Morgen um 15 Uhr kommt es für den einzigen niedersächsischen Bundesligisten am 14. Spieltag der Daikin Handball-Bundesliga zum Aufeinandertreffen mit dem SC DHfK Leipzig.
Insbesondere im Hinblick auf beide Cheftrainer ist es ein Wiedersehen mit dem alten Verein. RECKEN-Cheftrainer Christian Prokop coachte die Sachsen von 2013 bis 2017 und stieg mit dem Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur (kurz SC DHfK) nach der Saison 2014/15 als Zweitligameister in die Handball-Bundesliga auf. Einer der prägenden Spieler in dieser Zeit war der heutige Magdeburger Philipp Weber, der maßgeblich als bester Torschütze zum Aufstieg beitrug. Nach seiner Leipziger Zeit übernahm Prokop das Amt des Bundestrainers und wechselte zur Saison 2021/22 zu den RECKEN.
Sein Gegenüber Frank Carstens ist für die TSV Hannover-Burgdorf ebenfalls kein Unbekannter. Der 54-Jährige übernahm in der vergangenen Woche das Traineramt von Raúl Alonso in der einwohnerreichsten Stadt Sachsens. Carstens trainierte die TSV Hannover-Burgdorf von 2007 bis 2010 und führte die Mannschaft 2009 aus der zweiten Liga in die Handball-Bundesliga. Anschließend betreute er unter anderem den SC Magdeburg, prägte über Jahre hinweg GWD Minden und war später bei der HSG Wetzlar tätig. Vor seinem Engagement in Leipzig arbeitete der gebürtige Rotenburger kurzzeitig für den Los Angeles Handball Club in den USA.
Zeitgleich mit dem Trainerwechsel wurde vom Verein bekanntgegeben, dass auch Sportdirektor Bastian Roscheck von seinen Aufgaben beim Verein entbunden wurde. Roscheck, der als aktiver Handballspieler vor allem als Abwehrspezialist bekannt war, spielte von 2021 bis 2023 für die TSV Hannover-Burgdorf und zuvor von 2013 bis 2021 für den SC DHfK Leipzig.
Auch bei den Spielern gibt es ein Wiedersehen. Torhüter Domenico Ebner hütete das Tor der Niedersachsen von 2019 bis 2023, bevor er nach Leipzig wechselte. Vor kurzem gab der Verein bekannt, dass sich der italienische Nationaltorhüter zur neuen Saison dem TBV Lemgo Lippe anschließen wird. TSV-Torhüter Joel Birlehm spielte von 2019 bis Januar 2022 für die Sachsen und feierte dort sein Debüt in der Nationalmannschaft, bevor er zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte. Seit 2024 ist er für die RECKEN aktiv.
Der bisherige Saisonverlauf des morgigen Gegners ist sehr enttäuschend. Nach 13 absolvierten Spielen ist die Mannschaft noch sieglos und steht mit 2:24 Punkten am Tabellenende. Die beiden Pluspunkte stammen aus einem 24:24-Unentschieden bei FRISCH AUF Göppingen im September sowie einem 28:28 beim Bergischen HC Ende Oktober. In der heimischen Quarterback Immobilien Arena wartet die Mannschaft noch auf den ersten Punktgewinn.
Toptorschütze der Leipziger ist Blær Hinriksson, der im Sommer vom isländischen Verein UMF Afturelding verpflichtet wurde und bislang 59 Tore erzielt hat. Nationalspieler Franz Semper kommt auf 43 Treffer. Beide bleiben jedoch unter einer Wurfquote von 55 %. Zum Vergleich: Die führenden Torschützen der RECKEN präsentieren deutlich höhere Werte. So erzielte August Pedersen 61 Tore bei einer Trefferquote von 70,93 %, Marius Steinhauser 51 Treffer bei 68 % und Justus Fischer ebenfalls 51 Tore bei 80,95 %.
Bester Vorlagengeber der Leipziger ist der ebenfalls neu verpflichtete Mittelmann Ahmed Moustafa Khairi Nasralla, der vom ägyptischen Verein Al Ahly SC kam und 28 Assists verbucht, vor Hinriksson und Semper mit jeweils 18 Torvorlagen. Bei den RECKEN führt diese Kategorie Marian Michalczik mit 56 Assists an, vor Leif Tissier mit 32 Vorlagen und Renars Uscins mit 26 Torvorbereitungen.
Trotz der Verpflichtung des früheren Kieler Torhüters Tomáš Mrkva, der auf 48 Paraden bei einer Quote von 23,53 Prozent kommt, hat sich Ebner als Nummer eins in dieser Spielzeit bislang durchgesetzt. Der Italiener steht bei 99 Paraden und einer Quote von 27,58 %. Damit liegt er nahezu auf Augenhöhe mit Birlehm, der auf 91 Paraden und eine Quote von 27,25 % kommt.
Gutes Omen für die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt: Die letzten sieben Spiele gegen die Leipziger in der stärksten Liga der Welt gingen allesamt nicht verloren. Die jüngste Niederlage datiert vom 11. November 2021 und liegt damit über vier Jahre zurück, seinerzeit unterlag die TSV mit 25:32.
Trainer Prokop erwartet in seiner „alten Heimat“ ein „absolutes Kampfspiel“, denn die Leipziger werden beim Heimdebüt von Carstens besonders motiviert sein, den ersten Sieg der laufenden Bundesligasaison einzufahren.
Die Begegnung des 14. Spieltags wird wie gewohnt beim Streamingdienst Dyn übertragen. Ab 14:45 Uhr meldet sich Kommentator Markus Herwig live aus der Halle. Zudem wird die Partie kostenfrei auf WELT TV sowie auf SPORTBILD.de und BILD.de übertragen.