusstreffer vollendete. Doch kaum eineinhalb Minuten später lag die TSV Hannover-Burgdorf bereits wieder mit 26:29 zurück. Bezeichnend für den Spielverlauf vergab Pedersen im Anschluss seinen zweiten Siebenmeter des Abends. Die RECKEN, die wie die Dänen über weite Strecken im Sieben-gegen-Sechs agierten, stellten die Deckung nun deutlich offensiver. Nach einer weiteren Parade von Gade verkürzte Daniel Weber beim 28:30 noch einmal auf zwei Tore. Doch näher als bis auf diesen Abstand sollte Hannover in einer torreichen Schlussphase nicht mehr herankommen. Am Ende stand eine im Hinblick auf die Hauptrunde schmerzhafte 31:34-Niederlage, da die Punkte gegen direkte Konkurrenten aus der Gruppenphase mitgenommen werden und rechnerisch bereits feststeht, dass weder IK Sävehof noch Tatran Prešov die Hauptrunde erreichen können.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (5), Renars Uscins (7), Maxim Orlov, August Pedersen (7), Jonathan Edvardsson (3), Sindre Aho, Lukas Stutzke (1), Thomas Solstad (1), Johannes Thiel, Justus Fischer (3), Hannes Feise, Daniel Weber (4), Luis Rodriguez, Bela Wellmann
Bereits am kommenden Sonntag steht für die Mannschaft das Bundesliga-Auswärtsspiel beim SC DHfK Leipzig an. Die Sachsen haben erst in der vergangenen Woche mit dem ehemaligen RECKEN-Aufstiegstrainer Frank Carstens einen neuen Cheftrainer präsentiert. Nach dem anschließenden European-League-Auftritt am Dienstag, den 2. Dezember, in der Slowakei bei Tatran Prešov kehren die RECKEN am Sonntag, den 7. Dezember, um 15:00 Uhr in die heimische RECKEN-Festung zurück. Dort wartet mit den Füchsen Berlin der amtierende Deutsche Meister. Die Hauptstädter haben in der vergangenen Woche Nejc Cehte als Neuzugang vorgestellt, einen Spieler, der bereits von 2018 bis 2022 das Trikot der TSV Hannover-Burgdorf getragen hat.
Zur Zeit gibt es für die Begegnung noch Restkarten im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen. Schnell sein lohnt sich also, wenn man das nächste RECKEN-Heimspiel live in der Arena verfolgen möchte!