Saisonfinale gegen den frischgebackenen Europapokalsieger

Der morgige Gegner, die MT Melsungen, hat am vergangenen Wochenende Vereinsgeschichte geschrieben. Im hochdramatischen Finale der EHF European League setzte sich die Mannschaft von Trainer Roberto García Parrondo mit 24:23 gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel durch und feierte damit den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Bereits im Halbfinale hatte sich die MT gegen die SG Flensburg-Handewitt durchgesetzt. Gegen eben jene Flensburger war die TSV Hannover-Burgdorf zuvor im Viertelfinale des zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerbs unglücklich ausgeschieden.

Parrondo und RECKEN-Cheftrainer Juan Carlos Pastor verbindet zudem eine lange gemeinsame Vergangenheit. „Ich habe ihn mit 17 Jahren nach Valladolid geholt. Er war dort in zwei verschiedenen Phasen. Nach der ersten ging er nach León, kehrte dann für ein Jahr nach Valladolid zurück, bevor er nach Ciudad Real wechselte. Danach habe ich ihn für meine ersten drei Jahre wieder nach Szeged geholt. Er war auch mit mir in der spanischen Nationalmannschaft“, erinnert sich Pastor an gemeinsame Zeiten, in der er Parrondo noch als Spieler betreute. „Er leistet großartige Arbeit in Melsungen“, ergänzt Pastor, der im Hinspiel beim 29:29 in Kassel noch nicht an der Seitenlinie stand.

Die interne Torschützenliste des morgigen Gegners führt Dainis Krištopāns mit 131 Treffern an. Dahinter folgen Florian Drosten mit 115 Toren und Nikolaj Enderleit mit 90 Torerfolgen. Der 2,15 Meter große Linkshänder Krištopāns ist mit 100 Assists zugleich der beste Vorlagengeber seines Teams. Damit belegt er ligaweit vor dem letzten Spieltag Rang sieben in der Vorlagenstatistik. Vereinsintern folgen Olle Forsell Schefvert mit 62 und Enderleit mit 32 Torvorlagen. Abwehrchef Adrian Sipos weist mit 31 Blocks den viertbesten Wert der Liga auf. Darüber hinaus ist kein weiterer MT-Spieler in den individuellen Statistiken auf den vorderen Plätzen vertreten.

Mit 89 Treffern von der Siebenmeterlinie haben die Melsunger die drittwenigsten Siebenmetertore aller Bundesligisten erzielt. Ihre Erfolgsquote von 78,07 Prozent vom Strich ist jedoch die sechstbeste der Liga. Mit lediglich 55 Steals verzeichnet die MT den zweitniedrigsten Wert aller HBL-Teams. Dem gegenüber stehen 73 Blocks, womit die Nordhessen ligaweit den drittbesten Wert aufweisen.

Die 161 Gegentore aus dem Rückraum bedeuten den dritthöchsten Wert der Bundesliga. Offensiv erzielte die MT mit lediglich 109 Toren von den Außenpositionen die wenigsten Treffer aller Mannschaften. Defensiv gehört sie in diesem Bereich allerdings zu den besten Teams der Liga, denn mit nur 113 Gegentoren von außen musste sie den drittniedrigsten Wert hinnehmen. Am Kreis präsentiert sich Melsungen dagegen besonders stark: Mit 161 Treffern von der Kreisläuferposition rangiert die MT auf dem dritten Platz der Liga. Gleichzeitig kassierte sie mit lediglich 99 Gegentoren vom Kreis die wenigsten aller Bundesligisten. Verbesserungspotenzial besteht hingegen im Tempospiel gegen den Ball. Mit 94 Gegentoren nach Gegenstößen weist die MT hier den dritthöchsten Wert der Liga auf.

Für zwei Spieler aus dem aktuellen Kader der MT Melsungen bedeutet das morgige Spiel eine Rückkehr an ihre frühere Wirkungsstätte. Rechtsaußen und mittlerweile Kapitän der Nordhessen, Timo Kastening, wechselte 2008 in die C-Jugend der RECKEN-Schmiede. Dort durchlief er anschließend sämtliche Nachwuchsmannschaften des Vereins, dessen Nachwuchsarbeit seit Einführung des Jugendzertifikats im Jahr 2007 durchgehend mit dieser Auszeichnung für exzellente Nachwuchsförderung gewürdigt wurde. Beim derzeit einzigen niedersächsischen Bundesligisten schaffte er schließlich auch den Sprung zum Profi und zum deutschen Nationalspieler. Seit 2020 steht Kastening bei der MT Melsungen unter Vertrag.

Ein weiterer ehemaliger RECKE im Aufgebot der Gäste ist Vlad Kulesh. Der 2,06 Meter große Rückraumspieler lief von 2022 bis 2025 für die TSV Hannover-Burgdorf auf und wechselte vor dieser Saison nach Nordhessen. Der belarussische Nationalspieler unterschrieb zunächst einen Vertrag bis zum Jahresende 2025. Aufgrund seiner überzeugenden Leistungen im Trikot der MT wurde dieser jedoch bis zum Sommer 2026 verlängert. In den letzten Spielen stand er allerdings nicht im Spieltagskader. Kulesh wechselt zur neuen Saison zu Partizan Belgrad.

Die Bilanz gegen den amtierenden Sieger der EHF European League fällt aus Sicht der morgigen Gastgeber wenig erfreulich aus. In bislang 32 Bundesligaduellen zwischen beiden Mannschaften konnten die RECKEN lediglich neun Siege feiern. Vier Begegnungen endeten mit einem Unentschieden, während die Niedersachsen 19 Niederlagen hinnehmen mussten. Der letzte Erfolg gegen die MT Melsungen datiert vom 18. September 2022. Der bislang letzte Heimsieg gegen die Nordhessen liegt sogar noch länger zurück und wurde am 25. Februar 2021 gefeiert. Es ist also höchste Zeit, dass die beiden Punkte wieder in der RECKEN-Festung bleiben. Auch die beiden bisherigen Aufeinandertreffen im DHB-Pokal gingen jeweils an die Gäste aus Hessen.

Das Spiel wird wie gewohnt live und im Anschluss beim Streamingdienst Dyn übertragen.

Die Stimmen aus der Pressekonferenz bekommst du hier:

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