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RECKEN gewinnen Pokalduell mit 15 Toren Vorsprung

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Vor knapp 1.000 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter wurde die TSV Hannover-Burgdorf ihrer Favoritenrolle gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen vollauf gerecht. Nach einer 21:13-Führung zur Halbzeit setzten sich die Niedersachsen am Ende souverän mit 38:23 durch und zogen damit in die dritte Runde des DHB-Pokals ein. Besonders erfreulich: Das Trainerteam nutzte die Gelegenheit, um allen Spielern aus dem Kader wertvolle Einsatzzeit zu geben.

Die RECKEN traten mit derselben Startformation im Angriff an, wie zuletzt in der Daikin Handball-Bundesliga gegen den HC Erlangen. Schon nach 2:20 Minuten gelang durch Treffer von Leif Tissier und August Pedersen die frühe 2:0-Führung. Doch anschließend schlichen sich im Angriff der Niedersachsen Fehler ein, die der Zweitligist eiskalt nutzte: Nach 3:45 Minuten übernahmen die Gastgeber beim 2:3 aus Sicht der Mannschaft von Christian Prokop erstmals die Führung. Nach einer Parade ihres Torhüters Christian Ole Simonsen erhöhte Jan-Christian Schmidt kurz darauf sogar auf 2:4 (4:10 Minuten). Im weiteren Verlauf zeigte aber auch der Dormagener Angriff Schwächen, sodass Pedersen beim 4:4 (5:10 Minuten) ausgleichen konnte. Nach der ersten Parade von Joel Birlehm brachte Justus Fischer die RECKEN beim 5:4 (6:10 Minuten) erneut in Führung, ehe Tissier diese nach einem weiteren Fehler der Hausherren auf 6:4 erhöhte (7:00 Minuten). Doch Dormagen hielt dagegen: Finn Schroven und Schmidt glichen beim 6:6 (8:50 Minuten) bzw. 7:7 (10:25 Minuten) wieder aus. Nun präsentierte sich die Abwehr der Niedersachsen stabiler. Gestützt durch Birlehm im Tor sorgte Pedersen nach einer weiteren Parade für die 9:7-Führung (11:40 Minuten). Trotz einer Zeitstrafe gegen den Linksaußen behaupteten die RECKEN ihre Zwei-Tore-Führung durch Treffer von Vilhelm Poulsen (10:8, 15:59 Minuten) und Fischer (11:9, 16:50 Minuten). Kurz darauf musste auch Marian Michalczik für zwei Minuten auf die Bank. Dormagen nutzte dies zum 11:11-Ausgleich durch Frederik Sondermann (17:51 Minuten) – es sollte jedoch das letzte Remis der Partie bleiben. Nach dem 12:11 durch Marius Steinhauser nahm Dormagens Trainer Julian Bauer beim Stand von 12:11 seine erste Auszeit, gefolgt von einer zweiten kurze Zeit später. Doch die gewünschte Wirkung blieb aus: Zwischen Bauers beiden Auszeiten (18:30 und 22:19 Minute) rührte die RECKEN-Abwehr um Lukas Stutzke Beton an, Birlehm parierte stark und der Bundesligist setzte sich auf 14:11 ab. Bauer reagierte mit dem konsequenten Einsatz des 7-gegen-6-Überzahlspiels bis zur Halbzeitpause, doch auch in Unterzahl in eigener Abwehr blieben die RECKEN nun die dominierende Mannschaft. In den letzten acht Minuten der ersten Halbzeit ließen sie lediglich zwei Gegentore zu, während der Angriff immer besser ins Rollen kam. Beim 20:12 durch Kapitän Steinhauser (28:50 Minuten) wuchs der Vorsprung erstmals auf acht Treffer an. Den Schlusspunkt einer torreichen ersten Hälfte setzte Fischer zum 21:13. Damit hatten die RECKEN die Partie nach ausgeglichener Anfangsphase klar an sich gerissen, auch wenn der Zweitligist lange mithalten konnte.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde der Klassenunterschied deutlich sichtbar: Erst nach fünfeinhalb Minuten musste die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt den ersten Gegentreffer hinnehmen. Zuvor war es ihr gelungen, den Vorsprung auf 25:13 auszubauen. Besonders auffällig präsentierte sich in dieser Phase Poulsen, der drei der vier ersten Treffer im zweiten Durchgang beisteuerte. Zudem glänzte Birlehm erneut vom mit Paraden: Nach 32:13 Minuten parierte er bereits seinen zweiten Strafwurf gegen seinen ehemaligen Lübbecker Teamkollegen Peter Strosack, nachdem er schon in der ersten Halbzeit (24:22 Minuten) einen Siebenmeter entschärfen konnte. Als Pedersen den Vorsprung nach 37:21 Minuten auf 27:14 erhöhte, nahm Trainer Bauer seine letzte Auszeit und appellierte noch einmal an seine Mannschaft. Mit zwei verwandelten Siebenmetern von Felix Elias Böckenholt verkürzte Dormagen anschließend auf 27:16. Doch Poulsen konterte diesen kurzen Lauf direkt mit zwei Treffern, sodass die Anzeigetafel nach knapp 40 Minuten ein 29:16 auswies. Der Vorsprung wuchs weiter und beim spektakulärsten Treffer des Pokalabends erhöhte Daniel Weber nach 42:39 Minuten nach einem perfekt gespielten Kempa-Trick mit Sindre Aho zum 30:16. Kurz zuvor hatte Birlehm nach knapp 42 Minuten das Tor für Gade geräumt. Mit 13 Paraden und einer starken Quote von 46 % hatte er maßgeblich zum Spielverlauf beigetragen. Auch Gade überzeugte in seiner Einsatzzeit mit vier Paraden und einer Quote von 40 %. Die Führung pendelte in der Folge zwischen zwölf und 13 Treffern. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Solstad (45:49) nutzte Prokop die Gelegenheit, um auch weiteren Spielern Einsatzzeit zu geben: Luis Rodriguez feierte sein Saisondebüt im RECKEN-Trikot, ebenso wie kurz darauf Johannes Thiel. Gemeinsam mit Weber und Hannes Feise standen damit gleich vier Eigengewächse der RECKEN-Schmiede auf dem Feld. Dormagen gelang es nun zu verkürzen: Kaj Kriescher traf nach 49:47 Minuten zum 32:22. Wenig später zeigte auch Gade, dass er Siebenmeter entschärfen kann, indem er gegen Böckenholt zur Stelle war. In den letzten fünf Minuten stellte Prokop auf das 7-gegen-6 im eigenen Angriff um. Den Schlusspunkt setzte schließlich Thiel mit seinem Premierentreffer für die Bundesligamannschaft zum 38:23-Endstand.

