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Zum Auftakt des dreitägigen Turniers trafen die RECKEN im zweiten Spiel des Tages auf den dänischen Serienmeister Aalborg Håndbold, der nicht nur zuletzt zweimal in Folge den nationalen Titel holte, sondern in den vergangenen fünf Jahren auch mit zwei Finalteilnahmen in der Champions League für internationales Aufsehen sorgte. Mit dabei im Aalborger Starensemble: Juri Knorr, der in den vergangenen Jahren noch das Trikot der Rhein-Neckar Löwen in der stärksten Liga der Welt trug und nun zum dänischen Topklub wechselte. Die TSV Hannover-Burgdorf musste sich mit 35:37 geschlagen geben, nachdem zur Halbzeit bereits ein Rückstand von 13:19 zu Buche stand.
Zu Beginn vertraute RECKEN-Cheftrainer Christian Prokop auf den ehemaligen Aalborg-Torhüter Simon Gade, der vor seinem Wechsel in die niedersächsische Landeshauptstadt im Jahr 2023 drei Spielzeiten für den Verein aus der Region Jütland auflief. Auf den Außenpositionen standen August Pedersen und Marius Steinhauser, während im Rückraum Lukas Stutzke, Leif Tissier und Renars Uscins ins Spiel starteten. Die Kreisläuferposition wurde von Justus Fischer besetzt. Im Gegensatz zu den bisherigen meisten Vorbereitungsspielen verzichtete Prokop auf ein starr getaktetes Wechselkonzept in festen Intervallen und reagierte flexibel auf den Spielverlauf. Ein gelungener Auftakt gelang Uscins, der bereits nach 40 Sekunden zur 1:0-Führung traf. Es sollte jedoch die einzige Führung der Niedersachsen im gesamten Spielverlauf bleiben. In der Folge übernahm der dänische Turnierfavorit aus Aalborg das Kommando. Nach nicht einmal drei Minuten lagen die Niedersachsen mit 1:4 zurück. Dennoch gelang es den RECKEN, die in der Begegnung erstmals in den neuen Auswärtstrikots antraten, zunächst den Anschluss zu halten: August Pedersen verkürzte auf 3:4. In der anschließenden Phase tat sich die TSV-Offensive jedoch schwer. Bis zum 4:10 aus RECKEN-Sicht fehlte es an Durchschlagskraft und Genauigkeit im Angriff. Aalborgs Torhüter Fabian Norsten, der den verletzten ehemaligen Kieler und zweifachen Welthandballer Niklas Landin vertrat, parierte mehrfach stark, darunter auch einen Siebenmeter gegen Pedersen. Auf der Gegenseite hielt Gade mit drei wichtigen Paraden sein Team im Spiel, sodass Uscins seine Mannschaft beim Stand von 7:10 wieder in Schlagdistanz brachte. Die Möglichkeit, auf zwei Tore zu verkürzen, blieb ungenutzt. Stattdessen nutzte Aalborgs Spielmacher Thomas Arnoldsen einen Ballverlust im RECKEN-Angriff und stellte auf 7:11. Beim Stand von 7:12 nahm Prokop nach 18 Minuten seine erste Auszeit. Der eingewechselte Thomas Solstad verkürzte auf 8:12. Doch Aalborg blieb weiterhin dominant. Nach dem 8:14 lag die TSV Hannover-Burgdorf erstmals mit sechs Treffern im Rückstand. Bis zur Halbzeitpause gelang es den RECKEN mehrfach, auf fünf Tore zu verkürzen, doch die Gäste fanden stets eine Antwort und stellten den alten Abstand von sechs Toren immer wieder her. In der 29. Minute erhielt Sindre Aho eine umstrittene Zwei-Minuten-Strafe wegen angeblicher Schauspieleinlage, sehr zum Unmut des Trainerteams. Bereits zuvor hatte die TSV-Bank einige Entscheidungen der Unparteiischen kritisch gesehen. Knapp 20 Sekunden vor dem Pausenpfiff wurde auch Aalborgs Marinus Munk nach einem Gesichtstreffer gegen Renars Uscins für zwei Minuten vom Feld gestellt. Mit einem 13:19-Rückstand aus Sicht der RECKEN wurden die Seiten gewechselt.
