Die TSV Hannover-Burgdorf hat den ersten Härtetest der Saisonvorbereitung gegen den TBV Lemgo Lippe mit 28:32 verloren. Zur Halbzeit betrug der Rückstand bereits 12:17. Die Begegnung fand, wie bereits das Testspiel gegen den TV Borken am Donnerstagabend, in der Mergelsberg-Sporthalle in Borken statt. Anlass war das 800-jährige Stadtjubiläum sowie das 100-jährige Bestehen örtlichen Handballabteilung.
Gegen den Bundesliga-Konkurrenten aus dem Lipperland startete Simon Gade im Tor. Auf den Außenpositionen begannen August Pedersen (links) und Marius Steinhauser (rechts), während im Rückraum Lukas Stutzke, Leif Tissier und Renars Uscins agierten. Am Kreis lief Justus Fischer auf. Anders als in den bisherigen Testspielen der noch jungen Saison rotierte Trainer Christian Prokop bereits in der ersten Halbzeit umfangreich durch und setzte bis auf die beiden Außenspieler Daniel Weber und Hannes Feise alle Feldspieler aus dem Kader ein. Der Auftakt verlief für die Niedersachsen alles andere als ideal. Bereits nach 5:13 Minuten sah sich Prokop beim Spielstand von 2:5 zu einer frühen Auszeit gezwungen. Diese zeigte zunächst Wirkung: Trotz einer Zeitstrafe gegen Stutzke nur rund 90 Sekunden nach der Auszeit, starteten die RECKEN einen 4:0-Lauf und glichen nach 10:40 Minuten durch Fischer zum 6:6 aus. In dieser Phase konnte sich besonders Gade mit wichtigen Paraden auszeichnen. Der letzte Ausgleich der gesamten Begegnung fiel in der zwölften Minute, als Neuzugang Pedersen per Siebenmeter zum 7:7 traf. In der Folge übernahm Lemgo erneut die Kontrolle, unter anderem dank starker Leistungen von Torwart Konstantin Möstl, der zahlreiche Würfe entschärfte. Hingegen schlichen sich im Angriffsspiel der Hannoveraner vermeidbare Fehler ein. Zudem musste Lukas Stutzke kurz vor der 15-Minuten-Marke seine zweite Zeitstrafe hinnehmen. Die Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen nutzte diese Phase konsequent und setzten sich über 7:10 und 8:11, jeweils durch Siebenmeter von Samuel Zehnder, auf drei Tore ab. In der 23. Spielminute verzeichnete die TSV Hannover-Burgdorf erstmals einen Rückstand von vier Toren beim 9:13. Zwar gelang es den RECKEN in der Folgezeit, den Abstand zeitweise auf drei Treffer zu verkürzen (10:13, 11:14, 12:15), doch eine nachhaltige Wende blieb aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schlichen sich erneut Unkonzentriertheiten und Fehler ein, was das Team von Florian Kehrmann konsequent auszunutzen wussten. Infolgedessen musste die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt mit einem 12:17-Rückstand den Gang in die Kabine antreten.
Mit Wiederanpfiff schickte Prokop sowohl Weber als auch Joel Birlehm ins Spiel. Letzterer stand nun dauerhaft zwischen den Pfosten, nachdem er im ersten Durchgang nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz gekommen war. Zwar erzielte der TBV Lemgo Lippe den ersten Treffer, doch die Defensive der RECKEN präsentierte sich zu Beginn der zweiten Hälfte deutlich stabiler. Birlehm konnte früh Paraden zeigen und gab seiner Vorderreihe damit die nötige Sicherheit, um sich Tor um Tor heranzukämpfen. Beim Spielstand von 17:19 setzte Lemgo auf das Sieben-gegen-Sechs-Überzahlspiel, doch auch hierfür hatte die Abwehr der RECKEN mittlerweile passende Antworten parat. Weber eroberte in der Defensive den Ball, und im direkten Gegenzug hatte Maxim Orlov die Chance, auf einen Treffer zu verkürzen. Allerdings scheiterte er an Urh Kastelic, der zur zweiten Halbzeit ins Tor der Lemgoer gekommen war. Die Partie bewegte sich in der Folge stets innerhalb eines Zwei- bis Drei-Tore-Rückstands für die RECKEN. Auch eine Zeitstrafe gegen den TBV-Neuzugang Joël Willecke, der Birlehm beim Torwurf am Kopf traf, konnten die RECKEN nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Nach knapp 45 Minuten Spielzeit nahm Trainer Kehrmann beim Stand von 21:23 eine Auszeit, in deren Rahmen beide Trainer zudem ein kleines Präsent vom Veranstalter überreicht bekamen. Ebenfalls kam Feise für Pedersen nun erstmals in die Begegnung, verteidigte fortan auf der Halbposition und wurde direkt mit einem Sieben-gegen-Sechs-Überzahlspiel der Lemgoer konfrontiert. Unmittelbar nach der Unterbrechung trat besonders Niels Versteijnen in den Vordergrund: Der Niederländer erzielte drei der vier folgenden Treffer bis zum Zwischenstand von 23:27 und stellte die TSV-Defensive vor Probleme. Die Partie blieb jedoch weiterhin offen. Feise verkürzte mit einem wichtigen Treffer auf 24:27 und nachdem sich Torhüter Birlehm erneut mit einer Parade auszeichnen konnte, brachte Weber die TSV Hannover-Burgdorf mit dem 25:27 wieder auf zwei Tore heran. In den letzten zehn Minuten fehlte der Mannschaft jedoch zum einen das nötige Quäntchen Glück, etwa bei einem Pfostentreffer von Stutzke , und zum anderen ließ die Präzision spürbar nach. Mehrfach fanden Anspiele an den Kreis nicht ihr Ziel, zudem schlichen sich Unkonzentriertheiten wie Schrittfehler ein. So endete die Partie mit einem verdienten 28:32-Erfolg für den Gegner.
„Wir hatten heute einen guten und intensiven Test gegen den TBV Lemgo. Leider haben wir den Start verschlafen, dort gerade in der Zweikampfführung oft das Nachsehen gehabt und ein, zwei Fehler zu viel gemacht, sodass Lemgo gleich einen Vier-Tore-Vorsprung herausgeworfen hat. Aber die Mannschaft hat sich gerade in der zweiten Halbzeit rangekämpft, sodass Lemgo nur Sieben gegen Sechs, natürlich als taktisches Mittel, dagegen gesetzt hat. Wir schaffen es leider nicht, aufgrund zu vieler technischer Fehler das Ergebnis enger zu gestalten. Es ist jetzt der Abschluss einer ersten intensiven Trainingswoche mit zwei Tests gegen niederklassige Mannschaften. Jetzt folgt der erste Test gegen ein Team aus unserer Bundesliga. Dementsprechend wissen wir, dass wir nächste Woche gerade bei Aufgaben wie Angriffsführung, aber auch im Abwehrbereich Steigerungsbedarf haben, um dann nächsten Samstag gegen den Champions-League-Sieger zu testen. Darauf freuen wir uns sehr. Das Spiel heute hat Freude gemacht, uns viele Erkenntnisse gegeben, und die Spielzeiten wurden gut verteilt“ resümiert Prokop nach Spielende.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (1), Vilhelm Poulsen (2), Renars Uscins (2), Maxim Orlov (2), August Pedersen (4), Marius Steinhauser (2), Sindre Aho (2), Lukas Stutzke (2), Thomas Solstad (1), Justus Fischer (4), Hannes Feise (1), Daniel Weber (5)