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Starke erste Halbzeit reicht nicht für Punkte

DIE RECKEN unterliegen im Krimi gegen Leipzig

Die Tatortkrimis im Fernsehen aus Hannover und Leipzig sind in der Regel reichhaltig an Spannung und Dramatik. So ist es wenig verwunderlich, dass auch das Handballspiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem SC DHfK Leipzig im dritten Vergleich in dieser Spielzeit ähnliche Attribute aufweisen konnte. Aus RECKEN-Sicht leider mit einem unschönen Ende, denn die Niedersachsen konnten eine Führung nicht ins Ziel retten und mussten den Leipzigern am Ende mit 24:25 (15:11) knapp den Vortritt lassen. „Wir verpassen es, mit einem besseren Ergebnis in die Halbzeit zu gehen. Nach der Pause hat sich das Blatt Stück für Stück zu unseren Ungunsten gewendet und am Ende müssen wir daran arbeiten, dass wir weniger Fehler machen, sondern uns mehr gute Aktionen gelingen“, fasste Geschäftsführer Benjamin Chatton die Partie zusammen, die allen Beteiligten eine emotionale Achterbahnfahrt bescherte.   

Dabei begann das Spiel für DIE RECKEN, die kurzfristig in Fabian Böhm einen zentralen Rückraumspieler (Oberschenkelprobleme) ersetzen mussten, äußerst erfreulich. Mait Patrail und Morten Olsen kompensierten das Fehlen von Böhm im Rückraum zunächst im Kollektiv und die Schützlinge von Trainer Jens Bürkle lösten sich nach ausgeglichenem Beginn auf 10:4 (15.). Die Deckung stand aggressiv und stabil, zudem zeigte Torhüter Malte Semisch eine gute Vorstellung. Gestützt auf die Paraden des Schlussmanns, sowie mehrere Ballgewinne lief der RECKEN-Motor weiter wie geschmiert und der 14:6 (23.) Treffer durch Olsen brachten die Niedersachsen mit acht Treffern in Front. „In den ersten 25 Minuten haben wir richtig stark gespielt“, lobte Bürkle seine Mannschaft.

Nach dem 15:7 von Casper Mortensen leisteten sich die Gastgeber bis zur Pause aber eine erste Verschnaufpause. Leipzig kämpfte sich, auch dank mehrerer Paraden vom eingewechselten Jens Vortmann, bis zur Halbzeit auf 15:11 heran. „Da haben wir es verpasst, das Spiel schon zu unseren Gunsten zu entscheiden“, trauerte Bürkle der vergebenen Chance hinterher. „Aufgrund der letzten Minuten hatten wir in der Pause schon das Gefühl, dass hier noch was für uns geht“, sah Jens Vortmann die Schlussphase der ersten Halbzeit ebenfalls als Knackpunkt an.

Nach Wiederanpfiff konnten DIE RECKEN zunächst ihren Vorsprung halten. Doch mit zunehmender Spieldauer machte sich die größere Anzahl an personellen Alternativen für die Gäste mehr und mehr bemerkbar. Während Leipzigs Trainer Christian Prokop seinen Spielern immer wieder Verschnaufpausen geben konnte und munter durchwechselte, standen Jens Bürkle im Rückraum in Olsen, Häfner, Patrail und Kárason nur vier Spieler zur Verfügung. So verkürzte Leipzig den Rückstand kontinuierlich und hatte beim 22:21 (50.) den Anschluss hergestellt.

Das Publikum, mit 4.100 Zuschauern war die RECKEN-Festung zum wiederholten Male ausverkauft, bewies auch heute sein feines Gespür und verfolgte die letzten zehn Minuten im Stehen. „Was es hier für einen Zusammenhalt und vor allem auch Rückhalt für die Mannschaft gibt ist richtig stark und beeindruckend“, lobte Gäste-Geschäftsführer Karsten Günther nach dem Spiel die RECKEN-Fans.

Bis zum 24:21 (52.) brachte der „achte Mann“ DIE RECKEN wieder auf Kurs und nach einem Fehlwurf von Leipzigs Binder, hatten die Niedersachsen erneut die Chance, das Spiel zu entscheiden und den ersehnten Sieg zu landen. Doch Olsen scheiterte mit seinem Wurf an Vortmann und auch die nächste RECKEN-Chance blieb ungenutzt, so dass Andreas Rojewski auf 24:22 (54.) verkürzte. In den folgenden Angriffen schafften es DIE RECKEN nicht, das Leipziger Abwehrbollwerk zu durchdringen und ermöglichten den Gästen somit das Comeback. Die nahmen das Angebot eiskalt an, sondern zogen nach Toren von Rojewski und zwei Mal Binder auf 24:25 (57.) vorbei – die erste Führung seit dem 0:1 aus der ersten Spielminute.

Zwei Mal hatten die Niedersachsen noch die Chance auf den wichtigen 25:25 Ausgleichstreffer, doch DIE RECKEN schafften es nicht, noch einmal erfolgreich zum Abschluss zu kommen. So übernahmen die Leipziger doch noch die Hauptrolle im Tatortkrimi in der RECKEN-Festung, während den RECKEN nur die Nebenrolle als Verlierer blieb. „Es nervt wahnsinnig, dass wir das Spiel nicht gewinnen konnten. Wir haben am Ende nicht mehr genug Tempo gemacht und uns keine freien Chancen mehr erspielt, so dass Leipzig uns noch abfangen konnte“, stellte Casper Mortensen ernüchtert fest.

Stenogramm:

DIE RECKEN:

Ziemer, Semisch; Johannsen (3), Mortensen (4/2), Patrail (4), Hykkerud, Lehnhoff, Häfner (3), Karason (3), Schmidt (3), Olsen (3), Christophersen, Kastening (1)

SC DHfK Leipzig:

Vortmann, Putera; Semper, Rojewski (9/2), Jurdzs (1), Krzikalla (3), Binder (2), Janke (6), Pieczkowski (2), Sommer, Roscheck, Meschke, Milosevic (2)

Siebenmeter:  2/2 – 2/2

Zeitstrafen:  3 – 4

Zuschauer:  4.100 Zuschauer

Schiedsrichter:  Blümel/Loppaschewski

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