Pedersen sichert den Auswärtssieg in der Schlusssekunde

Die TSV Hannover-Burgdorf sicherte sich in einer spannenden und hart umkämpften Partie einen 30:29-Auswärtssieg gegen den TBV Lemgo Lippe. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, die mit 14:14 endete, entschied das Team von Trainer Christian Prokop das Spiel schließlich knapp für sich. Mit zehn Treffern war August Pedersen der erfolgreichste Torschütze der Begegnung des 11. Spieltags, die wie der gesamte Spieltag unter dem Motto der Initiative Dyn Move Your Sport stattfand. Seit dem Sendestart im August 2023 haben Dyn-Abonnentinnen und Abonnenten die Möglichkeit, zehn Prozent ihres monatlichen Beitrags gezielt einer der fünf Dyn-Sportarten zukommen zu lassen – ganz einfach durch das Setzen eines Häkchens im persönlichen Profil. Die fünf Partnerligen haben sich verpflichtet die Dyn Move Your Sport-Prämie in die Förderung des Kinder- und Jugendsports zu investieren.

Die hannoversche Mannschaft sah sich von Beginn an mit vier Rückraumspielern des TBV Lemgo Lippe konfrontiert. Tim Suton und Henrik Wagner trafen früh, nach nur 2:28 Minuten, zur 2:1-Führung aus Sicht der Gastgeber, nachdem Jonathan Edvardsson zuvor den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt hatte. Über das 2:3 und 3:4 aus Sicht der RECKEN, beides Siebenmetertore von Pedersen, geriet das Prokop-Team nach 10:17 Minuten erstmals mit drei Treffern in Rückstand, beim 3:6 durch Wagner. Justus Fischer hatte jedoch die passende Antwort parat und verkürzte nur wenige Sekunden später auf 4:6. Als Simon Gade nach 11:17 Minuten einen Siebenmeter von Manuel Zehnder parieren konnte, bot sich die Chance zum Anschlusstreffer. Doch ein ärgerlicher Fehlpass im Angriff bescherte den Ostwestfalen erneut Ballbesitz. Nun zeigte sich jedoch die TSV-Abwehr deutlich wacher: Pedersen fing einen Pass ab und vollendete den anschließenden Tempogegenstoß selbst zum 5:6 (12:52 Minute). Die Mannschaft von Florian Kehrmann, die kurz zuvor auf eine Formation mit drei Rückraumspielern und dem ehemaligen RECKEN-Kreisläufer Adam Nyfjäll umgestellt hatte, setzte sich durch Zehnder beim 5:8 wieder etwas ab. Nach dem 7:9 durch Daniel Weber (16:16 Minuten) agierte die TSV in der Offensive weite Teile des ersten Durchgangs zunehmend im Sieben-gegen-Sechs mit zwei Kreisläufern. Die erste Aktion in Überzahl ging jedoch beinahe schief: Nach einem Ballverlust im Angriff verfehlte Zehnder das leere Tor der Niedersachsen nur knapp. Im Gegenzug traf Renars Uscins zum 8:9 (18:11 Minuten). Die TSV-Abwehr fand nun immer besser ins Spiel. Nach einer Parade von Gade gegen Suton war es erneut Pedersen, der per Siebenmeter zum 10:10 ausglich (21:32 Minuten) – der erste Ausgleich seit dem 1:1. Doch die Niedersachsen konnten daraus zunächst kein Kapital schlagen: Rund fünf Minuten vor der Pause traf Wagner zum 10:12, ehe Uscins knapp zwei Minuten später wieder den Ausgleich erzielte (12:12). Den letzten Treffer des ersten Durchgangs erzielte Leif Tissier kurz vor der Pause zum 14:14. Der Rückraumspieler feierte nach überstandener Muskelverletzung im Oberschenkel ein gelungenes Comeback und traf insgesamt fünf Mal ins gegnerische Gehäuse.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs konnte Joel Birlehm seine erste Parade feiern. Der Schlussmann war kurz vor Ende der ersten Halbzeit für Gade eingewechselt worden, der zuvor drei Paraden beisteuern konnte und damit das Torwartduell im ersten Durchgang gegen Urh Kastelic auf Lemgoer Seite (zwei Paraden) für sich entschieden hatte. Die Ostwestfalen brachten zur zweiten Halbzeit mit Constantin Möstl einen frischen Torhüter, der sich nach etwas mehr als vier Minuten, beim Spielstand von 16:16, erstmals auszeichnen konnte. Im direkten Anschluss leitete Bobby Schagen mit seinem Treffer zum 16:17 (34:42 Minute) den erneuten Rückstand der Niedersachsen ein. Zuvor gelang es durch Daniel Weber und Fischer beim 15:14 und 16:15 in Führung zu gehen. Und es kam noch schlimmer: Nach 38:17 Minuten erhöhte Suton im Zeitspiel auf 17:19 und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung für seine Mannschaft wieder her. Doch Birlehm hielt seine Mannschaft mit zwei Paraden innerhalb von nur eineinhalb Minuten im Spiel. Am Ende konnte er vier Parden beisteuern, Möstl nur zwei. Auch dadurch konnte Tissier nach 43:41 Minuten beim 20:20 ausgleichen, obwohl Pedersen zuvor per Siebenmeter nur die Latte getroffen hatte (43:07 Minute). Wieder war es Tissier, der in der 47. Minute mit seinem Treffer zum 22:21 die erneute Führung für die RECKEN erzielte. Der aus dem Feld torgefährlichste Lemgoer, Wagner, sorgte beim 23:23 nur zwei Minuten später noch einmal für den Ausgleich. In dieser Phase agierte die TSV Hannover-Burgdorf in der Abwehr immer offensiver, in einer Art 5:1-Formation mit Marian Michalczik auf der Spitze. Diese Umstellung zeigte Wirkung: Beim 25:23 durch Pedersen gelang den RECKEN erstmals in der Partie eine Zwei-Tore-Führung. Diesen Vorsprung hielten die Niedersachsen über das 26:24 durch Uscins (52:36 Minute), das 27:25 durch Tissier (53:30 Minute) und letztmals beim 28:26 erneut per Siebenmeter von Pedersen (55:18 Minute). Der Strafwurf war zuvor durch einen VAR-Einsatz entstanden, bei dem Suton eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. In einem Spiel zweier ebenbürtiger Gegner unterlief Tissier beim Stand von 28:27 ein technischer Fehler im Angriff, wodurch sich für Lemgo die Chance zum Ausgleich bot. Trainer Florian Kehrmann setzte nun ebenfalls auf das Überzahlspiel. Mit Erfolg: Joël Willecke stand goldrichtig und verwandelte nach einem zuvor geblockten Wurf von Lukas Hutecek zum 28:28 (57:40 Minute). Prokop nahm nach 58:11 Minuten seine letzte Auszeit. Im folgenden Angriff unterlief Edvardsson jedoch ein technischer Fehler. Doch dann die Schlüsselszene: Uscins rettete spektakulär, als er einen Wurf von Suton auf das leere Tor parierte (resultierend aus dem vorherigen technischen Fehler), da die TSV zu diesem Zeitpunkt selbst in Überzahl agierte. Angetrieben von dieser Aktion traf Uscins wenige Sekunden später selbst zum 29:28, bei nur 45 Sekunden auf der Hallenuhr. Es war der erste Treffer der RECKEN nach über vier Minuten ohne Torerfolg. Kehrmann nahm seine letzte Auszeit 27 Sekunden vor Schluss und Lemgo spielte den letzten Angriff perfekt: Ein sehenswerter Kempa-Trick von Suton auf Niels Versteijnen brachte acht Sekunden vor dem Ende den 29:29-Ausgleich. Doch die RECKEN blieben hellwach: Uscins sah den freistehenden Pedersen auf Linksaußen, der eiskalt vollendete und eine Sekunde vor der Sirene in den rechten oberen Winkel zum umjubelten 30:29-Sieg für die TSV Hannover-Burgdorf traf und sich für ein starkes Spiel belohnte.