„Es hat uns heute viel Spaß gemacht. Wer es verfolgt hat, weiß: In der Liga sind wir gerade ein bisschen unzufrieden unterwegs. Das hat man am Anfang auch etwas gemerkt. Wir gehen zwar 2:0 in Führung, aber Julians Mannschaft ist sehr schnell mit dem 4:2 in Führung dabei – bis zur 20. Minute war es sehr ausgeglichen. Da hat man schon ein bisschen nachdenken müssen – nicht zweifeln, das nicht –, aber es ging nicht alles leicht von der Hand. Wir waren natürlich sehr froh über die letzten zehn Minuten vor der Pause, weil wir uns extrem in der Deckung gesteigert haben. Ex-Dormagener Lukas Stutzke vorneweg, der hinten hervorragend organisiert hat und auch das 6-gegen-7 aus unserer Sicht sehr gut umgesetzt hat. So konnten wir uns mit ein paar leichteren Toren etwas absetzen. Das tut jedem gut fürs Selbstbewusstsein. Mir war wichtig, dass die Mannschaft nicht nachlässt. Das hat sie in der zweiten Halbzeit über weite Strecken gut umgesetzt. Natürlich konnten wir dann auch allen Spielanteile geben, weil das Ergebnis deutlicher wurde. Aber Dormagen hat sich in keiner Weise aufgegeben. Es war ein schöner Handballabend und ich wünsche euch alles Gute“, äußert sich der Cheftrainer Prokop auf der anschließenden Pressekonferenz.

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (3), Vilhem Poulsen (7), Maxim Orlov (3), August Pedersen (7), Marius Steinhauser (5), Marian Michalczik (2), Sindre Aho, Lukas Stutzke (2), Thomas Solstad (2), Johannes Thiel (1), Justus Fischer (4), Hannes Feise, Daniel Weber (2), Luis Rodriguez

Nach dem Pokal-Spiel ist unmittelbar vor dem nächsten Spiel in der stärksten Liga der Welt: Bereits am Samstag, den 4. Oktober, ist die TSV Hannover-Burgdorf auswärts im Bundesligaduell in Göppingen gefordert. Genau eine Woche später, am Samstag, den 11. Oktober, um 18:00 Uhr, findet der nächste Heimspieltag in der RECKEN-Festung statt. Am Familien-Spieltag empfängt die TSV Hannover-Burgdorf den ThSV Eisenach.

Tickets für diese Begegnungen sowie alle weiteren Heimspiele in der Handball-Bundesliga und in der EHF European League sind bequem über den Online-Ticketshop, die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen erhältlich.