Gegen den amtierenden Sieger der EHF European League, MT Melsungen, kamen die RECKEN trotz einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung nicht über ein 32:32-Unentschieden hinaus. Vor 9.900 Zuschauern in der ausverkauften RECKEN-Festung führten die Niedersachsen zur Halbzeit mit 16:15. Bester Werfer der Begegnung des 34. Spieltags war MT-Kreisläufer Ruben Marchan, der mit elf Treffern kaum zu stoppen war.
Die Partie begann mit einem frühen Rückstand für die Gastgeber. Bereits nach 33 Sekunden traf die MT Melsungen zum 0:1. Doch ausgerechnet in seinem letzten Heimspiel für die TSV Hannover-Burgdorf sorgte Marius Steinhauser nach 1:39 Minuten mit dem 2:1 für die erste Führung der RECKEN. August Pedersen bestätigte diese wenig später per Siebenmeter zum 3:2 (3:07 Minute). Mit neun Toren war der Norweger bester Werfer der Gastgeber. Nach einem 2:0-Lauf aus Sicht der Gäste gerieten die Niedersachsen jedoch beim 3:4 durch Marchan in der 6:25 Minute erneut in Rückstand. Es sollte allerdings der letzte Rückstand der RECKEN in der ersten Halbzeit bleiben. Leif Tissier brachte seine Mannschaft nach 9:08 Minuten mit dem Treffer zum 6:5 wieder in Führung. Die Fans in der zum achten Mal in dieser Saison ausverkauften RECKEN-Festung feierten die Führung frenetisch. Nach fast exakt 15 Minuten erhöhte Pedersen auf 9:7 und sorgte damit erstmals für einen Zwei-Tore-Vorsprung. In der Folge bauten die Gastgeber ihre Führung weiter aus. Einen entscheidenden Anteil daran hatte Torhüter Joel Birlehm, der mit wichtigen Paraden ein sicherer Rückhalt war. Der Schlussmann kam im ersten Durchgang auf knapp 30 Prozent gehaltene Bälle, wobei sein Gegenüber Nebojsa Simic diesen Wert sogar leicht übertraf. Nach 60 Minuten entschied die MT Melsungen das Torhüterduell mit zwölf Paraden gegenüber acht auf Seiten der RECKEN für sich. Beim 11:8 durch Justus Fischer in der 17:18 Minute setzte sich die TSV Hannover-Burgdorf erstmals auf drei Treffer ab. Noch deutlicher wurde die Führung beim 13:9 durch Birlehm in der 20:46 Minute, der ins verwaiste Tor traf. Hintergrund war eine kuriose Szene wenige Augenblicke zuvor: Nach 19:47 Minuten erhielt Simic wegen Meckerns eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Gleichzeitig musste auch sein Ersatzmann Kristof Palasics aufgrund eines Wechselfehlers für zwei Minuten vom Feld. Als Pedersen in der 21:54 Minute zum 14:9 traf, betrug der Vorsprung sogar fünf Tore. Daraufhin reagierte Gästetrainer Roberto Garcia Parrondo mit einer Auszeit und stellte anschließend auf das Sieben-gegen-Sechs-Spiel um. Die taktische Umstellung zeigte Wirkung. Die MT Melsungen verkürzte den Rückstand kontinuierlich und kam sieben Sekunden vor der Halbzeitpause durch Aaron Mensing auf 16:15 heran.
Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die RECKEN zunächst den besseren Start. Jonathan Edvardsson erhöhte bereits 48 Sekunden nach Wiederanpfiff auf 17:15. Tissier stellte in der 34:51 Minute mit dem 18:16 erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung her. Danach fanden die Gäste jedoch immer besser in die Partie. Auch aufgrund eines zunehmend stärker werdenden Simic gelang der MT Melsungen durch Dainis Krištopāns der Ausgleich zum 18:18 (37:18 Minute). Das Spiel kippte jedoch zunächst nicht zugunsten der Nordhessen. Die RECKEN fanden immer wieder die passende Antwort auf die Ausgleichstreffer der Gäste und gingen in dieser Phase mehrfach mit einem Tor in Führung. Beide Mannschaften agierten dabei nahezu durchgehend im Überzahlspiel. So erzielte Edvardsson nach 44:12 Minuten den zwischenzeitlich letzten Führungstreffer der Gastgeber zum 22:21. Anschließend wechselte die Führung erstmals im zweiten Durchgang. Arnar Freyr Arnarsson traf zum 22:23 für die MT Melsungen (45:51 Minute). Die Antwort der RECKEN ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Justus Fischer brachte seine Mannschaft in der 47:14 Minute mit dem 24:23 wieder in Front. Der Kreisläufer entwickelte sich nun zu einer der prägenden Figuren der Schlussphase. Mit seinem dritten Treffer in Folge erhöhte Fischer in der 52:07 Minute auf 28:25 und stellte damit erneut eine Drei-Tore-Führung her. Doch die Gastgeber konnten diesen Vorsprung nicht über die Zeit bringen. Marchan glich 1:09 Minuten vor dem Ende zum 31:31 aus. Zwar gelang Edvardsson nach 59:34 Minuten noch einmal die Führung zum 32:31, doch die Gäste hatten die letzte Antwort. Im finalen Angriff der Begegnung und einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen traf Dimitri Ignatow zum 32:32-Endstand.
Nach dem Schlusspfiff wurde es noch einmal emotional in der RECKEN-Festung. Die scheidenden Spieler Sindre Aho, Thomas Solstad und Marius Steinhauser verabschiedeten sich von den Fans und wurden mit zahlreichen Geschenken bedacht. Neben den Fanclubs und den Patronatspaten ließ es sich auch der Verein nicht nehmen, den Spielern seine Wertschätzung auszudrücken und sich für die gemeinsame Zeit zu bedanken. Darüber hinaus dankte Geschäftsführer Eike Korsen dem ehemaligen Cheftrainer Christian Prokop, der die Mannschaft bis zur Rückrunde betreut hatte, sowie Maxim Orlov für ihre geleistete Arbeit. Auch Kult-Betreuer Arno Beker wurde offiziell verabschiedet. Der 75-Jährige beendet nach 17 Jahren seine Tätigkeit innerhalb der Mannschaft und erhielt einen würdigen Abschied.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm (1), Leif Tissier (4), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (3), August Pedersen (9), Marius Steinhauser (3), Bendix Dietzsch, Jonathan Edvardsson (4), Sindre Aho, Lukas Stutzke (2), Thomas Solstad, Justus Fischer (6), Daniel Weber, Luis Rodriguez, Fabrice Wolf
Wer in der kommenden Spielzeit kein Heimspiel der RECKEN verpassen möchte, kann sich seine Dauerkarte noch sichern. Darüber hinaus wird auch in diesem Jahr wieder das beliebte Blind-Date-Ticket für den ersten Spieltag angeboten. Damit sichern sich Fans ihren Platz für das erste Heimspiel der neuen Saison, ohne den Gegner und den genauen Spieltermin zu kennen (voraussichtlich zwischen dem 27. und 30. August 2026).