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Torfestival in der Swiss Life Hall

RECKEN nehmen Polster von fünf Toren mit ins Rückspiel

Endlich wieder Europapokal in Hannover. Viereinhalb Jahre nach dem letzten Spiel im EHF Cup feierte die TSV Hannover-Burgdorf gegen Benfica Lissabon ihre Rückkehr auf das internationale Parkett. Beim 41:36 (26:18) Sieg sahen die begeisterten 3.662 Zuschauer in der RECKEN-Festung ein wahres Torfestival. Richtig zufrieden waren DIE RECKEN nach dem Hinspielerfolg aber nicht. „Wir haben die Möglichkeit auf ein besseres Ergebnis verpasst. Dennoch nehmen wir einen Vorsprung mit nach Lissabon, was unser Ziel war“, erklärte Linksaußen Cristian Ugalde.

DIE RECKEN und ihre Fans waren, angestachelt von der Europapokalatmosphäre, von der ersten Sekunde an voll da. Dabei gelang den Niedersachsen im Angriff nahezu alles. Ob die Anspiele an den Kreis, die Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic sicher verwerteten, die Schüsse aus dem Rückraum, die Fabian Böhm, Morten Olsen und Kai Häfner gekonnt vollstreckten oder die beiden Außen Cristian Ugalde und Timo Kastening – der RECKEN-Angriff fegte bis zur Pause über die Benfica-Abwehr hinweg. „Wir haben in den ersten 30 Minuten keine Abwehrleistung gezeigt“, merkte auch Lissabons Trainer Carlos Resende an.

Die Gäste waren beeindruckt von der Atmosphäre und den RECKEN und leisteten sich zu viele technische Fehler, die die Niedersachsen in schnelle Tore durch Gegenstöße oder lange Bälle ins leere Tor ummünzten. Beim Stand von 10:5 nach zehn Minuten nahmen die Portugiesen bereits die erste Auszeit.

Die Gastgeber ließen sich von der Unterbrechung nicht aus dem Rhythmus bringen. Allen voran Morten Olsen spielte auf höchstem Niveau, erzielte sechs Treffer in der ersten Hälfte und legte viele weitere auf. Im Tor konnte der eingewechselte Martin Ziemer einige Paraden zeigen, so dass der Vorsprung weiter anwuchs. Spätestens als Fabian Böhm mit der Schlusssirene einen Kempa-Trick zum 26:18 verwandelte, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. „Wir haben hervorragend angegriffen, aber Benfica hatte auch nicht das normale Niveau“, analysierte RECKEN-Trainer Carlos Ortega.

Nach der Pause zeigten sich die Gäste wesentlich konzentrierter und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, mit vielen Toren auf beiden Seiten. Nun waren es die Hausherren, die sich technische Fehler leisteten, wodurch Lissabon zu einfach zu erfolgreichen Abschlüssen kam. „Lissabon hat nach der Halbzeit mehr Druck auf uns ausgeübt, was unserem Angriffsspiel nicht gutgetan hat“, fasste Ortega zusammen.

Dennoch sah es Mitte der zweiten Halbzeit so aus, als könnten DIE RECKEN einen echten Kantersieg einfahren. Mehrfach hatten die Niedersachsen die Chance, auf zehn Tore wegzuziehen. Lissabons Torhüter Hugo Costa Figueira steigerte sich auf Seiten der Gäste aber deutlich, so dass es den RECKEN nicht gelang, die Gäste endgültig aus dem Spiel zu nehmen.

Zudem konnten sich die Portugiesen im Angriff auf ihre starken und vor allem schnellen Spieler wie Pedro Marques oder Belone Moreira verlassen, die die Abwehr der RECKEN mit ihrer Geschwindigkeit vor Probleme stellte. Dadurch holten die Gäste Tor um Tor auf und kamen bis zum Ende auf fünf Treffer heran. „Wir haben unsere Deckung nicht dicht bekommen. Das müssen wir definitiv verbessern, wenn wir in Lissabon eine Runde weiterkommen wollen“, sagte Cristian Ugalde. „Wir wollten eigentlich das Spiel gewinnen, aber nach der ersten Halbzeit müssen wir mit dem Ergebnis leben“, stellte Lissabons Spielmacher Marques klar.

So bleibt alles offen und beide Mannschaften können sich Chancen auf das Weiterkommen ausrechnen. „Aufgrund der Regel mit den Auswärtstoren sind es wahrscheinlich nur vier Tore, die wir mitnehmen.  Wir werden also in Lissabon eine super Leistung benötigen, wenn wir die Gruppenphase erreichen wollen“, sieht Carlos Ortega die entscheidenden 60 Minuten am kommenden Samstag in der portugiesischen Hauptstadt auf sich und seine Schützlinge zukommen.

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