News

"Waren immer einen Schritt zu langsam"

RECKEN bekommen in Stuttgart die Abwehr nicht dicht

Die TSV Hannover-Burgdorf hat die Englische Woche mit einer 37:33 Niederlage beim TVB 1898 Stuttgart beendet. Beim dritten Spiel innerhalb von nur fünf Tagen bekamen DIE RECKEN vor allem in der Abwehr keinen Zugriff. „Wir waren immer einen Schritt zu spät und haben unsere Abwehr überhaupt nicht in den Griff bekommen“, bewertete der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen den Auftritt in Süddeutschland, bei dem zumindest die Rückkehr von Kai Häfner (erzielte bei seinem Comeback drei Tore) etwas Mut für die Zukunft machte. „Wir haben uns das natürlich anders vorgestellt, aber wenn man 37 Gegentore bekommt, kann man kein Spiel in der DKB Handball-Bundesliga gewinnen“, merkte der RECKEN-Kapitän an.

DIE RECKEN waren bereits in der Anfangsphase nicht auf der Ballhöhe. Die Gastgeber präsentierten sich deutlich aufmerksamer und schneller, und hatten zudem in Johannes Bitter und Michael Kraus die beiden Hauptdarsteller in ihren Reihen. Die beiden Weltmeister von 2007 brachten die Niedersachsen in Angriff und Abwehr mit ihren Treffern und den Paraden schier zur Verzweiflung. Dadurch gerieten DIE RECKEN schnell mit 4:0 und 9:4 in Rückstand, steigerten sich aber in der Folge ein wenig. Trainer Carlos Ortega stellte die Abwehr auf die offensivere 5:1 Formation und im Angriff brachten die Niedersachsen Fabian Böhm in bessere Abschlusssituationen. „Unser Start war sehr schlecht und hat direkt unsere Probleme aufgezeigt, die sich über das ganze Spiel durchziehen sollten“, erklärte Trainer Carlos Ortega.

Der 9:7 Anschluss war die logische Konsequenz, doch Stuttgart legte direkt wieder nach, da vor allem Kraus weiter nach Belieben schalten und walten konnte und sich die Fehlerquote im RECKEN-Angriff in dieser Phase deutlich erhöhte. Die Niedersachsen erlaubten sich zu viele Ballverluste und machten es den Gastgebern bis zum 14:8 (23.) zu einfach. Carlos Ortega musste bereits früh seine zweite Auszeit nehmen und versuchte im Angriff in der Folge mit dem siebten Feldspieler zu agieren.

Dies brachte ein bisschen Besserung und in der 26. Spielminute konnte Kapitän Kai Häfner seinen ersten Saisontreffer feiern. In der Abwehr bewegten sich die Niedersachsen aber weiterhin zu langsam und Michael Kraus traf buchstäblich aus allen Lagen. Sage und schreibe elf Treffer schenkte der Ex-Weltmeister den Niedersachsen bis zur Pause ein, in die DIE RECKEN mit einem 19:13 Rückstand gingen. „Uns fehlt in der Abwehr die Kompaktheit und der Zugriff vor allem gegen Michael Kraus. Zudem hatten wir auch zu viele Probleme im Angriff“, analysierte Sven-Sören Christophersen die ersten 30 Minuten.

Nach der Pause konnten die Niedersachsen zumindest im Angriffsspiel zulegen und agierten dank des siebten Feldspielers mit einer deutlich höheren Effektivität als im ersten Spielabschnitt. Achillesferse blieb aber weiterhin die Abwehr, die gegen den sehr beweglichen Stuttgarter Rückraum immer einen Schritt zu langsam war. Dadurch blieb der Vorsprung der Gastgeber bis zur 45. Spielminute konstant bei sechs Treffern. „Wir wollten aufs Tempo drücken, denn wir wussten, dass Hannover aufgrund des Programm sehr müde war“, erklärte Stuttgarts Spielmacher Kraus nach dem Spiel.

In der Schlussviertelstunde bäumten sich DIE RECKEN aber nochmal auf und versuchten die drohende Niederlage abzuwenden. Beim 29:25 und 30:26 betrug der Rückstand nur noch vier Tore und zehn Minuten vor dem Ende verkürzte Kai Häfner mit einem sehenswerten Kempator zum 31:28. Der RECKEN-Aufwind währte aber nur kurz, denn der alles überragende Kraus markierte mit seinem 16. und 17. Treffer das 33:28 und brachte seine Farben damit erneut auf die Siegerstraße.

DIE RECKEN öffneten in der Folge die Abwehr noch weiter und versuchten dadurch, zu schnellen Ballgewinnen zu kommen. Dies klappte ganz gut und 60 Sekunden vor dem Ende betrug der Rückstand beim 35:33 nur noch zwei Tore, doch Kraus besorgte mit dem 36:33 die endgültige Entscheidung zugunsten der Süddeutschen. „Wir können die drei Spiele in fünf Tagen nicht als Entschuldigung gelten lassen. Das war einfach keine gute Leistung heute“, merkte Kreisläufer Evgeni Pevnov selbstkritisch an. „Stuttgart hat den Sieg ganz klar verdient. Wir haben zu viele Gegentore hinnehmen müssen und vor allem Michael Kraus, trotz diverser Abwehrvarianten, nicht in den Griff bekommen“, bemängelte Trainer Carlos Ortega.

In der jetzt folgenden Länderspielpause haben zumindest einige Niedersachsen die Zeit, um den Akku wieder aufzuladen. Im nächsten Spiel treffen DIE RECKEN dann am 4. November auf die MT Melsungen in der TUI Arena.

Weitere News