Auf der anschließenden Pressekonferenz äußert sich Prokop wie folgt: „Ich freue mich natürlich, dass wir die zwei wichtigen Bundesligapunkte einfahren konnten. Die Vorzeichen vor dem Spiel könnten sicherlich konträrer nicht sein. Lemgo ist die Mannschaft der Stunde. Flo macht hier seit Jahren hervorragende Arbeit, und dieses Jahr haben sie noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht – was Effektivität, Intensität, Fehlervermeidung und Cleverness angeht. Ich will nicht sagen, wir sind das Gegenteil, aber wir haben einige Spiele durch große Naivität und Dinge weggegeben, die noch nicht so zusammenpassen, wie wir uns das sicherlich alle wünschen – zuletzt natürlich am Mittwoch im Pokal. Deswegen waren die Vorzeichen vielleicht klarer. Ich bin natürlich sehr froh über das Auftreten meiner Mannschaft, die sich heute wirklich 60 Minuten lang den Hintern aufgerissen und an den Plan gehalten hat. Es war ein intensives Spiel mit Diskussionen. Ich fand, dass wir trotzdem sehr, sehr bei uns geblieben sind, uns immer wieder auf den Sport, auf unsere Aufgaben und auf den Matchplan konzentriert haben – und die Belohnung dann in der 45. Minute bekommen, als wir in Führung gehen und eben nicht abreißen lassen. Das ist schon vielen Mannschaften in dieser tollen Halle hier passiert, und darauf bin ich sehr stolz, wie wir das gemacht haben. Wir verteidigen hervorragend, Marian Michalczik spielt eine fantastische Partie – gerade auf der Spitze, dann auch noch einmal mit der Sieben-gegen-Sechs-Variante. Aber es fehlt uns ein Stück weit Spielglück: Beim Zeitspiel, bei zwei bis drei Situationen, die wir eigentlich schon verteidigt haben, fällt der Ball dann doch noch irgendwie so, dass die Lemgoer schneller sind. Dann ist es am Ende ein absolutes Herzschlagfinale, bei dem wir uns eigentlich auf den Kempa vorbereitet hatten, aber Versteijnen so einen Dreimeter-Arm hat, dass wir das nicht hinkriegen. Ich bin froh, dass wir nicht lange hadern, sondern schnell antworten – mit einer guten Entscheidung und dem treffsicheren August Petersen heute. Das tut uns natürlich sehr gut, ändert aber nichts daran, dass wir uns weiter steigern müssen.“

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (5), Vilhem Poulsen, Renars Uscins (6), Maxim Orlov, August Pedersen (10), Marian Michalczik, Jonathan Edvardsson (4), Sindre Aho, Lukas Stutzke, Thomas Solstad, Justus Fischer (3), Hannes Feise, Daniel Weber (2), Bela Wellmann

Bereits schonwieder am Dienstag, den 11. November, um 20:45 Uhr ist die Mannschaft auf heimischem Boden gefordert: In der Swiss Life Hall kommt es zum Duell mit dem schwedischen Teilnehmer IK Sävehof, der in der European League ebenfalls noch ungeschlagen ist. Anpfiff der Begegnung ist um 20:45 Uhr.

Tickets für diese Begegnung sowie alle weiteren Heimspiele in der Handball-Bundesliga und in der EHF European League sind bequem über den Online-Ticketshop, die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen erhältlich. Ebenfalls kann seit dem letzten Freitag die Rückrunden-Dauerkarte erworben werden.