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RECKEN verpassen lucky punch

Taktische Meisterleistung verlangt Flensburg alles ab

Die TSV Hannover-Burgdorf hat aus der Not eine Tugend gemacht und trotz fünf Ausfällen eine herausragende Leistung bei der SG Flensburg-Handewitt gebracht. Am Ende fehlten den RECKEN nur wenige Nuancen, um Punkte mit auf die Heimreise zu nehmen. Die letzten beiden Wurfversuche von Fabian Böhm und Nejc Cehte fanden nicht den Weg ins Ziel, so dass die Niedersachsen am Ende in eine unglückliche Niederlage einwilligen mussten. „Wir haben sehr viel richtig gemacht. In der Endphase lassen wir durch leider zwei freie Würfe aus, was mich richtig ärgert. Flensburg hat sich da cleverer angestellt“, fasste der starke Fabian Böhm die Begegnung zusammen. „Es ist sehr schade, dass sich die Mannschaft für eine tolle Leistung nicht belohnt hat. Trotzdem müssen wir unserem Team ein Kompliment machen“, fand der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen lobende Worte ob der starken performance.

Aufgrund der Personallage, bei den RECKEN fehlten weiterhin Kai Häfner, Torge Johannsen, Mait Patrail, Evgeni Pevnov und Pavel Atman, entschied sich Trainer Carlos Ortega dazu, im Angriff auf das taktische Mittel des siebten Feldspielers zu setzen. „Wir haben das bei Zagreb in der Champions League letzte Woche in Flensburg gesehen, und da wir momentan personell arg gebeutelt sind, war das für uns eine gute Option“, so Fabian Böhm. Der Rückraumspieler, der im Angriff neben Morten Olsen und Nejc Cehte nahezu durchspielen musste. Fand mit seinen Nebenleuten immer wieder die Lücken im Flensburger Abwehrverbund. Da DIE RECKEN zudem sehr geduldig agierten, konnten sie auch das gefürchtete Tempospiel der Gastgeber weitestgehend unterbinden. „Es war aus meiner Sicht unsere einzige Chance heute. Wir wussten, dass wir mit so vielen Ausfällen nicht mit Flensburg mitlaufen können. Dank des siebten Feldspielers haben wir das Tempo für uns angenehm gestalten können“, sagte Trainer Carlos Ortega.

Mit Ausnahme einer schwächeren Phase kurz vor der Pause, waren DIE RECKEN in den ersten 30 Minuten sogar spielbestimmend. Geschwächt durch einige Zeitstrafen in dieser Phase mussten die Niedersachsen ihren 12:10 Vorsprung bis zur Halbzeit aber abgeben – stattdessen zog Flensburg auf 14:12 vorbei. Davon zeigten sich Timo Kastening und Co. aber auch nach dem Seitenwechsel unbeeindruckt und schafften es, einen 23:20 Rückstand bis zum 25:25 (52.) wieder aufzuholen. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und immer an uns geglaubt. So konnten wir das Spiel immer wieder eng gestalten“, bemerkte Co-Trainer Iker Romero.

Dabei konnten sich die Niedersachsen vor allem auf eine hohe Effektivität im Angriff verlassen, die erst in der heißen Schlussphase runtergehen sollte. „Vielleicht haben am Ende auch die Körner gefehlt. Es sieht zwar nicht so aus, aber das Mittel des siebten Feldspielers ist sehr anstrengend und kräftezehrend“, so Fabian Böhm. DIE RECKEN verpassten es gleich zwei Mal, sich in Führung zu werfen. Erste im dritten Versuch markierte Nejc Cehte das 27:26 (57.). Flensburg glich per Siebenmeter aus und im folgenden Angriff scheiterten Kreisläufer Ilija Brozovic aus aussichtsreicher Position.

Die Gastgeber machten es erneut besser und gingen durch Rasmus Lauge Schmidt wieder mit 28:27 (58.) in Front. Carlos Ortega nahm eine letzte Auszeit und erneut war es Cehte, der den Ball 90 Sekunden vor Spielende im Flensburger Kasten unterbringen konnte. Doch der Deutsche Meister zeigte im nächsten Angriff seine ganze Erfahrung und markierte per sehenswertem Kempatreffer das 29:28 (60.).

DIE RECKEN hatten die Chance zur letzten Antwort, doch ausgerechnet im finalen Angriff verpassten es die Niedersachsen sich eine klare Wurfchance zu erarbeiten. Letztendlich fasste sich Böhm ein Herz, doch der Ball fand nicht den Weg ins Tor und auch der Nachwurf von Cehte wurde von der Flensburger Abwehr erfolgreich unterbunden. Die Gastgeber jubelten beinahe so ausgelassen wie beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft, was die tolle Leistung der TSV Hannover-Burgdorf zusätzlich unterstreicht. „Es ist natürlich sehr bitter, wenn man zum dritten Mal in Folge auswärts mit einem Tor verliert. Trotzdem geht die Formkurve der Mannschaft in die richtige Richtung“, so Sven-Sören Christophersen.

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