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„Rührei zum Frühstück“

Timo Kastening gegen Coburg nicht zu stoppen

Die Spannung bis zur wortwörtlich letzten Sekunde war auch auf dem hintersten Platz der mit 3.720 Zuschauern gefüllten RECKEN-Festung spürbar – am Ende durften die Fans der TSV Hannover-Burgdorf den hauchdünnen 29:28-Erfolg gegen den HSC 2000 Coburg bejubeln. Vorausgegangen war ein Wechselbad der Gefühle, das den Aufsteiger aus Oberfranken knapp 90 Sekunden vor der Schlusssirene beim 27:28 auf die Siegerstraße einbiegen ließ. Doch auf Seiten der RECKEN hatte vor allem ein Akteur etwas dagegen. Timo Kastening sorgte per Gegenstoß mit seinem insgesamt zehnten Treffer für die erneute Führung, ehe der letzte Coburger Angriff erfolgreich verteidigt werden konnte.

„Timo hat das gemacht, was er die ganze Trainingswoche über gemacht hat. Er hat getroffen, getroffen und getroffen“, lobte Trainer Jens Bürkle im Anschluss seinen jungen Rechtsaußen. „Ich habe ihm nach dem Abschlusstraining gesagt, dass er im Spiel so weitermachen soll. Er hat sich für eine tolle Trainingswoche belohnt und eine super Leistung gezeigt.“ Nach 60 Minuten standen für den 21-Jährigen nicht nur zehn Treffer bei lediglich elf Versuchen, sondern auch die erfolgreichste Torausbeute seiner noch jungen Bundesliga-Karriere.

Auf sein Frühstück angesprochen hatte der in Stadthagen geborene Kastening eine einfache Antwort. „Es gab ganz klassisch Rührei“, berichtete der Youngster der RECKEN mit einem Schmunzeln. „Die Eier waren von unserem Hof in Bad Nenndorf, die Hühner dort legen auf jeden Fall sehr gute.“

Dennoch herrschte nach dem Sieg nicht nur Sonnenschein. „Wir haben heute teilweise nicht zur richtigen Einstellung gefunden“, sparte Kastening nicht mit Selbstkritik. „Wir haben uns im gesamten Spiel nie so richtig frei schwimmen können, weshalb die Partie durchgängig so eng geblieben ist.“ Speziell gegen den 13-fachen Coburger Torschützen Nico Büdel fand das Bürkle-Team lange Zeit kein adäquates Gegenmittel. „Besonders gegen Nico waren wir nicht so aggressiv, wie es eigentlich sein sollte, weshalb er auch zu vielen einfachen Toren gekommen ist. Wenn er seine Qualitäten ausspielt, ist er nur schwer zu stoppen“, zollte Kastening dem gegnerischen Topscorer Respekt.

Trotzdem feierten Niedersachsens Spitzenhandballer den insgesamt fünften Sieg in Folge. „Man hat wieder gesehen, dass man jedes Spiel gewinnen, aber genauso gut auch jedes Spiel verlieren kann, egal wer der Gegner ist“, brachte es Kastening im Anschluss auf den Punkt und blickte bereits auf die am kommenden Samstag bevorstehende Aufgabe bei den Rhein-Neckar Löwen voraus. „Jetzt fahren wir ohne Druck nach Mannheim und schauen, was geht. Wenn wir eine Chance bekommen, müssen wir sie nutzen.“

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