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"Zufrieden, aber nicht glücklich"

Kaum hat die Bundesliga-Saison richtig angefangen, ist auch schon wieder Nationalmannschaftspause. Mit bisher zwei Siegen hat die TSV Hannover-Burgdorf den besten Bundesliga-Start seit dem Aufstieg 2009 hingelegt. "Ich bin zufrieden, weil 4:6 Punkte sicherlich bis zu dieser spielfreien Pause das Ziel waren, das wir erreichen wollten. Wir haben im Gegensatz zum letzten Jahr diesmal die Spiele gewonnen, die wir gewinnen mussten", zieht der RECKEN-Trainer ein positives Fazit nach den ersten fünf Spielen. Im Exklusiv-Interview spricht Nordmeyer über den bisherigen Saisonverlauf, einen Youngster und die spielfreie Zeit.

Mit etwas zeitlichem Abstand zum HSV-Spiel: War für die TSV mehr drin? Woran ist es gescheitert?

"Wir waren zweimal im Spiel mit drei Toren in Führung gelegen und haben diese wieder abgegeben. Wir haben sehr schwach in Überzahl gespielt und dann in der zweiten Halbzeit einfach zu viele Fehler gemacht. Über das ganze Spiel betrachtet hat man gesehen, dass es spielerisch keinen Qualitätsunterschied gegeben hat zwischen dem HSV und uns, das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist aber, dass es bei uns teilweise dann an Wurfqualität mangelt, weshalb wir einige Bälle gegen Dan Beutler verworfen haben, die wir nicht unbedingt verwerfen müssen und manchmal auch in der Wurfauswahl unglücklich agiert haben. Am Ende machen diese Würfe den Unterschied und sind die Ursache dafür, dass das Ergebnis mit 26:30 eigentlich zu hoch ausgefallen ist. Von der Substanz her waren sie nicht besser."

Was sagst du zur Leistung vom Youngster und Johannsen-Ersatz auf Rechtsaußen Hendrik Pollex?

 "Man muss das im richtigen Verhältnis sehen. So ein Spiel kann gut oder schlecht laufen, und bei ihm ist es super gelaufen. Er hat kaum Fehler gemacht, vorne alles getroffen und auch hinten hat er recht gut gedeckt. Die Treffer aus dem Gegenstoß gegen uns waren weniger seine Fehler, sondern lagen eher darin begründet, wie wir die Bälle im Angriff abgegeben haben. Da war es eigentlich fast unmöglich für ihn, das zu verteidigen. Aber es ist natürlich nur ein Spiel, keiner kennt ihn. Wenn jetzt alle Mannschaften Videos von ihm haben, dann wird selbstverständlich auch alles schwieriger für ihn. Aber er hat natürlich einen guten Job gemacht."

Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf? Ist es bisher so verlaufen, wie du dir das vorgestellt hast?

"Ich bin zufrieden, weil 4:6 Punkte sicherlich bis zu dieser spielfreien Pause das Ziel waren, das wir erreichen wollten. Wir haben im Gegensatz zum letzten Jahr diesmal die Spiele gewonnen, die wir gewinnen mussten mit Balingen zu Hause und in Neuhausen. Wir hatten aber jeweils gegen Kiel und den HSV unsere Chancen, haben diese aber nicht genutzt. Das Spiel in Nettelstett war ein Negativerlebnis. Da waren wir nicht gut drauf, aber so ein Spiel hat man immer mal dabei. Mit 6:4 Punkten wäre ich glücklich, so bin ich eben nur zufrieden."

Wie ist die bisherige Integration der Neuzugänge verlaufen? Ist der Prozess schon abgeschlossen?

"Ich denke, dass die Neuzugänge Teil der Mannschaft geworden sind und ich eigentlich immer überlegen muss, wer überhaupt ein Neuzugang ist, weil ich das Gefühl habe, dass sich das gar nicht mehr herauskristallisiert. Inzwischen spricht zum Beispiel Joakim Hykkerud schon richtig gut deutsch. Mait Patrail ist ein sehr wichtiger Bestandteil, aber auch Jannis Fauteck, Martin Ziemer, Tamás Mocsai und Juan Andreu integrieren sich sowohl menschlich als auch sportlich top. Man kann definitiv behaupten, dass diese Mannschaft eine Mannschaft ist."

Wo siehst du bei der Mannschaft noch das größte Verbesserungspotenzial? Wann rechnest du damit, dass ihr bei 100% seid?

"Im Timing. Wir haben große Probleme, unsere Bewegungen und Geschwindigkeit an die des Nebenmanns anzupassen. Manchmal antizipieren wir auch zu schlecht, was unser Nebenmann als Nächstes macht, daran müssen wir arbeiten. Darüber hinaus müssen wir auch unser Überzahlspiel verbessern. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle. Das ist natürlich einmal die Zeit, in der wir zusammen trainieren können. Der zweite Faktor sind Erfolgserlebnisse, was alles einfacher macht. Wenn wir im Oktober erfolgreich spielen, gibt das natürlich Selbstvertrauen und dann werden sich auch die Fortschritte und die Dinge, an denen wir arbeiten müssen, schneller einstellen."

Wie nutzt ihr die spielfreie Zeit bis zum Auswärtsspiel in Melsungen?

"Wir nutzen diese Pause auf zwei Ebenen. Die eine Ebene ist, uns körperlich noch einmal fit zu machen. Durch die englischen Wochen konnten wir häufig nicht voll trainieren, da wir auf die Regeneration achten mussten. Im Moment steht vermehrt intensiveres Training im Kraft- und Ausdauerbereich auf dem Programm, sodass wir dann vor dem Spiel gegen Melsungen gut in Form sind. Darüber hinaus arbeiten wir natürlich auch an dem Timing und dem Zusammenspiel der einzelnen Gruppen. Das war alles schon Thema und wird es auch nächste Woche sein."

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