Bereits ab Mitte der ersten Halbzeit hatte die TSV Hannover-Burgdorf auf eine offensivere Abwehrvariante umgestellt. Dennoch waren es die Gäste aus Aalborg, die den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten. Früh bauten sie ihren Vorsprung weiter aus und zogen auf sieben Tore davon. Beim Spielstand von 18:25 nach gut 38 Minuten war diese Differenz letztmals erreicht. Besonders bitter aus Sicht der RECKEN: Die Dänen agierten zu diesem Zeitpunkt in doppelter Unterzahl, nachdem sowohl Arnoldsen als auch Knorr jeweils eine Zeitstrafe erhalten hatten. Fischer erzielte im Anschluss das 19:25, ehe Joel Birlehm, zur zweiten Halbzeit ins Tor gewechselt, mit seiner ersten Parade für ein Signal sorgte. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es Pedersen, der mit einen seiner insgesamt neun Treffer den Rückstand auf 20:25 verkürzte. Nur eine Minute später parierte Birlehm erneut stark, und Daniel Weber traf im Gegenstoß zum 22:26. Aalborgs Trainer Simon Dahl nahm daraufhin nach rund 46 Minuten eine Auszeit. Direkt danach zeigten beide Torhüter wieder starke Leistungen. Birlehm, der nun spürbar besser ins Spiel fand, hielt bis zur 49. Minute zwei weitere Würfe. Solstad nutzte die Gelegenheit und brachte die RECKEN mit seinem Treffer auf 26:29 heran. Knapp elf Minuten vor dem Ende wurde Aalborgs auffälliger Arnoldsen mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Der junge Däne war augenscheinlich auf dem glatten Hallenboden ausgerutscht und hatte Weber im Sprungwurf zu Fall gebracht. RECKEN-Trainer Prokop reagierte und nahm bei exakt 50 Minuten und 21 Sekunden eine Auszeit. Offenbar hatte diese Wirkung, denn in der Schlussphase steigerten sich die Niedersachsen noch einmal deutlich. Erneut Weber war es, der beim 32:34 nach einem Ballgewinn in der Abwehr und dem folgenden Tempogegenstoß auf zwei Tore verkürzen konnte. Angetrieben von den lautstarken Fans in der Halle erhöhte die TSV Hannover-Burgdorf den Druck weiter. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende parierte Birlehm erneut stark, und Pedersen traf im Gegenzug zum 34:35. Kurz darauf traf Aalborgs Kreisläufer Felix Möller nur die Latte. Die Chance zum Ausgleich war da, doch ein technischer Fehler im folgenden Angriffspiel der RECKEN brachte die Dänen wieder in Ballbesitz. Mads Hoxer nutzte diesen und erhöhte auf 34:36. Tissier antwortete im direkten Gegenzug mit dem 35:36. Doch Aalborg spielte die verbleibenden Sekunden clever herunter, nahm noch eine Auszeit und kam kurz vor dem Schlusspfiff durch Hoxer zum 35:37-Endstand.
„Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten aufs Parkett gebracht, was die Leistung angeht. Positiv vorwegzunehmen ist, dass ich mit der Entwicklung nach der Pause sehr zufrieden bin. Die Mannschaft ist so aufgetreten, wie wir uns das auf die Fahnen schreiben: mit Emotionen, Körpersprache, hohem Teamgeist und einem enormen Laufeinsatz. Wir hatten die Chance, auf ein Unentschieden zu kommen, machen aber leichte technische Fehler, sodass wir das Spiel nicht gewinnen oder zumindest nicht unentschieden gestalten können und den Punkt somit nicht holen. Dennoch war es eine starke Aufholjagd in der zweiten Halbzeit. Über die erste Halbzeit muss sicherlich gesprochen werden. Wir starten mittlerweile zu häufig lethargisch in ein Spiel, haben keine richtige Killermentalität, verwerfen zu viele Bälle und bekommen in der Abwehr keine richtige Festigkeit hinein. Das Wochenende wird sehr wichtig sein, um unter Wettkampfbedingungen und unter Drucksituationen die guten Trainingsinhalte im Spiel umzusetzen. Ich hoffe, dass wir morgen von Beginn an mit der Leistung aus der heutigen zweiten Halbzeit weitermachen können“, so Prokop nach der Begegnung gegen den dänischen Meister.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (4), Vilhelm Poulsen, Renars Uscins (2), Maxim Orlov (1), August Pedersen (9), Marius Steinhauser (4), Marian Michalczik, Sindre Aho (2), Lukas Stutzke (1), Thomas Solstad (3), Justus Fischer (3), Hannes Feise (2), Daniel Weber (4)
Durch die Niederlage trifft die TSV Hannover-Burgdorf am Samstag um 17:30 Uhr auf den VfL Gummersbach, der sich mit einem klaren 42:29-Sieg gegen die Kadetten Schaffhausen durchgesetzt hat. Zuvor hatte bereits der HSV Hamburg Kolstad IL mit 40:33 geschlagen.