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Von einem Pferd ohne Jockey und sechs tollen Jahren

Die Zeit der TSV Hannover-Burgdorf in der höchsten deutschen Spielklasse im Handball ist eng mit dem Namen Jan Fiete Buschmann verbunden. Der 34-jährige wechselte in 2009 an die Leine und blieb den Niedersachsen bis heute treu. Am 30. Juni endet die sehr erfolgreiche, gemeinsame Zeit bei den RECKEN. Im Exklusiv-Interview mit www. die-recken.de spricht Buschmann über seine Zeit in Hannover, die Entwicklung zu einem etablierten Bundesligisten und von einem Pferd ohne Jockey.

Frage: Du warst sechs Jahre bei den RECKEN. Was sind deine besten Erinnerungen an diese Zeit?

Buschmann: Zuerst kann ich mich noch sehr gut an mein erstes Bundesligaspiel für DIE RECKEN mit dem Heimsieg gegen Balingen erinnern. Vorher waren immer nur knapp über 1.000 Zuschauer in der Swiss Life Hall, an diesem Tag waren es mehr als 3.000. Das war schon stark. Die „Bombensaison“ mit dem sechsten Platz und der Qualifikation für den EHF Cup war ebenfalls ein Höhepunkt in meiner Karriere. Insgesamt habe ich viele, tolle Heimspiele in Hannover erleben dürfen, in denen wir uns immer auf den achten Mann verlassen konnten.

Frage: Wie schade ist es für dich, dass du in deinem letzten Heimspiel nicht selber auf dem Spielfeld stehen konntest?

Buschmann: Da ist schon ein bisschen Wehmut dabei. Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn ich mich als aktiver Spieler von unseren Fans hätte verabschieden können. Aber Verletzungen gehören zum Profisport dazu und mit zunehmendem Alter lernt man auch, damit besser umzugehen.

Frage: Deine Tochter Maya durfte gestern das erste Mal mit dir in die Halle einlaufen. War das ein besonderer Moment für dich?

Buschmann: Ja klar, das war ein sehr schöner und auch emotionaler Moment für uns beide. Maya hat sich bereits riesig darauf gefreut und konnte es kaum erwarten (lacht).

Frage: Wie sieht deine weitere Karriereplanung aktuell aus?

Buschmann: Zunächst einmal möchte ich gesund werden, vorher brauche ich mir gar keine Gedanken zu machen. Mit einer kaputten Schulter ist man nicht der attraktivste Spieler auf dem Transfermarkt (schmunzelt). Im Dezember endet mein Studium der Betriebswirtschaftslehre, in die Karriereplanung nach der Karriere kommt also auch Bewegung.

Frage: Wie hast du die Entwicklung der TSV Hannover-Burgdorf in den sechs Jahren erlebt?

Buschmann: Das ist schon der absolute Wahnsinn. Ich erinnere mich noch gut an das erste Jahr, wo die wirtschaftlichen Strukturen noch nicht das Tempo der sportlichen mitgehen konnten. Mittlerweile ist der Verein nicht nur sehr gut geführt, sondern auch beim Team hinter dem Team stark aufgestellt. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle hat sehr viel Spaß gemacht und es war spannend, diese Entwicklung miterlebt zu haben.

Frage: Was war die kurioseste Geschichte, die dir bei den RECKEN passiert ist?

Buschmann: Bei unserem Renntag auf der Neuen Bult im letzten Jahr, durfte ich beim Mini-Trabrennen mitmachen. Während des Rennens raste plötzlich ein Pferd ohne Jockey an mir vorbei. Wie sich herausstellte, war es das Pferd von Sven-Sören Christophersen, der beim Start abgeworfen wurde. (lacht).

Frage: Welches war dein wichtigstes Tor für DIE RECKEN?

Buschmann: Das wichtigste Tor gibt es nicht, aber im ersten Spiel gegen meinen ehemaligen Verein GWD Minden konnte ich sieben Treffer zum Heimsieg beisteuern. Frank Habbe, mit dem ich gemeinsam mit 18 Jahren bei GWD II meine Herrenkarriere begonnen habe, hat in der Partie ebenfalls vier Treffer erzielt.

Frage: Wirst du der Stadt Hannover erhalten bleiben?

Buschmann: Es ist schon so, dass meine Familie und ich in Hannover über die Jahre heimisch geworden sind. Wir fühlen uns sehr wohl hier und können uns auch vorstellen, hier wohnen zu bleiben. Eventuell wird es ja auch eine Rückkehr zu den RECKEN geben. In welcher Form das sein wird, wird sich dann zeigen.

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