Die TSV Hannover-Burgdorf ist mit einem Auswärtssieg in die Gruppenphase der EHF European League gestartet. Gegen den dänischen Vertreter Fredericia Håndboldklub setzten sich die Niedersachsen trotz zwischenzeitlicher Spannung im zweiten Durchgang mit 31:29, nach einer 15:11-Halbzeitführung, durch und kehren mit zwei Punkten im Gepäck nach Deutschland zurück. Dabei trotzten sie insbesondere einer guten Leistung des Heimtorhüters Sander Drange Heieren, der 16 Würfe abwehren konnte.
Heiðmar Felixson, der wie bereits im Bundesligaspiel gegen den ThSV Eisenach den erkrankten Christian Prokop als Cheftrainer vertrat, durfte vor allem mit der ersten Halbzeit zufrieden sein. Neben Prokop fehlten auch Maxim Orlov und Sindre Aho krankheitsbedingt, während Renars Uscins weiterhin verletzungsbedingt pausieren musste. Dennoch lagen die RECKEN zu keinem Zeitpunkt des ersten Durchgangs in Rückstand und gaben die Führung nur beim 1:1 kurzzeitig aus der Hand. Felixson setzte auf die gleiche Startformation wie am vergangenen Wochenende, stellte jedoch im Tor Simon Gade anstelle von Joel Birlehm auf. Dieser zahlte das Vertrauen prompt zurück: Mit einer Parade leitete er bereits nach 9:01 Minuten die 5:1-Führung durch Justus Fischer ein. Fredericia reagierte mit einer dauerhaften Umstellung auf das 7-gegen-6-Überzahlspiel im Angriff. Doch auch in dieser Phase setzte Gade Akzente – nach 10:12 Minuten glänzte er erneut mit einer Parade und trug sich im Anschluss sogar mit einem Treffer ins verwaiste Tor der Dänen zum 7:2 in die Torschützenliste ein. Kurz darauf verbuchte der ehemalige RECKE Evgeni Pevnov seinen ersten Treffer der Partie, der nach 11:02 Minuten zum 7:3 traf. In der 15. Minute musste Marian Michalczik eine Zwei-Minuten-Strafe hinnehmen, wodurch es Fredericia gelang auf 9:6 zu verkürzen. Noch gefährlicher hätte es werden können, hätte Pevnov wenig später das durch die Zeitstrafe verwaiste Tor der Niedersachsen getroffen, anstatt knapp daneben zu werfen. Ein emotionaler Höhepunkt folgte kurz vor der 18. Minute: Jonathan Edvardsson feierte nach überstandener Brustmuskelverletzung sein Comeback, das von den zahlreich mitgereisten Hannoveraner Fans bejubelt wurde. Fredericia stellte die RECKEN-Abwehr zwischenzeitlich mit zwei Linkshändern im Rückraum vor zusätzliche Aufgaben und verkürzte durch Anders Kragh Martinusen (21:52 Minute) auf 10:8. Hannover antwortete jedoch souverän mit einem 2:0-Lauf durch August Pedersen und Lukas Stutzke zum 12:8 nach 24:45 Minuten. Kurz zuvor hatte Gade mit einer Doppelparade gegen Kasper Hugo Palmar und Martin Bisgaard seine gute Leistung im ersten Durchgang einmal mehr unter Beweis gestellt. Auch nach dem 13:9 durch Stutzke rund vier Minuten vor der Pause rückte der Torhüter erneut in den Fokus: Begleitet von lautstarken „Simon, Simon, Simon“-Sprechchören parierte er nach 26:47 Minuten einen Siebenmeter von Palmar. Mit einer verdienten 15:11-Führung ging es in die Halbzeitpause. Beinahe hätte Stutzke sogar noch mit einem direkten Freiwurf nach Ablauf der 30 Minuten erhöht, doch Heieren lenkte den abgefälschten Ball im letzten Moment an den Pfosten.
