Nach dem deutlichen 37:27-Hinspielerfolg vor 2.907 Zuschauern in der Swiss Life Hall reist die TSV Hannover-Burgdorf nun nach Skopje. Dort wartet mit der „Avtokomanda“ eine nur rund 2.000 Zuschauer fassende, aber für ihre leidenschaftliche Atmosphäre berüchtigte Sporthalle. Matchwinner des Hinspiels war Torhüter Joel Birlehm, der mit 18 Paraden und einer Quote von 41 Prozent entscheidend zum Erfolg beitrug und direkt im Anschluss an die Begegnung betonte, dass es zwar eine gute Ausgangslage sei, man aber wisse, dass es in Skopje ein Hexenkessel werde.
Die RECKEN müssen im anstehenden Rückspiel definitiv auf Sommerneuzugang und erfahrenen European-League-Spieler August Pedersen verzichten. Der Norweger zog sich im Hinspiel am vergangenen Sonntag einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel zu und fällt damit vorerst aus.
Nach dem misslungenen Saisonauftakt gegen den VfL Gummersbach meldete sich die Mannschaft von Trainer Christian Prokop am zweiten Spieltag der Daikin Handball-Bundesliga zurück. Mit einem 33:29-Auswärtserfolg beim HSV Hamburg tankten die Niedersachsen neues Selbstvertrauen. Nun treffen sie auf die Mannschaft von Startrainer Kiril Lazarov, die sich intensiv auf das Rückspiel vorbereiten konnte. Da die Saison der heimischen Handball-Superliga noch nicht begonnen hat, markierte das Duell in Hannover das erste Pflichtspiel des HC Alkaloid in dieser Spielzeit. Das für Samstag angesetzte Rückspiel wird somit erst das zweite Pflichtspiel der Mannschaft sein. In der vergangenen Saison belegte das Team in der heimischen Liga den dritten Platz hinter RK Eurofarm Pelister Bitola und dem HC Vardar 1961 Skopje. In der Vorbereitung zeigte das Team aus der Hauptstadt jedoch bereits seine Qualitäten. Mit deutlichen Siegen, unter anderem 43:30 gegen RK Prilep, 49:32 gegen RK Dubocica, 34:32 gegen MRK Sesvete und 44:33 gegen RK Celje Lasko, untermauerten die Nordmazedonier ihre Ambitionen.
Auf die zuletzt gezeigte Deckungsarbeit im Hinspiel ebenso wie in der Partie gegen den HSV Hamburg lässt sich aufbauen. Nach dem Duell gegen die Hamburger hob Trainer Prokop die Leistung von Justus Fischer und Lukas Stutzke hervor, die über weite Strecken gemeinsam den Innenblock bildeten. Ebenfalls positiv ins Auge fiel der junge Rechtsaußen Daniel Weber. Er stand in der zweiten Halbzeit durchgehend auf dem Feld, erzielte sechs Treffer und vergab lediglich einen Wurf aus dem Spiel heraus. Der 22-Jährige blickt mit Vorfreude auf das Rückspiel auf dem Balkan, wie er jüngst gegenüber der Neuen Presse betonte.
Die RECKEN sollten insbesondere den isländischen Linksaußen Ulfar Pall Monsi Þordarsson im Blick behalten. Der 25-Jährige wechselte erst im Sommer aus seiner Heimat Island vom Hauptstadtverein Valur Reykjavík nach Nordmazedonien und überzeugte bereits am vergangenen Sonntag mit zehn Treffern. Er ist einer von nur zwei ausländischen Spielern im Kader. Neben ihm steht der Serbe Uroš Borzaš, der ebenfalls im Sommer neu zum Team stieß, zuvor jedoch bereits zwei Spielzeiten beim nordmazedonischen Verein RK Eurofarm Pelister Bitola verbracht hatte. Insgesamt hat die Mannschaft im Sommer durch acht Neuzugänge erheblich an Qualität gewonnen, darunter vier Spieler aus dem Kreis der nordmazedonischen Nationalmannschaft, die auch von Kiril Lazarov trainiert wird. Ebenfalls vielversprechend zeigte sich im Hinspiel der erst 21-jährige Torhüter Ivan Galevski, der sein Potenzial bereits aufblitzen ließ.
„Es tut mir leid, dass wir mit einem für mich unrealistischen und unerwarteten Unterschied von zehn Toren verloren haben. Es ist kein gutes Gefühl, einen Rückstand von zehn Toren aus Deutschland aufzuholen, aber wir werden uns bemühen, so viel wie möglich vor unserem Publikum zu zeigen und den mazedonischen Handball würdig zu präsentieren. Ich möchte ein komplettes Spiel sehen, ich habe den Spielern gesagt, dass sie ihr Herz auf dem Spielfeld lassen müssen, für uns, für das Projekt, für die Fans. Ich bin ein wenig enttäuscht, ich habe unruhige Nächte, aber solche Dinge passieren im Sport. Hannover hat sich in den Rhythmus der Bundesliga eingefunden, deshalb wird es für uns eine große Herausforderung. Ich hoffe, dass uns ein kompletter Kader zur Verfügung stehen wird. Wie das Spiel ausgeht, wird sich nach 60 Minuten zeigen. So sehr wir auch hoffen, wir treffen auf einen Gegner von höchster Qualität“, erklärte Lazarov auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel um den Einzug in die EHF European League.
Die Mannschaft von Christian Prokop verweilte nach dem Spiel gegen den HSV Hamburg noch eine Nacht in der Hansestadt und reiste am Donnerstag direkt weiter nach Skopje. Der ursprünglich für 15:45 Uhr angesetzte Abflug verzögerte sich jedoch auf 20:30 Uhr, sodass das Team erst deutlich später als geplant in der Hauptstadt und bevölkerungsreichsten Stadt Nordmazedoniens eintraf. Dort werden sie vor dem Spiel am Samstagabend um 19:30 Uhr am Freitag noch eine Trainingseinheit absolvieren. Das Spiel wird, wie bereits das Hinspiel, kostenpflichtig übertragen: https://live.hvnb-online.de/recken/games/g/4zsizj4t.