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Spiel mit offenen Karten

Wie wird der Gegner spielen? Welche Deckungsform erwartet uns? Was ist auffällig im Angriffsspiel? Diese Fragen werden auch RECKEN-Trainer Christopher Nordmeyer durch den Kopf gegangen sein, bevor er mit der Vorbereitung seiner Mannschaft auf das EHF Cup Spiel bei Reale Ademar Leon begonnen hat. Ein wichtiger Teil jeder Vorbereitung auf den kommenden Gegner stellt im modernen Handball das Videostudium dar. Dank des Internets und seinen zahlreichen Informationskanälen ist es mittlerweile für jeden Trainer möglich, nahezu jede Mannschaft vorher zu beobachten und „auszuspionieren“. Auf nationaler Ebene klappt dies dank eigens zu diesem Zweck eingerichteter Portale ohne Probleme, aber wie beschafft man sich Videomaterial von Mannschaften aus Schweden, Ungarn oder Spanien? „Da müssen wir schon manchmal erfinderisch sein“, gibt Nordmeyer zu.

Gegenseitige Hilfestellung

Vom spanischen Tabellensiebten Reale Ademar Leon ließ sich jedenfalls lange keine aktuelle Aufzeichnung finden. Co-Trainer Alexander Grah tat sich dementsprechend schwer mit der Analyse. Doch plötzlich bekam das Trainerteam eine Hilfestellung von jemanden, vom dem es am wenigsten erwartet worden war – dem gegnerischen Trainer Daniel Gordo Rios. „Wir haben Mitschnitte von aktuellen Spielen ausgetauscht. Die Spanier hatten ebenfalls große Mühe brauchbares Material von uns zu finden“, berichtet RECKEN-Coach Christopher Nordmeyer von den Umständen des ungewöhnlichen Tauschgeschäftes.

Große individuelle Qualität

Dank der aktuellen Spielszenen lässt sich ein deutlich besseres Bild der Spanier zeichnen. „Wir treffen auf ein Team mit sehr hoher individueller Qualität und einem variablen Angriffsspiel. Es ist sehr schwer gegen Reale Ademar Leon gut zu verteidigen“, verrät Nordmeyer. Die „typisch-spanische, aggressive Abwehrschule“ stellt den Hannoveraner Trainer ebenfalls vor eine Herausforderung. Hier legt Nordmeyer einen Schwerpunkt auf eine gute Anlaufbewegung im Angriff der RECKEN.

Mit dem Rücken zur Wand

Ein Sieg in Spanien wäre enorm wichtig, um weiterhin Chancen auf das Erreichen des EHF Cup Viertelfinales zu haben. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt steht die TSV Hannover-Burgdorf auf dem vierten Platz der Gruppe A. Da Lugi Lund HF und Reale Ademar Leon sich jedoch Unentschieden trennten, sind alle Mannschaften noch dicht beieinander und somit in Reichweite. Doch auf Rechenspiele möchte Christopher Nordmeyer sich nicht einlassen: „Wir sind jetzt Außenseiter. Alle anderen Gedanken und Rechnungen sind vollkommen unangebracht.“

Nachdem Jan Fiete Buschmann sein Comeback gegen den HBW Balingen-Weilstetten gegeben hat, spielen Verletzungssorgen keine Rolle mehr bei den Hannoveranern. Auf den ausgetauschten, aktuellen Spielmitschnitten ist der Linkshänder nach seiner längeren Pause sicher noch nicht zu sehen. Buschmann könnte also das Ass in Nordmeyers Ärmel werden, im Spiel mit offenen Karten.

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