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Nichts zu holen im hohen Norden

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Die TSV Hannover-Burgdorf unterlag im Auswärtsspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 29:37. Zur Halbzeit lag das Team bereits mit 13:18 zurück. Erstmals in den Kader von Christian Prokop berufen wurde der 2008 geborene deutsche U-Nationalspieler Bendix Dietzsch. Im vergangenen Jahr erreichte der Linksaußen aus der RECKEN-Schmiede den zweiten Platz bei der deutschen B-Jugendmeisterschaft.

Prokop, der weiterhin auf die beiden verletzten Spieler Jonathan Edvardsson und August Pedersen verzichten musste, musste nun auch Lukas Stutzke auf die verletzten Liste setzen. Der Rückraumspieler hatte sich bereits im vergangenen Bundesligaspiel gegen den HSV Hamburg eine Verletzung an der Zunge zugezogen und obendrein in Skopje sich eine Kopfplatzwunde zugezogen. Trotz dieses personellen Rückschlags gelang den RECKEN nach 2:25 Minuten durch Renars Uscins die 1:0-Führung. Doch dieser Anfangserfolg sollte nicht lange Bestand haben. Bereits nach 6:12 Minuten erhöhte SG-Neuzugang Kent Robin Tønnesen aus Sicht der Niedersachsen auf 1:5, sodass Prokop gezwungen war, früh seine erste Auszeit zu nehmen. Während Flensburg sich auf die Paraden von Torhüter Benjamin Burić stützen konnte, leisteten sich die RECKEN im Angriff zahlreiche Ungenauigkeiten. Immer wieder fanden Pässe nicht den Mitspieler, aber auch Flensburg blieb von technischen Fehlern in Durchgang eins nicht verschont. Allerdings kompensierten die Gastgeber aus dem hohen Norden diese Schwächen mit einem schnellen Rückzug in die Abwehr, wodurch sie viele Nachlässigkeiten wieder ausgleichen konnten. Die Defensive der RECKEN hingegen fand zunächst keinen Zugriff, im Angriff häuften sich zudem die Fehler und Offensivfouls. Nach 12:34 Minuten stellte Domen Novak, ein weiterer Neuzugang im SG-Trikot, beim Stand von 3:10 bereits eine Sieben-Tore-Führung her. Prokop reagierte abermals und nahm nur wenige Sekunden später seine zweite Auszeit. Zudem ersetzte Simon Gade im Tor Joel Birlehm, der bis dahin lediglich eine Parade verbuchen konnte. Nach einem Stürmerfoul von Simon Pytlick verwandelte Marius Steinhauser auf der Gegenseite zum 4:10 (14:09 Minuten). Der Rechtsaußen war in dieser Phase der auffälligste Spieler seiner Mannschaft und erzielte in der ersten Halbzeit insgesamt sieben Treffer, mehr als die Hälfte aller RECKEN-Tore bis zur Pause. Am Ende war der RECKEN-Kapitän mit neun Toren bester Werfer der Begegnung an seiner alten Wirkungsstätte. Gemeinsam mit Linksaußen Hannes Feise gelang es ihm, erstmals in der Partie zwei Tore in Folge zu erzielen, sodass die Niedersachsen nach 16:44 Minuten auf 6:11 verkürzen konnten. Nach einem Gesichtstreffer erhielt Feise eine Zweiminutenstrafe, wodurch Dietzsch früh zu seinem Bundesligadebüt kam. In der Abwehr stellte er sich dabei direkt dem dänischen Nationalspieler Niclas Kirkeløkke und wusste gleich mit robustem Einsatz zu überzeugen. Offensiv gelang es der TSV Hannover-Burgdorf, den zwischenzeitlichen Rückstand von sechs Toren mehrfach auf fünf Treffer zu verkürzen: So traf Justus Fischer nach einem sehenswerten No-Look-Anspiel von Leif Tissier zum 7:12 (18:51 Minute), ehe Steinhauser wenig später zum 8:13 einnetzte (21:32 Minute). In der 24. Spielminute brachte Steinhauser die Niedersachsen per Siebenmeter sogar wieder bis auf vier Tore heran (9:13, 23:19 Minute). Nach 25:20 Spielminuten wurde Thomas Solstad aufseiten der Niedersachsen mit einer Zeitstrafe belegt. Nur wenige Sekunden später folgten weitere Strafen: zunächst Blaž Blagotinšek in der 25:33 Minute, anschließend Tønnesen in der 25:53 Minute. Trotz dieser doppelten Unterzahl behauptete sich der amtierende Sieger der European League und überstand die kritische Phase mit einem Zwischenstand von 10:15. Direkt nach Ablauf der zweiten Strafe der Heimmannschaft erhöhte Lasse Møller in der 27:56 Minute auf 16:10. Sekunden vor der Pause verkürzte Steinhauser per Siebenmeter zum 13:18-Halbzeitstand.

