Bereits vor dem Anpfiff war in der RECKEN-Festung ordentlich Programm geboten: Im Rahmen der Initiative RECKEN-verändern sowie durch den Verkauf des Sondertrikots der vergangenen Saison konnte im VIP-Talk eine von zwei Spende in Höhe von 6.195 € an Oberbürgermeister Belit Onay überreicht werden. Die Mittel kommen der Umweltbildungsarbeit des Nachhaltigkeitsbüros zugute, das mit seinen Angeboten einen bedeutenden Beitrag dazu leistet, Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt zu sensibilisieren. Zudem präsentierten sich vor Spielbeginn sowohl der Spieltagssponsor ROSSMANN als auch der hannoversche Wasserballverein Waspo 98 im Rahmen eines Interviews auf dem Spielfeld dem Publikum. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit ging es mit einem 14:15 in die Pause. In der zweiten Hälfte übernahm der deutsche Meister die Kontrolle und entschied die Begegnung letztlich mit 28:32 für sich.
Die mit 9.900 Zuschauern ausverkaufte Arena sah zu Beginn ein Duell auf Augenhöhe. Zwar gelang es Berlin beim 0:1 und 1:2 in Führung zu gehen, doch Torhüter Simon Gade stellte seine Klasse unter Beweis, als er nach 4:32 Minuten einen Siebenmeter von Tobias Grøndahl und nur 37 Sekunden später einen weiteren Versuch von Tim Freihöfer von der Siebenmeterlinie parierte. Spätestens nach der zweiten Parade war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Getragen vom Publikum gelang Justus Fischer nach 9:49 Minuten beim 5:4 die erste Führung, begünstigt durch eine starke Parade Gades zuvor gegen Kreisläufer Mijajlo Marsenic. Marsenic hatte obendrein Fischer bei dessen Treffer klar im Gesicht getroffen und erhielt folgerichtig eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Fischer behauptete die Führung für sein Team beim 6:5 nach 10:54 Minuten und beim 7:6 nach 11:38 Minuten. Anschließend drehte sich das Spiel erneut zugunsten der Hauptstädter. Zwei Paraden von Lasse Ludwig ebneten den Weg, sodass Hakun West av Teigum beim 7:8 noch vor Ablauf der ersten Viertelstunde den Spielverlauf für die Berliner wendete. Den Niedersachsen gelang es in der Folge zunächst den Rückstand nicht größer als ein Tor werden zu lassen, ehe Matthes Langhoff, der mit zehn erzielten Treffern bester Werfer war, beim 10:12 nach etwa einem Drittel des Spiels die erste Zwei-Tore-Führung des Abends erzielte. Beim 11:13 nach 23:15 Minuten, ebenfalls durch Langhoff, lag Berlin erneut mit zwei Treffern vorn. Danach folgte ein starker 3:0-Lauf der Gastgeber, die durch Tore von August Pedersen, Renars Uscins und Jonathan Edvardsson zwei Minuten und 18 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit 14:13 wieder die Führung gehen konnten. Es sollte jedoch die letzte Führung im gesamten Spiel bleiben. Besonders ärgerlich war, dass Ludwig kurz vor der Pause eine weitere Parade zeigte und Berlin einen letzten Angriff im ersten Durchgang erhielt, den Welthandballer Mathias Gidsel mit der Pausensirene zum 14:15 vollendete. Ludwig, der die kompletten 60 Minuten bestritt (bis auf einen Siebenmeter, bei dem er ausgewechselt worden ist), kam am Ende auf neun Paraden bei einer Quote von 26 %. Gade, der knapp 44 Minuten spielte, erreichte zwölf Paraden und eine Quote von 35 %. Die Torhüterleistung war somit keineswegs der ausschlaggebende Faktor.
Nach der spektakulären Halbzeitshow des „Feuerwerk der Turnkunst“ startete die zweite Hälfte für die TSV Hannover-Burgdorf weniger erfolgreich. Zwar erzielte Fischer, der in Abwesenheit von Thomas Solstad die Hauptverantwortung auf der Kreisläuferposition trug, nach 1 Minute und 15 Sekunden den Ausgleich zum 15:15, zugleich das letzte Unentschieden der Partie. Danach führten vermeidbare Fehler in der Offensive dazu, dass die TSV nach 33:18 Minuten beim Stand von 15:17 erneut zwei Tore zurücklag. Tissier nach 33:54 Minuten und Fischer nach 35:08 Minuten verkürzten beim 16:17 beziehungsweise 17:18 noch einmal auf einen Treffer, doch anschließend vergingen über sieben Minuten ohne Torerfolg, ehe August Pedersen nach 42:23 Minuten wieder traf. In dieser Phase setzte sich der Deutsche Meister ab, sodass Pedersens Treffer lediglich den Anschluss zum 18:22 bedeutete. Bereits in dieser Spielphase stellte Trainer Christian Prokop auf eine 3:2:1-Abwehr um, was unter anderem Gidsel zu einem Fehlwurf zwang. Berlin reagierte nach dem 18:22 mit dem siebten Feldspieler im Angriff für einige Angriffe. Die TSV Hannover-Burgdorf agierte nach einer Auszeit nach 45:26 Minuten ebenfalls phasenweise mit zwei Kreisläufern für einige Offensivaktionen. Beim 19:25 durch Langhoff gelang den Füchsen aus Berlin letztmals eine Sechs-Tore-Führung im gesamten Spiel. Eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen den ehemaligen RECKEN-Spieler Nejc Cehte 24 Sekunden nach dem Langhoff-Treffer nach 47:47 Minuten ermöglichte dem eingewechselten Joel Birlehm einen Treffer über das gesamte Spielfeld zum 21:25 nach 49:10 Minuten. Zuvor hatte Pedersen per Siebenmeter getroffen, der alle vier seiner Versuche von der Linie verwandeln konnte. Trotz einer direkten Roten Karte gegen Marian Michalczik nach 52:14 Minuten infolge des Videobeweises, nachdem er Gidsel im Gesicht traf, gaben die Männer von Prokop nicht auf. Pedersen verkürzte eine Minute und 25 Sekunden vor Spielende beim 27:30 nochmals auf drei Treffer Rückstand. Mit seinem Tor zum 28:32 vier Sekunden vor dem Ende setzte der norwegische Linksaußen schließlich den Schlusspunkt der Begegnung.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm (1), Leif Tissier (4), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (4), Maxim Orlov, August Pedersen (9), Marian Michalczik, Jonathan Edvardsson (2), Sindre Aho, Lukas Stutzke (1), Justus Fischer (6), Hannes Feise, Daniel Weber (1), Luis Rodriguez, Bela Wellmann
Bereits am Mittwoch steht für die TSV Hannover-Burgdorf das Auswärtsspiel in der Bundesliga bei der HSG Wetzlar auf dem Programm. Das nächste Heimspiel folgt am Sonntag, den 14. Dezember, um 16:30 Uhr, wenn in der RECKEN-Festung der TVB Stuttgart zu Gast sein wird.
Für das Spiel gegen die Süddeutschen können sich noch Karten im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.