Vor 6.584 Zuschauern in der RECKEN-Festung musste sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 26:32 geschlagen geben. Bereits zur Pause lag die Mannschaft von Trainer Christian Prokop mit 10:15 zurück. Bester Torschütze der Niedersachsen war der norwegische Linksaußen August Pedersen mit acht Treffern.
Dabei begann die Partie zunächst vielversprechend: Der HC Erlangen eröffnete das Spiel, doch RECKEN-Keeper Joel Birlehm parierte den ersten Wurf gegen Marek Nissen. Im direkten Gegenzug zeigte sich Pedersen nervenstark und erzielte die frühe, zugleich einzige Führung für seine Mannschaft. Erlangen glich jedoch postwendend zum 1:1 aus – es sollte das einzige Unentschieden des gesamten Spiels bleiben. Anschließend übernahmen die Gäste das Kommando. Bereits nach knapp fünf Minuten stellte Antonio Metzner mit dem 1:3 auf eine Zwei-Tore-Führung für die Mittelfranken. In der Folge hielten die RECKEN den Rückstand zunächst in Grenzen und verkürzten mehrfach auf ein Tor. Doch beim 4:7 durch Yannik Bialowas (13:43 Minuten), der mit neun Treffern bester Schütze der Begegnung wurde und von Trainer Johannes Sellin nach Abpfiff ein Sonderlob erhielt, wuchs der Abstand erstmals auf drei Tore an. Dennoch hatten die Gastgeber in der Anfangsphase den auffälligsten Spieler mit Pedersen in ihren Reihen. Nach seiner Verletzung erstmals wieder von Beginn an eingesetzt, erzielte er beim 6:8 nach 16:18 Minuten bereits seinen fünften Treffer. Zuvor hatte Leif Tissier beim 4:5 (11:54 Minuten) den weiteren Treffer erzielen können. Nachdem Tissier auch zum 7:9 erfolgreich war (17:39 Minuten), startete der HCE einen 3:0-Lauf und setzte sich nach gut 21 gespielten Minuten erstmals mit fünf Toren auf 7:12 ab. Die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt konnte den Rückstand bis zur Pause mehrfach auf vier Tore verkürzen. So traf Vilhelm Poulsen nach 22:12 Minuten zum 8:12, Pedersen stellte nach 26:01 Minuten auf 9:13 und erneut Pedersen erzielte nach 29:17 Minuten das 10:14. Mit der Pausensirene erhöhte Andri Mar Runarsson schließlich auf 10:15. Der Rückstand war jedoch nicht auf eine herausragende Torhüterleistung zurückzuführen, im Gegenteil: Beide Torhüterduos verzeichneten jeweils lediglich drei Paraden. Ausschlaggebend waren vielmehr zahlreiche ungenaue Zuspiele und Torabschlüsse sowie eine aufmerksame Defensive der Gäste, die die Fehler konsequent erzwang.
Viele Zuschauer in der Halle dürften sich an das Hinspiel der vergangenen Saison gegen die Mannschaft um Kapitän Christopher Bissel erinnert haben. Auch damals lagen die RECKEN zur Pause mit fünf Treffern zurück, drehten die Partie jedoch in beeindruckender Manier und entschieden die zweite Halbzeit souverän mit 18:7 für sich. Dieses Mal sollte es allerdings nicht so weit kommen, auch wenn der Start in den zweiten Durchgang durchaus hoffnungsvoll war. Bereits nach 29 Sekunden erzielte Marian Michalczik das 11:15 und zwang den jungen Abwehrspieler Tobias Buck zu einer Zwei-Minuten-Strafe. Die TSV Hannover-Burgdorf verstand es jedoch nicht, die Überzahlsituation für sich zu nutzen und lag beim Ablauf der Strafe mit 12:17 im Rückstand. Zu allem Überfluss vergab Pedersen nach 34:02 Minuten bereits seinen zweiten Siebenmeter gegen Khalifa Ghedbane. Prokop, der mit Wiederanpfiff auf das 7‑gegen‑6-Überzahlspiel im Angriff setzte, wie bereits in der Schlussphase des ersten Durchgangs, sah sich nach 41:08 Minuten beim Stand von 14:20 gezwungen, seine dritte und damit letzte Auszeit der Partie zu nehmen. Was folgte, waren zunächst knapp drei Minuten ohne Tor. Poulsen traf nur die Latte, während Birlehm auf der Gegenseite parieren konnte. Zwischenzeitlich musste er gegen Simon Gade auf der Bank Platz nehmen, kehrte aber nach der Auszeit ins Tor zurück. Ein Pass zu viel im Zeitspiel wurde anschließend auf Seiten der Gastgeber weggepfiffen, ehe Nissen den Torloslauf mit dem Treffer zum 14:21 nach genau 44 Minuten beenden konnte. Hoffnung keimte noch einmal auf, als die TSV Hannover-Burgdorf einen 3:0-Lauf starten konnte und sich durch Justus Fischer nach 49:25 Minuten auf 18:22 zurückkämpfte. Bereits ab Mitte der zweiten Halbzeit verteidigten die Niedersachsen sehr offensiv und deckten teilweise Nissen und Metzner in Manndeckung. Nachdem Lukas Stutzke nach VAR-Überprüfung seine dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte kassierte (52:21 Minute), gelang es den RECKEN letztmalig, durch Daniel Weber knapp drei Minuten vor dem Ende auf vier Tore beim 23:27 zu verkürzen. Bis zum Ende der Begegnung konnte der HC Erlangen den Vorsprung jedoch noch auf den Endstand von 26:32 ausbauen.
DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (6), Vilhem Poulsen (2), Maxim Orlov, Ole Kurok, August Pedersen (8), Marius Steinhauser (1), Marian Michalczik (1), Sindre Aho (3), Lukas Stutzke, Thomas Solstad, Johannes Thiel, Justus Fischer (4), Hannes Feise, Daniel Weber (1)
Die TSV Hannover-Burgdorf steht nun vor zwei aufeinanderfolgenden Auswärtspartien: Zunächst am 1. Oktober im DHB-Pokal bei der TSV Bayer Dormagen, anschließend am 4. Oktober in der stärksten Liga der Welt beim Gastspiel in Göppingen. Das nächste Heimspiel in der RECKEN-Festung findet am Samstag, den 11. Oktober, um 18:00 Uhr statt. Gegner ist der ThSV Eisenach mit dem ehemaligen RECKE Vincent Büchner.
Tickets für diese Begegnungen sowie alle weiteren Heimspiele in der Handball-Bundesliga und in der EHF European League sind bequem über den Online-Ticketshop, die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) sowie an ausgewählten Vorkaufsstellen erhältlich.