Die zweite Halbzeit versprach deutlich mehr Spannung – auch wenn es zunächst nicht danach aussah. Nach 33:44 Minuten erhöhte Justus Fischer auf 18:13 und stellte damit einen Fünf-Tore-Vorsprung her. Doch zwei technische Fehler im Angriff ermöglichten den Dänen binnen kürzester Zeit den Anschluss zum 18:16 (35:43 Minute). Edvardsson antwortete prompt und traf nur sechs Sekunden später zum 19:16. Beim Torwurf wurde er jedoch von Kasper Young Andersen im Gesicht getroffen. Die Schiedsrichter ahndeten das Foul konsequent mit einer direkten Roten Karte. Wer nun jedoch erwartete, dass Fredericia einbrechen würde, wurde eines Besseren belehrt: Die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt und Felixson sah sich beim Stand von 21:20 nach 40:41 Minuten gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Nach dieser Auszeit argierte auch seine Mannschaft die meiste Zeit im Angriff im Überzahlspiel mit zwei Kreisläufern. Zunächst konnte Hannover-Burgdorf die Führung behaupten, doch beim 22:22 durch Bisgaard (43:03 Minute) gelang Fredericia der erste Ausgleich seit dem 1:1. Kurz darauf brachte der frisch eingewechselte Birlehm neuen Schwung ins Tor der RECKEN: Nach knapp 45 Minuten parierte er erstmals gegen Rolando Uríos González und bejubelte nur wenige Sekunden später auf der Gegenseite das 24:22 durch Edvardsson. Dieser Zwei-Tore-Vorsprung sollte jedoch vorerst der letzte bleiben. Die Begegnung kippte zunehmend in Richtung der Gastgeber. Sieben Minuten vor Schluss erzielte Bisgaard beim 26:27 aus Sicht Hannovers die erste Führung für Fredericia. Letztmals gingen die Dänen nach 54:43 Minuten beim 27:28 in Front, durch ihren besten Torschützen des Abends, Mads Kjeldgaard Andersen, der insgesamt neun Treffer erzielte. Doch in der Schlussphase übernahm die TSV Hannover-Burgdorf wieder das Kommando. Zwei wichtige Paraden von Birlehm brachten die Niedersachsen zurück in die Spur und schließlich sorgte Daniel Weber mit seinem Treffer zum 31:29, nur zwei Sekunden vor dem Abpfiff, für die endgültige Entscheidung.
„Erstmal wieder eine Monster-Einstellungsleistung bei uns heute. Ich glaube, wir starten sehr konzentriert und sind auch sehr konsequent in unseren Abschlüssen. Dann verwerfen wir teilweise ein bisschen zu viel und das trägt sich so ein bisschen in die zweite Halbzeit über. Trotzdem finden wir immer starke Lösungen. Ich bin trotzdem unfassbar stolz auf die Jungs, dass sie nach dem Rückstand wieder das Spiel an sich gerissen haben. Das zeigt einfach den Charakter der Jungs, da es ein schweres Spiel war. Am Ende des Tages haben wir zwei Punkte und das wollten wir. Schöner hätte das vielleicht aussehen können, aber die Einstellung passt einfach zu 100 Prozent und darauf bin ich sehr stolz“, äußert sich der Ersatz-Cheftrainer Felixson im Anschluss an die Begegnung.
DIE RECKEN: Simon Gade (1), Joel Birlehm, Leif Tissier (3), Vilhem Poulsen (4), Thorge Lutze, August Pedersen (2), Marius Steinhauser (3), Marian Michalczik (3), Jonathan Edvardsson (3), Lukas Stutzke (3), Thomas Solstad, Johannes Thiel, Justus Fischer (6), Hannes Feise (1), Daniel Weber (2), Luis Rodriguez
Am Sonntag, den 19. Oktober, tritt die Mannschaft um Kapitän Marius Steinhauser auswärts gegen GWD Minden an. In der kommenden Woche stehen zwei Heimspiele auf dem Programm: Den Auftakt macht das European-League-Duell gegen Tatran Prešov am Dienstag, den 21. Oktober, um 18:45 Uhr in der Swiss Life Hall. Am Sonntag, den 26. Oktober, folgt um 16:30 Uhr in der ZAG Arena das Bundesligaspiel gegen den SC Magdeburg.
Tickets für diese Begegnungen sowie alle weiteren Heimspiele in der Handball-Bundesliga und in der EHF European League sind bequem über den Online-Ticketshop, die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen erhältlich.