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Saisonrückblick II: Oktober bis Dezember

Zwei Gesichter der RECKEN

Das zweite Saisonviertel der TSV Hannover-Burgdorf stand ganz im Zeichen erfolgreicher Pokalspiele. Anfang Oktober mussten DIE RECKEN in der DKB Handball-Bundesliga beim SC Magdeburg zunächst allerdings eine empfindliche Niederlage hinnehmen (34:23). Nach einem verpassten Start kämpfte sich das Team von Carlos Ortega zwar noch mal ran, musste aber in der zweiten Halbzeit der dünnen Personaldecke Tribut zollen. Viel Zeit zum Regenerieren blieb auch nach der Partie nicht, denn mit dem Spiel gegen Erlangen, dem DHB Pokal-Achtelfinale gegen Lemgo Lippe und dem Auswärtsspiel in Stuttgart bestritt die Mannschaft vor der Länderspielpause drei richtungsweisende Spiele in fünf Tagen.

 

Es dauerte gute 50 Minuten, aber den RECKEN gelang es am Ende doch noch sich gegen Erlangen wieder in das Spiel und in die Spur zu kämpfen. Die Mannschaft von Carlos Ortega, die kurzfristig auch noch den Ausfall von Spielmacher Morten Olsen kompensieren musste, zeigte in der Schlussviertelstunde viel Willen und erkämpfte sich einen 26:24 (12:15) Erfolg. Ein wichtiger Sieg für die Moral vor dem DHB Pokal-Achtelfinale gegen den TBV Lemgo Lippe, wie sich zeigen sollte. „Heute habe ich nur lobende Worte für meine Mannschaft. Wir sind stolz und glücklich, dass wir einmal mehr im Viertelfinale des DHB-Pokals stehen“, freute sich Ortega nach dem 23:17 (11:11) Sieg gegen Lemgo Lippe. Schlüssel für den Erfolg waren vor allem der wiedergenese Morten Olsen der im Angriff das Zepter übernahm und die Verteidigung um Torhüter Urban Lesjak, die die Lemgoer in der zweiten Hälfte an den Rand der Verzweiflung trieb.

48 Stunden später in Stuttgart war es erneut die Verteidigung der RECKEN, die dieses Mal allerdings die RECKEN-Fans verzweifeln ließ. Mimi Kraus erzielte 18 Tore auf dem Weg zu einer 37:34 Niederlage für die Mannschaft um Kapitän Kai Häfner, der an alter Wirkungsstätte sein Comeback gab. Es sollte ein Vorbote für die nächsten Wochen in der Liga sein, denn in der Folge gelang den RECKEN lediglich ein Sieg beim TBV Lemgo Lippe, alle anderen acht Partien bis zum Jahreswechsel gingen verloren, darunter auch das Spiel gegen Kiel in der mit 10.000 Zuschauern ausverkauften TUI Arena, sowie das Weihnachtsspiel gegen Göppingen. Einziger Lichtblick war das Auftreten der NachwuchsRECKEN Veit Mävers und Martin Hanne im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Nach den Ausfällen von Mait Patrail, Fabian Böhm, Morten Olsen und Pavel Atman verletzte sich Hannes Feise kurz nach Spielbeginn, so dass die beiden 18- und 17-jährigen die letzten verbliebenen Rechtshänder im Kader waren. Am Ende standen für Mävers drei und Hanne sogar fünf Tore auf dem persönlichen Habenkonto, letztere avancierte damit in seinem ersten Spiel direkt zum Haupttorschützen seiner Mannschaft. „Ich habe selten so viel Spaß an einer Niederlage gehabt“, lobte der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen ebenfalls die Talente aus der erfolgreichen Reckenschmiede.

 

Noch mehr Spaß hatte Christophersen allerdings in den Pokalwettbewerben, denn auch wenn es in der Bundesliga nicht wie gewünscht lief, gelang es der Mannschaft in DHB Pokal und EHF Cup ihr Potential abzurufen. Nachdem Erfolg im Viertelfinale, bescherte Los-Fee Dominik Klein den RECKEN im Viertelfinale ein weiteres Heimspiel, sowie den vermeintlich leichtesten Gegen HC Erlangen. Kai Häfner & Co. wussten die Chance zu nutzen und zogen mit einem 33:29 (16:14) Erfolg zum zweiten Mal in Folge in das DHB Final Four-Turnier ein. Wie im Ligaspiel zwei Monate zuvor entwickelte sich eine spannende Partie, in der diesmal allerdings DIE RECKEN stetig die Nase vorne hatten und ihren Vorsprung auch bis zur Schlusssirene verteidigen konnten. Nach dem emotionalen DHB Pokal Final Four in der vergangenen Saison, kannte die Vorfreude der Mannschaft und Fans nach dem Abpfiff keine Grenzen.

Neben dem Feld sorgten außerdem das Trainerteam Ortega (2021) & Romero (2020), sowie Kreisläufer Evegni Pevnov (2021) für positive Nachrichten. Alle drei verlängerten ihre Verträge vorzeitig. Das größte Highlight der ersten Saisonhälfte war aber wahrscheinlich für die meisten Spieler und Anhänger die dritte Runde im EHF Cup. Mit Benfica Lissabon hatten DIE RECKEN einen großen Namen und ein attraktives Reiseziel zugelost bekommen. Doch bevor groß über Flüge nach Portugal nachgedacht werden konnte, mussten im Hinspiel in Hannover erstmal die Hausaufgaben gemacht werden.

Dies gelang zu mindestens mit Abstrichen. Beim 41:36 (26:18) Sieg sahen die begeisterten 3.662 Zuschauer in der RECKEN-Festung ein wahres Torfestival. Richtig zufrieden waren DIE RECKEN nach dem Hinspielerfolg aber nicht. „Wir haben die Möglichkeit auf ein besseres Ergebnis verpasst. Dennoch nehmen wir einen Vorsprung mit nach Lissabon, was unser Ziel war“, erklärte Linksaußen Cristian Ugalde. So ging es mit einem fünf Tore Vorsprung und rund 100 mitgereisten Fans zum Rückspiel in die portugiesische Hauptstadt. Mit drei schnellen Toren und einer starken Deckung gelang es der Mannschaft um Torhüter Martin Ziemer den Gastgeber schnell den Zahn zu ziehen und den Vorsprung auf acht Tore zu erhöhen. Daraufhin gaben die Portugiesen alles was sie hatten und kamen auch wieder heran, doch DIE RECKEN konnten bis zum Schluss dagegenhalten und sicherten sich mit einem 33:33 (19:16) den Einzug in die Gruppenphase. „Jetzt wird gefeiert und wir reißen Lissabon ab“, erklärte ein überglücklicher Lars Lehnhoff.

 

Im nächsten Teil des Saisonrückblicks stehen in den Monaten Januar bis März die WM, der Rückrundenstart und die dramatische EHF Cup-Gruppenphase im Fokus.

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