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RECKEN im Nachbarschaftsduell bei GWD Minden gefordert

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Nach den beiden jüngsten Erfolgen in der Daikin Handball-Bundesliga gegen den ThSV Eisenach sowie in der EHF European League gegen Fredericia Håndboldklub reist die TSV Hannover-Burgdorf mit entsprechendem Selbstbewusstsein zum Nachbarschaftsduell gegen GWD Minden.

Die Mindener tragen ihre Heimspiele derzeit in Lübbecke aus, da ihre eigentliche Spielstätte, die Kampa-Halle, umfassend renoviert wird. Die Wiedereröffnung war ursprünglich für Anfang September vorgesehen, wurde jedoch auf Dezember 2025 verschoben. Geschäftsführer Nils Torbrügge zeigte sich Anfang Juli auf der Vereinshomepage enttäuscht und erklärte, man sei fassungslos. Bis zuletzt sei signalisiert worden, dass der Zeitplan stehe, und eine derart gravierende Verzögerung so kurz vor dem ursprünglich angekündigten Übergabetermin nicht nachvollziehbar sei.

Sportlich betrachtet sicherten sich die Mindener den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Zwar stand der Bergische HC bereits vor dem Saisonfinale als Zweitligameister fest, doch die Mindener belegten vor dem 34. Spieltag lediglich den dritten Platz hinter dem TV 05/07 Hüttenberg. Den Hüttenbergern hätte aufgrund ihres besseren Torverhältnisses bereits ein Sieg zum Aufstieg genügt. Doch im Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen, die die Saison letztlich auf Rang 13 abschlossen, unterlagen die favorisierten Hessen überraschend mit 27:29. Gleichzeitig entschieden die Mindener ihr Duell beim TuS Ferndorf in einer hochdramatischen Partie knapp mit 31:30 für sich und durften kurz darauf den vielumjubelten Aufstieg feiern.

In der laufenden Spielzeit konnten die Mindener bislang lediglich drei Pluspunkte verbuchen. Sie feierten einen deutlichen Sieg mit sieben Toren beim Mitaufsteiger und diesjährigen DHB-Pokal-Achtelfinalgegner der RECKEN, dem Bergischen HC, und erreichten am ersten Spieltag ein Unentschieden gegen FRISCH AUF! Göppingen. Alle weiteren Partien gingen verloren. Dennoch sollte die TSV Hannover-Burgdorf gewarnt sein: Im abschließenden Testspiel der Saisonvorbereitung unterlag das Team um Kapitän Marius Steinhauser knapp mit 29:31 gegen die Nordrhein-Westfalen.

Mit Torhüter Malte Semisch und Mannschaftskapitän Malte Donker verfügt Trainer Aaron Ziercke über zwei echte Eigengewächse aus der RECKEN-Schmiede. Semisch steht bereits seit der Saison 2019/20 für GWD Minden auf dem Feld, während Donker erst vor dieser Spielzeit nach Minden wechselte und sofort das Amt des Kapitäns übernahm.

Neben Donker verstärken in diesem Sommer weitere Neuzugänge das Team: Karolis Antanavičius (Alpla HC Hard, Österreich), Tibor Ivanisevic (FRISCH AUF! Göppingen), Jakub Sterba (AV Hamm Westfalen), Morten Hempel Jensen (Skanderborg AGF Håndbold, Dänemark) sowie Daniel Astrup Pedersen (OV Helsingborg HK, Schweden). Im Laufe der laufenden Saison schloss sich zudem der ehemalige Hamburger Azat Valiullin den Grün-Weißen an.

Vor Beginn der Saison verließen mehrere Spieler den Klub: Kreisläufer Adam Nyfjäll, der erst während der vergangenen Saison von den RECKEN nach Minden gewechselt war, schloss sich dem TBV Lemgo Lippe an. Außerdem wechselte Luka Sebetic, ein Aufstiegsheld des Vereins, in die zweite Mannschaft, um sich stärker auf seine berufliche Zukunft zu konzentrieren. Darüber hinaus verließen Danilo Radovic, Carles Asensio Cambra, Lucas Grabitz und Benedek Eles den Verein.

Neuzugang Antanavičius führt mit bislang 42 Treffern die Torschützenliste des Aufsteigers an, weist jedoch eine Wurfquote von 48,28 % auf. Bei den RECKEN ist Steinhauser mit 46 Toren der erfolgreichste Schütze mit einer Effizienz von 68,66 %. Mittelmann Ian Weber führt mit 18 Torvorlagen nach neun gespielten Spielen für Minden die interne Assists-Liste an, während Marian Michalczik nach nur acht Spieltagen bereits auf 39 Torvorlagen kommt. Torhüter Semisch verzeichnet nach neun Partien 54 Paraden, zum Vergleich: RECKEN-Keeper Joel Birlehm kommt in lediglich acht Einsätzen bereits auf 63 gehaltene Bälle.

Mit Maxim Orlov, Michalczik und Birlehm stehen insgesamt drei aktuelle Spieler im Kader von Trainer Christian Prokop, die auf eine Mindener Vergangenheit zurückblicken können.

Die Bilanz der bisherigen 22 Bundesligaduelle spricht klar für die TSV Hannover-Burgdorf: Mit 13 Siegen und fünf Unentschieden mussten die Niedersachsen lediglich vier Niederlagen gegen GWD Minden hinnehmen. Die letzte Niederlage liegt bereits einige Zeit zurück und datiert aus der Rückrunde der Saison 2020/21, als man auswärts mit nur einem Tor unterlag.

Die Begegnung findet am morgigen Sonntag um 18:00 Uhr statt. Wie gewohnt wird das Spiel über den Streamingdienst Dyn übertragen. Ab 17:45 Uhr berichten Moderator Finn-Ole Martins und Kommentator Jarno Pusch live aus der Kreissporthalle Lübbecke.