Die Recken Favicon

RECKEN wollen Grundstein für das Weiterkommen legen

Kategorien

Bereits vier Tage nach dem Bundesligaauftakt gegen den VfL Gummersbach bestreiten die RECKEN ihr nächstes Pflichtspiel. In der Swiss Life Hall empfangen sie am morgigen Sonntag um 17 Uhr den nordmazedonischen Vertreter HC Alkaloid zum Hinspiel der Qualifikationsrunde um die EHF European League. Das Rückspiel wird am Samstag, den 6. September, um 19:30 Uhr in Skopje ausgetragen.

Der HC Alkaloid ist im Vereinshandball vielen Handballfans aus Hannover vermutlich noch kein geläufiger Name. Dennoch dürfte den meisten der Name ihres Trainers Kiril „Kire“ Lazarov ein Begriff sein. Lazarov, geboren am 10. Mai 1980 in Sveti Nikole, damals Teil Jugoslawiens gehört zu den erfolgreichsten Spielern der Handballgeschichte.

Seit Februar 2021 ist Lazarov Trainer der nordmazedonischen Nationalmannschaft und übt diese Funktion zunächst auch als Spielertrainer aus. Seit August 2022 ist er zudem Trainer des HC Alkaloid, mit dem er 2024 erstmals den nationalen Pokal gewann.

Beim HC Alkaloid vertraut der 45-jährige Trainer in erster Linie auf einheimische Spieler aus Nordmazedonien. Von den insgesamt 23 bei der EHF für die Qualifikationsspiele gemeldeten Akteuren stammen lediglich zwei nicht aus dem Land: Rückraumspieler Uros Borzas aus Serbien sowie der isländische Linksaußen Ulfar Pall Monsi Thordarson.

Besonders stark ist die Mannschaft durch Nationalspieler geprägt. Gleich acht aktuelle Nationalspieler der nordmazedonischen Auswahl gehören dem Kader an: Torhüter Ivan Galevski, die Rückraumspieler Igor Gjorgiev, Ivan Djonov, Marko Mitev, Martin Serafimov und Martin Velkovski sowie die beiden Kreisläufer Marko Stojkovikj und Nikola Markoski.

Der HC Alkaloid wurde erst am 7. Juli 2021 gegründet und verfolgt ein klares strategisches Ziel, laut eigenen Website-Angaben: jungen Handballtalenten in Nordmazedonien die richtige Richtung zu geben und ihnen echte Chancen zur persönlichen und sportlichen Entwicklung zu bieten. Der Verein basiert laut eigenen Angaben auf Werten wie Professionalität, Integrität und strukturierter Arbeit und setzt sich dafür ein, Spitzenspieler mit starken Lebenswerten zu formen.

Der Verein gehört zu 100% den nordmazedonischen Großunternehmen und Namensgeber des Vereins Alkaloid. Es ist auf die Herstellung von Arzneimitteln, die Bearbeitung von botanischen Rohstoffen und die Herstellung von Kosmetik und chemischen Erzeugnissen spezialisiert. Beheimatet ist die Aktiengesellschaft in Skopje und unterhält über das Tochterunternehmen Alkaloid CONS Zweigniederlassungen in Serbien, Montenegro, Kosovo, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien, der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten.

In der Saison 2023/24 trat der nordmazedonische Handballclub erstmals in der Gruppenphase der EHF European League an. Ein Jahr später konnten die Spieler um Kiril Lazarov den EHF European Cup, den dritthöchsten europäischen Vereinswettbewerb, für sich entscheiden. Der Erfolg wurde jedoch von einem kontroversen Vorfall überschattet.

Im Finale gegen AEK Athen hatte Alkaloid das Hinspiel in Griechenland mit 29:25 gewonnen. Das Rückspiel in Skopje kam jedoch nie zustande, da die Athener Mannschaft um Ex-RECKEN Erik Schmidt das Spielfeld nicht betrat. Hintergrund war offenbar, dass viele Fans aus Griechenland nicht nach Nordmazedonien einreisen durften, was die Entscheidung des Vereins beeinflusste.

Die Europäische Handballföderation entschied daraufhin, das Rückspiel mit 10:0 für HC Alkaloid zu werten, wodurch der nordmazedonische Klub offiziell als Sieger des EHF European Cup Men 2024/25 feststand. Zusätzlich erhielt AEK Athen eine Geldstrafe von 20.000 Euro und eine zweijährige Sperre für alle EHF-Wettbewerbe.

Nach der Auftaktniederlage in der stärksten Liga der Welt gegen den VfL Gummersbach wollen die RECKEN nun ein anderes Gesicht zeigen. Vor heimischer Kulisse in der Swiss Life Hall soll den Fans attraktiver Handball geboten und zugleich ein wichtiges Polster für das Rückspiel in der kommenden Woche in Nordmazedonien erarbeitet werden. Cheftrainer Christian Prokop betonte bereits unmittelbar nach der Partie gegen Gummersbach die Bedeutung des anstehenden Spiels. Zwar sei im neuformierten Team noch nicht alles bei hundert Prozent, dennoch habe er viele positive Ansätze gesehen, die Mut für die kommenden Aufgaben machen. Gegen den HC Alkaloid aus Skopje möchte die TSV Hannover-Burgdorf nun den nächsten entscheidenden Schritt in ihrem Entwicklungsprozess gehen.

Tickets für die Begegnung sind weiterhin sowohl im Online-Ticketshop als auch an der Tageskasse erhältlich. Zudem wird das Spiel in einem kostenpflichtigen Livestream übertragen, in dessen Rahmen bereits vor Anpfiff ein Live-Interview mit Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, geführt wird.