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„Schon sehr verrückt“

RECKEN schreiben ein Stück Vereinsgeschichte

Mit der Hoffnung auf Punkte nach Sachsen-Anhalt gereist sollte es ein Spiel in der GETEC Arena werden, das allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. Beim Ergebnis von 37:22 (17:8) für die TSV Hannover-Burgdorf beim SC Magdeburg könnte man zunächst einen Schreibfehler vermuten, dies würde den durchaus historischen 60 Minuten allerdings nicht gerecht werden. Am Ende stand nicht nur die höchste Heimniederlage der traditionsreichen Magdeburger Bundesligageschichte zu Buche, sondern auch der höchste Erfolg in mittlerweile über sieben Jahren in der stärksten Liga der Welt für Niedersachens Spitzenhandballer.

„Das, was in dieser Begegnung passiert ist, war für uns schon sehr verrückt“, versuchte Trainer Jens Bürkle im Anschluss den überraschenden Erfolg zu erklären. „Wir hatten darauf gehofft, ein richtig gutes Spiel zu machen, um eine Chance auf Punkte zu haben.“ Geschäftsführer Benjamin Chatton konnte den überdeutlichen Auswärtssieg ebenfalls nicht restlos realisieren. „Man weiß eigentlich gar nicht so richtig, was man sagen soll. Wir hatten berechtigterweise großen Respekt vor dieser Aufgabe. In der Halbzeitpause schaut man dann auf die Anzeigetafel, weiß aber dennoch, was selbst bei diesem Spielstand in dieser Halle noch möglich ist“, analysierte Chatton im Anschluss ungläubig.

Dass es letztlich historische Züge annehmen sollte, hatte dabei vielschichtige Gründe. „Bei uns sind heute einfach sehr viele Dinge zusammengekommen. Eine sehr gute und bewegliche Abwehr, eine gute Torhüterleistung, ein gutes Tempogegenstoßspiel, dazu die notwendige Geduld im Positionsangriff“, fasst Bürkle die Erfolgsfaktoren zusammen. „Hinzu kam, dass wir einen Tag mehr Vorbereitungszeit als Magdeburg und zudem keine lange Reise in den Knochen hatten“, spielt der 36-jährige RECKEN-Trainer auf die lange Auswärtsfahrt des SCM nach Göppingen an. „Von daher hatten wir bezüglich der Frische schon ein paar Vorteile.“

Doch nicht nur aufgrund des deutlichen Sieges gab es auf Seiten der RECKEN Grund zum Jubeln. Mit dem erst 18-jährigen Niklas Diebel, der gewöhnlich in A-Jugend und 3. Liga aufläuft, feierte ein weiteres Nachwuchstalent aus der RECKEN-Schmiede seine Bundesligapremiere. „Ich freue mich sehr, dass Niklas nicht nur sein Debüt gegeben hat, sondern gleich auch noch ein Tor werfen durfte. Es ist schön zu sehen, dass die Jungs aus dem Nachwuchs nach oben drängen“, gibt sich Benjamin Chatton optimistisch beim Blick auf die Zukunft.

Nach dem mit Siegen gegen Erlangen und in Magdeburg überaus erfolgreichen Start aus der Länderspielpause kann die Mannschaft um Kapitän Torge Johannsen am kommenden Wochenende regenerieren. Jens Bürkle bittet sein Team am Montag wieder zum Training, in dem dann die Vorbereitung auf die nächste Partie in Angriff genommen wird. Am 27. November treffen Niedersachsens Spitzenhandballer in der Swiss Life Hall Hannover auf den HSC 2000 Coburg. Tickets für dieses Spiel gibt es in unserem Online-Ticket-Shop

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