Nach der Länderspielpause geht es für die RECKEN in der Daikin Handball-Bundesliga mit einem echten Topgegner weiter. Am Donnerstagabend trifft die TSV Hannover-Burgdorf auswärts auf die Füchse Berlin. Anwurf der Partie ist um 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.
Einige der morgigen Kontrahenten standen sich bereits in der vergangenen Woche auf Länderspielreise gegenüber. Die deutschen Nationalspieler Renars Uscins und Justus Fischer absolvierten zwei Testspiele gegen Dänemark mit den Berliner Leistungsträgern Lasse Andersson und Mathias Gidsel. Der Welthandballer Gidsel kam allerdings nur im ersten Duell zum Einsatz. Auf deutscher Seite gehörten außerdem die Berliner Matthes Langhoff, Nils Lichtlein und Tim Freihöfer zum Aufgebot.
Auch die weiteren Nationalspieler der RECKEN waren erfolgreich unterwegs. Vilhelm Poulsen qualifizierte sich mit den Färöer Inseln gemeinsam mit Berlins Hákun West av Teigum für die Weltmeisterschaft. Gleiches gelang Thomas Solstad und August Pedersen mit der norwegischen Nationalmannschaft, in der auch Füchse-Spielmacher Tobias Grøndahl aktiv ist.
Der amtierende deutsche Meister aus der Hauptstadt belegt derzeit den dritten Tabellenplatz in der stärksten Liga der Welt. Der Rückstand auf Spitzenreiter SC Magdeburg beträgt zwar bereits acht Pluspunkte, doch Rang zwei und damit die direkte Qualifikation für die EHF Champions League bleiben in Reichweite. Die SG Flensburg-Handewitt liegt aktuell nur einen Pluspunkt vor den Berlinern, beide Teams treffen am letzten Spieltag direkt aufeinander.
Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Füchse ist ohne Frage Gidsel. Der 27-Jährige führt die Bundesliga-Torschützenliste mit 269 Treffern souverän an. Bemerkenswert dabei ist, dass der Däne keine Siebenmeter wirft. Hinter ihm folgen der ehemalige RECKE Kai Häfner mit 239 Toren (davon allerdings 129 Tore von der Siebenmeterlinie) sowie vereinsintern Andersson mit 127 Treffern und Freihöfer mit 124 Saisontoren.
Auch als Vorlagengeber zählt Gidsel mit 124 Assists zu den Besten der Liga und belegt damit Rang fünf. Noch vor ihm liegt trotz verletzungsbedingter Pause Marian Michalczik mit 129 Torvorlagen. Hinter Gidsel folgen bei den Berlinern Andersson mit 80 sowie Spielmacher Nils Lichtlein mit 43 Assists. Darüber hinaus führt Gidsel mit 20 Steals sowie 54 Tempogegenstoßtoren jeweils die Ligastatistik an.
Mit Dejan Milosavljev und Lasse Ludwig verfügen die Füchse zudem über das statistisch stärkste Torhüterduo der Bundesliga. Gemeinsam kommen beide auf 400 Paraden bei einer Fangquote von 30,86 Prozent, beides die besten Werte aller Torhütergespanne. Mit 1.068 erzielten Treffern stellen die Hauptstädter außerdem die beste Offensive der Liga. Auch bei den Steals und den Tempogegenstoßtoren belegt das Team von Cheftrainer Nicolej Krickau jeweils den Spitzenplatz. Diszipliniert präsentieren sich die Berliner ebenfalls: Mit lediglich 72 Zeitstrafen kassierten sie die zweitwenigsten der Liga. Auffällig ist allerdings die Defensive am Kreis, denn dort musste Berlin mit 156 Gegentoren ligaweit die meisten Treffer hinnehmen.
In der Bundesliga standen sich die TSV Hannover-Burgdorf und die Füchse Berlin bislang 32 Mal gegenüber. Die gerade Anzahl an Spielen ergibt sich durch den pandemiebedingten Saisonabbruch 2019/20 vor dem Rückspiel beider morgigen Kontrahenten. Mit bislang 22 Erfolgen spricht die Bilanz deutlich für die Berliner. Die RECKEN konnten sieben Siege feiern, drei Partien endeten unentschieden. Auch im Viertelfinale des EHF-Cups 2019 trafen beide Mannschaften aufeinander, damals setzte sich Berlin in beiden Begegnungen durch.
Der bislang letzte Sieg der Niedersachsen gegen den amtierenden deutschen Meister gelang in der vergangenen Saison. Im Hinspiel im September feierten die Niedersachsen einen 38:35-Erfolg. Überragender Akteur war damals Uscins mit elf Treffern, Fischer steuerte sieben Tore bei.
Nach dem heutigen Abschlusstraining macht sich das Team von Cheftrainer Juan Carlos Pastor, der am Montag seinen 58. Geburtstag gefeiert hat, auf den Weg in die Bundeshauptstadt und wird dort sich weiterhin gezielt auf den anspruchsvollen Gegner vorbereiten.
Wie gewohnt überträgt der Streamingdienst Dyn die Partie live ab 18:45 Uhr sowie anschließend auf Abruf.