Nach dem Wiederanpfiff setzten sich die Flensburger mit einem 4:0-Lauf ab. Burić parierte dabei zunächst einen Siebenmeter und glänzte zudem mit einer weiteren starken Aktion aus dem Spiel heraus. Gleichzeitig unterlief der RECKEN-Offensive erneut ein individueller Fehler. Erst nach viereinhalb Minuten im zweiten Durchgang gelang Marian Michalczik der erste Treffer für die TSV zum 14:22. Nach der erstmaligen Zehn-Tore-Führung durch Marko Grgić zum 14:24 sah sich Trainer Prokop in der 36. Spielminute (36:18) erneut gezwungen, eine und damit auch die letzte Auszeit zu nehmen. Im Anschluss stellte er den Rückraum um und brachte mit Maxim Orlov, Sindre Aho und Vilhelm Poulsen drei Spieler, die bis dahin kaum oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren. Doch auch diese Wechsel brachten nicht die erhoffte Wende: Bereits in der 37:21 Minuten erhöhte Pytlick auf die erste Zwölf-Tore-Führung zum 14:26. Dank einer Parade von Birlehm konnten Poulsen und Steinhauser die RECKEN nach rund 40 Minuten beim Stand von 16:26 noch einmal auf zehn Treffer heranbringen. Doch nur eine Minute später stellte SG- und Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla mit dem 16:28 den alten Zwölf-Tore-Abstand wieder her. Letztmals konnten die Gastgeber beim 19:31 durch Pytlick nach 45 Spielminuten diesen Vorsprung herauswerfen. Nach dem 21:31 durch Uscins (47:46 Minuten) und dem 22:32 durch Orlov (48:32 Minuten), der damit sein erstes Bundesligator im Trikot der RECKEN erzielte, konnte Uscins in der 53. Minute zum 23:33 nachlegen. Mit dem ersten und einzigen 3:0-Lauf der Partie gelang es der TSV Hannover-Burgdorf nach 54:51 Minuten, durch erneut Uscins, das Ergebnis etwas zu korrigieren und auf 25:33 zu verkürzen.  Der Rückstand von acht Treffern blieb jedoch bis zum Schlusspfiff bestehen. Für einen besonderen Moment in der Schlussphase sorgte Eigengewächs Dietzsch, der per Siebenmeter sein erstes Bundesligator bejubeln konnte – wie einst Daniel Weber, der ebenfalls in Flensburg debütierte und direkt treffen konnte. Weber setzte schließlich auch den Schlusspunkt der Partie mit dem letzten Treffer zum 29:37-Endstand.

„Das Fazit ist enttäuschend für uns, es hat heute keinen Spaß gemacht, hier in der Hölle Nord zu spielen. Flensburg war richtig on fire. Burić in der ersten Halbzeit im Tor und die ganze Wucht, die sie entfacht haben, konnten wir nicht verteidigen. Wir fangen zu schwach in der Deckung an, und wir finden auch im Angriff nicht die entsprechenden Lösungen, gewinnen zu wenig Zweikämpfe oder verwerfen, scheitern an Burić – und dann setzt ein bisschen Frustration bei uns ein. Wir verlieren unsere Linie, suchen nach neuen Möglichkeiten, aber beim 10:3 sind schon viele Messen gesungen. Dann ging es darum, dass wir uns zur Pause noch rankämpfen. Das haben wir ein Stück weit geschafft: Mit fünf Toren Rückstand gehen wir nach dem Siebenmeter von Steini in die Pause. Leider war das Spiel innerhalb der ersten fünf bis sechs Minuten nach der Pause schon entschieden, sodass wir hier keine Chance mehr auf Zählbares hatten. Wir verteidigen nur noch den ersten Angriff gut, aber Grgić erzielt dann einen Sonntagsschuss in den Winkel, und vorn lassen wir erneut Chancen liegen. Am Ende kamen noch junge Spieler oder solche, die bisher nicht so viel gespielt haben, zum Einsatz – sie haben versucht, das Beste daraus zu machen. Es ist für uns sehr enttäuschend, dieser Auftritt, weil wir zu mehr imstande sind. Aber wir wissen auch, was wir brauchen, um in dieser Liga um Punkte mitzuspielen und das war heute von uns allen zu wenig“, so Prokop in der anschließenden Spieltags-Pressekonferenz.

DIE RECKEN: Simon Gade, Joel Birlehm, Leif Tissier (2), Vilhem Poulsen (1), Renars Uscins (5), Maxim Orlov (2), Marius Steinhauser (9), Bendix Dietzsch (1), Marian Michalczik (1), Sindre Aho (3), Thomas Solstad (1), Justus Fischer (2), Hannes Feise (1), Daniel Weber (1), Luis Rodriguez

Am Donnerstag, den 18. September, um 19:00 Uhr empfängt die RECKEN-Festung den THW Kiel zu einem spannenden Heimspiel. Bereits am Sonntag, den 21. September, um 16:30 Uhr kommen die Rhein-Neckar Löwen nach Hannover und sorgen für das nächste Highlight. Abgeschlossen wird das Heimspieltriple am Freitag, den 26. September, um 19:00 Uhr gegen den HC Erlangen. Die Mannschaft freut sich über jede Unterstützung von den Rängen.

Tickets für diese Begegnungen sowie für alle weiteren Heimspiele, einschließlich der Partien in der European League, können bequem über den Online-Ticketshop, die Ticket-Hotline (01806 70 77 70), in der Geschäftsstelle (Expo Plaza 7, 30539 Hannover) und an ausgewählten Vorkaufsstellen erworben werden.