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Saisonrückblick IV: April bis März

Emotionales Ende der Jubiläumssaison

Der April begann für die TSV Hannover-Burgdorf mit einem weiteren Saisonhöhepunkt, dem Final Four des DHB Pokals in Hamburg. „Es ist doch völlig klar, dass wir nach Hamburg fahren, um den Pokal auch zu gewinnen. Keiner will das Finale verlieren oder bereits am Samstag seine Koffer packen“, beschrieb Timo Kastening die Ausgangslage. Der Rechtsaußen und seine Mannschaftskollegen hatten die Reise nach Hamburg allerdings stark ersatzgeschwächt antreten. Mit Mait Patrail, Lars Lehnhoff, Ilija Brozovic und Cristian Ugalde fielen vier Spieler sicher aus – zudem stand ein dickes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Vincent Büchner.

Nach durchwachsener erster Halbzeit im Halbfinale gegen den SC Magdeburg liefen die Niedersachsen nach Wiederanpfiff zu großer Form auf und ließen sich auch von jeglichen Rückschlägen, wie beispielsweise der roten Karte von Timo Kastening nicht aus der Fassung bringen. Beim 24:21 waren DIE RECKEN auf Siegkurs, musste im nächsten SCM-Angriff aber eine Zeitstrafe hinnehmen, so dass Michael Damgaard, der mehr oder weniger Alleinunterhalter des SCM vorne war, das 24:22 erzielte. Vorne ließen DIE RECKEN im Abschluss jetzt wieder etwas die Effizienz vermissen. Cehte, Häfner und Pevnov scheiterten und mussten mit ansehen, wie Damgaard mit dem 13. Treffer das 24:24 besorgte. Das Pendel wog jetzt hin und her, nach einer Lesjak-Parade hatte Büchner die Chance auf das 28:27, doch der eingewechselte Quenstedt parierte glänzend und im Gegenzug behielt Chrapkowski die Ruhe und brachte den SCM mit 28:27 in Front. Die Niedersachsen glichen erneut aus und kamen durch den sicheren Veit Mävers zum 29:29 15 Sekunden vor Schluss. Magdeburg hatte die letzte Chance und spielte Kapitän O´Sullivan frei, der die Nerven behielt und das 30:29 mitten ins RECKEN-Herz erzielte.

 

„Rückblickend müssen wir konstatieren, dass wir uns sehr teuer verkauft haben. Ein Einzug ins Finale wäre mit Sicherheit nicht unverdient gewesen“, analysierte der Sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen und auch die über 2.000 mitgereisten RECKEN-Fans feierten, nach kurzer Enttäuschung, ihre Helden. Viel Zeit einem möglichen Finale nachzutrauern blieb auch nicht, denn mit dem EHF Cup-Viertelfinale stand zwei Wochen später das nächste Highlight an. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich lieber gegen den FC Porto gespielt hätte, denn internationale Vergleiche machen diesen Wettbewerb einfach aus. Wir nehmen die Auslosung jetzt aber so wie es ist und werden alles in die Waagschale werfen, um uns für das Final Four in Kiel zu qualifizieren“, erklärte Kapitän Kai Häfner nach dem die Füchse Berlin als Gegner ausgelost wurden.

"Keine Frage, wir haben das heute zusammen verbockt", gestand Kastening nach der 26:34 (14:15) Niederlage vor heimischem Publikum selbstkritisch ein. "Wir haben in beiden Halbzeiten den Start verschlafen. Im ersten Durchgang konnten wir das noch aufholen, aber in der zweiten Halbzeit ist uns das nicht mehr gelungen", bilanzierte ein enttäuschter Trainer Carlos Ortega. Die Gäste aus Berlin, die abgezockter, cleverer und auch erfahrener wirkten, nutzten die RECKEN-Fehler gnadenlos aus und setzten sich in der zweiten Halbzeit nach und nach entscheidend ab. "Klar ist unsere Ausgangslage jetzt sehr bescheiden, aber es entspricht nicht meinem Naturell, jetzt schon aufzugeben und die weiße Fahne zu hissen", so Timo Kastening. Ohne die verletzten Fabian Böhm und Morten Olsen war das Angriffsspiel der RECKEN aber auch im Rückspiel zu fehlerhaft und generell wirkten die Niedersachsen einen Schritt langsamer als die Füchse und gerieten folgerichtig mit 8:2 (10.) in Rückstand. "Unsere erste Halbzeit war heute nicht gut genug, daher konnten wir das Ergebnis aus der Vorwoche nicht korrigieren", sagte RECKEN-Trainer Carlos Ortega nach der 30:28 (18:11) Niederlage, mit der die Europapokaltour im Viertelfinale zu Ende ging.

 

Anders als in der Bundesliga, wo die RECKEN aus den letzten acht Partien nur noch fünf Punkte holten, täuschen die Niederlagen im EHF Cup-Viertelfinale und DHB Pokal-Halbfinale allerdings über zwei insgesamt erfolgreiche Wettbewerbe hinweg. Erfolge, trotz Niederlagen, feierten auch die A- und B-Junioren der TSV Hannover-Burgdorf die jeweils ins Halb- bzw. Viertelfinale der deutschen Meisterschaften einzogen. Zudem erhielt der Verein die Lizenz für die Bundesliga ohne Auflagen. Während die Saison dem Ende entgegen ging, liefen die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren. In einer ähnlichen Konstellation zu Linksaußen, steigt Jannes Krone in den Profi-Kader auf und tritt die Nachfolge von Torge Johannsen an. Zudem einigten sich die Niedersachsen mit der MT Melsungen auf einen vorzeitigen Wechsel von Kai Häfner, so dass es am letzten Heimspieltag sehr emotional wurde.

Insgesamt 114.000 Zuschauer verfolgten die Heimspiele der RECKEN in den drei Wettbewerben, über 5.000 hatten auch zum letzten Mal in der Jubiläumssaison den Weg in die TUI Arena gefunden. „Es war eine emotionale Partie und es freut mich, dass wir den scheidenden Spielern einen würdigen Abschied bereiten konnten“, erklärte Trainer Carlos Ortega nach dem 30:28 (15:16) Erfolg. Mit Torge Johannsen (sechs Treffer) und Martin Ziemer (elf Paraden) gehörten zwei Spieler, die nach Spielende verabschiedet wurden, zu den Hauptdarstellern. Kapitän Kai Häfner führte die Mannschaft ein letztes Mal in die RECKEN-Festung und Domagoj Srsen und der verletzte Lars Lehnhoff, der 15 Jahre lang das Trikot der Niedersachsen trug, konnten in den Schlusssekunden unter tosendem Beifall noch mal das Feld betreten. Nach dem Spiel entwickelte sich jedoch die Verabschiedungszeremonie zum eigentlichen Höhepunkt des Abends. So bekamen Srsen, Häfner, Ziemer, Johannsen und Lehnhoff zahlreiche Geschenke vom Verein und den Fanclubs. Aufgrund ihrer großen Verdienste um die TSV Hannover-Burgdorf wurden Ziemer, Johannsen und Lehnhoff, als erste RECKEN in der Vereinsgeschichte überhaupt, dauerhaft in die „hall of fame“ der RECKEN aufgenommen und werden somit auch zukünftig bei jedem Heimspiel in der RECKEN-Festung dabei sein. Einmal RECKE, immer RECKE.

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