RECKEN siegen deutlich in Wetzlar

Mit dem identischen Kader wie im Heimspiel gegen die Füchse Berlin am vergangenen Sonntag, somit weiterhin ohne Thomas Solstad (Rückenprobleme) und Kapitän Marius Steinhauser (Krankheit), trat die Mannschaft in Mittelhessen bei der HSG Wetzlar an. In der Buderus Arena verfolgten 3.169 Zuschauer die Partie, in der die Niedersachsen nach einer 19:10-Halbzeitführung einen souveränen 38:28-Erfolg feierten. Bester Werfer des TSV Hannover-Burgdorf war August Pedersen mit 12 Toren.

Gegen die Mannschaft von Cheftrainer Momir Ilić erwischten die RECKEN einen ausgezeichneten Start. Zwar ging die HSG früh durch Jona Schoch mit 0:1 in Führung, der einzigen im gesamten Spielverlauf, doch danach übernahm die TSV Hannover-Burgdorf vollständig die Kontrolle. Auf das 1:1 durch Renars Uscins nach 2:08 Minuten folgte eine Parade von Torhüter Simon Gade im nächsten Angriff der Gastgeber. Anschließend nutzte Justus Fischer nach ziemlich genau drei Minuten seine Chance und erzielte beim 2:1 die erste Führung der RECKEN. Zwar konnte Wetzlar beim 2:2 und 3:3 noch ausgleichen, doch dann begann eine beeindruckende 6:0-Phase, getragen von einer starken Abwehrleistung und einem erneut zuverlässigen Gade. Nach 14:16 Minuten vollendete der an diesem Abend äußerst treffsichere Pedersen den Lauf zum 9:3. Philipp Ahouansou verkürzte anschließend auf 9:4, doch eine weitere Gade-Parade ermöglichte es Pedersen, in der 17:07 Minute auf 11:4 zu erhöhen. Beim 14:5 durch Jonathan Edvardsson betrug der Vorsprung nach knapp 20 Minuten bereits neun Tore. Pedersen baute die Führung per Siebenmeter viereinhalb Minuten vor der Pause auf 17:7 aus. Edvardsson stellte beim 18:8 knapp eine Minute später erneut eine Zehn-Tore-Führung her. Den letzten Treffer der ersten Halbzeit erzielte wiederum Pedersen zum 19:10.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhte Fischer auf 20:10. Beide Torhüter, Anadin Suljakovic und insbesondere Gade, steigerten sich in dieser Phase deutlich. Bis zum 23:12 von Vilhelm Poulsen nach 36:19 Minuten sammelte Gade vier Paraden, sein Gegenüber drei. Insgesamt kam Gade am Ende auf zwölf Paraden bei einer Quote von 30 %. Beim 28:16 durch Pedersen in der 43:26 Minute, nach einem sehenswerten Pass von Gade über das gesamte Spielfeld, betrug die Führung der Niedersachsen sogar zwölf Tore. Gleiches galt für das 29:17 durch Daniel Weber nach 44:03 Minuten, das 30:18 durch Lukas Stutzke nach 44:32 Minuten sowie das 31:19 durch Sindre Aho nach 45:54 Minuten. Bereits zuvor, nach gut einem Drittel im Spiel, sah Georg Löwen nach Videobeweis durch die Schiedsrichterinnen Janz/Sug, die die Begegnung souverän leiteten, die glatt rote Karte, nachdem er Uscins im Gesicht getroffen hatte. In der Schlussphase leistete sich der TSV Hannover-Burgdorf eine schwächere Phase, wodurch Wetzlar bis auf 32:26 vier Minuten vor dem Ende herankam. Da Trainer Christian Prokop viel durchwechselte, erhielten auch die jungen Spieler wichtige Einsatzzeit. Maxim Orlov sowie die beiden Eigengewächse Luis Rodriguez und Bela Wellmann trugen sich in die Torschützenliste ein. Für Rodriguez und Wellmann, beide aus der RECKEN-Schmiede, war es jeweils der erste Bundesligatreffer, der von der Bank und den mitgereisten Fans begeistert bejubelt wurde. Rodriguez markierte zudem den letzten Treffer des Abends zum 38:28-Endstand.

„Wir hatten großen Respekt vor der Aufgabe heute. Die HSG Wetzlar hat in den letzten Spielen einen Aufwärtstrend gezeigt, ob in Stuttgart oder auch in Melsungen, wo Körperlichkeit und Kampfkraft vorhanden waren. Und natürlich war das heute so ein Spiel, in das wir mit sehr viel Einstellung hineingehen mussten. Ich will es nicht Charaktertest nennen, aber ich sage mal: Gegen Top-Teams braucht man nicht immer die größte Leidenschaft; da kommt vieles auch vom Glauben und von sich aus, und dann hat man manchmal Spielglück und zieht solche Spiele. Heute wussten wir, dass wir mit einer Niederlage aus dem Berlin-Spiel kommen, dass wir hier auf eine Mannschaft treffen, die sich im Abstiegskampf befindet und mit Sicherheit alles daransetzen wird, das Spiel zu gewinnen. Zudem haben wir gerade eine kleine Krankheitswelle. Das waren sicherlich Voraussetzungen, die besser hätten sein können. Aber die Truppe hat heute von der ersten – ja, über weite Strecken bis zur letzten Minute – eine ganz engagierte Leistung gebracht. Vor allen Dingen die defensive stand und das Tempospiel war sehr clever. Ich fand, im Angriffsspiel haben wir mit kleinen Leuten heute Wetzlar vor Probleme gestellt, sind immer wieder in die Tiefe eingedrungen oder haben Siebenmeter sicher verwandelt, sodass wir zur Pause natürlich eine komfortable Führung hatten. Und dann ist es so, dass es nicht ganz leicht ist – für beide Seiten sicherlich – dieses Spiel weiterzuspielen. Aber wir wollten die Punkte unbedingt, und dann bin ich froh, dass auch die zweite Reihe sich in der Schlussphase noch einmal absetzen und auszeichnen konnte“, freut sich Prokop auf der Pressekonferenz.

DIE RECKEN: Simon Gade (1), Joel Birlehm, Leif Tissier (3), Vilhelm Poulsen (3), Renars Uscins (3), Maxim Orlov (2), August Pedersen (12), Marian Michalczik, Jonathan Edvardsson (2), Sindre Aho (2), Lukas Stutzke (2), Justus Fischer (4), Hannes Feise, Daniel Weber (2), Luis Rodriguez (1), Bela Wellmann (1)

Lange Zeit zum Ausruhen bleibt dem einzigen niedersächsischen Bundesligisten nicht. Bereits am Sonntag, den 14. Dezember, geht es in der heimischen RECKEN-Festung in der stärksten Liga der Welt weiter. Um 16:30 Uhr empfängt die Mannschaft den TVB Stuttgart.

Für das Spiel gegen die Mannschaft von Ex-RECKEN Kai Häfner können sich noch Karten im Online-Ticketshop, über die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen gesichert werden.