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Nordmeyer-Interview, Teil 1

Auch Christopher Nordmeyer hat die letzten Wochen genutzt, um ein wenig Abstand vom Handball zu bekommen. Mit seiner Familie fuhr der Trainer der TSV Hannover-Burgdorf über Silvester in den gemeinsamen Skiurlaub. Die Vorrunde war für den 45-Jährigen vor allem im psychischen Bereich anstrengend. Für die-recken.de nahm sich der RECKEN-Trainer kurz vor dem Vorbereitungsstart ausführlich Zeit für ein Interview. Im ersten Teil zieht der 45-Jährige ein Zwischenfazit der Hinrunde. Zudem spricht er unter anderem über die Veränderungen im Vergleich zur vergangenen Saison, den Skiurlaub und die bevorstehende Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte.

Das Interview mit Christopher Nordmeyer, Teil 1:

die-recken.de: Wie hast Du die freien Tage verbracht, bevor die Vorbereitung am 14. Januar wieder beginnt?

Nordmeyer: Ich bin über Silvester gemeinsam mit meiner Familie in den Skiurlaub gefahren. Dort habe ich mich gut erholt und meine Kenntnisse im Skifahren weiter verbessert.

die-recken.de: Kannst Du eigentlich in der Freizeit ganz abschalten vom Handball?

Nordmeyer: Tagsüber konnte ich im Urlaub wirklich sehr gut abschalten. Am Abend habe ich mich aber natürlich über die aktuellen Geschehnisse in unserem Verein informiert und auch E-Mails oder Telefonanrufe beantwortet.  

die-recken.de: Die vergangene Saison wurde im Sommer analysiert. Was wurde in dieser Spielzeit optimiert?

Nordmeyer: Viele Einzelteile haben in Summe dazu geführt, dass wir uns verbessert haben. Im Trainingsbereich haben wir durch differenzierte Methoden wie Life Kinetik, Athletiktraining oder Mentalcoaching zusätzliche Reize gesetzt, die unserer Entwicklung gut tun. Im Spiel helfen uns die gesammelten Erfahrungen im Umgang mit kritischen Situationen. Wir können die Verantwortung in den entscheidenden Phasen eines Spiels mittlerweile auf mehrere Schultern verteilen. Dadurch sind wir für unsere Gegner schwer auszurechnen. Zudem haben wir insgesamt an Qualität gewonnen, was sich vor allem im Abwehrbereich schnell ausgezahlt hat.

die-recken.de: Hast Du Dich auch verändert?

Nordmeyer: Ich hoffe, dass ich mich weiterentwickelt habe. Dies ist als Trainer aber auch meine Aufgabe. Nur wenn man sich als Trainer kontinuierlich weiterentwickelt und ständig hinterfragt, kann man auch die Mannschaft verbessern.

die-recken.de: Knapp 40 Pflichtspiele hat die TSV Hannover-Burgdorf im Kalenderjahr 2012 absolviert. Waren Du und Deine Spieler nach dem Spiel gegen Lübbecke urlaubsreif?

Nordmeyer: Für die Spieler war es gut, dass sie sich nach der strapaziösen Hinrunde jetzt erholen konnten. Wobei die Nationalspieler ja zunächst noch Lehrgänge oder Länderspiele absolvieren mussten. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass wir unsere Leistung ohne die Winterpause weiter auf hohem Niveau gehalten hätten. Regenerationsphasen sind für die Spieler sehr wichtig, damit wir in der Rückrunde wieder angreifen können. Als Trainer steht die psychische Belastung im Vordergrund. Damit kann ich persönlich aber sehr gut umgehen.

die-recken.de: Mit welchen Vorgaben hast Du die Mannschaft in den Weihnachtsurlaub verabschiedet?

Nordmeyer: Das war eine Mischung aus Selbstverantwortung und Kontrolle. Die Spieler wissen, dass sie in der freien Zeit auch aktiv etwas für ihre körperliche Fitness tun müssen. Es gab klare Anweisungen und so genannte Lauftage, die die Spieler ableisten mussten. Trotzdem sollen sie ihren Urlaub selbstständig und gewissenhaft planen. In der Vorbereitung werden wir dann die Fitnesswerte überprüfen und mit dem Stand zum Ende der Hinrunde vergleichen.

die-recken.de: Welche Schwerpunkte wird die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte beinhalten? Gibt es ein Trainingslager?

Nordmeyer: Der Fokus in der Vorbereitung wird auf drei Schwerpunkten liegen. Wir wollen die körperliche Belastbarkeit der Spieler steigern. Da wir nur drei Wochen Vorbereitungszeit auf die längere Rückrunde haben, werden die Trainingseinheiten einen hohen Intensitätscharakter haben. Im Gegenstoß und auch im taktischen Angriffsspiel möchte ich die Mannschaft zudem weiterentwickeln. Zusätzlich werden wir mit unserem Partner von der Headcoaching Company arbeiten, um die Mannschaft psychologisch auf die Anforderungen in der zweiten Saisonhälfte optimal vorzubereiten.   

die-recken.de: In wenigen Tagen beginnt die Weltmeisterschaft. Wer sind Deiner Meinung nach die Favoriten auf den Weltmeistertitel?

Nordmeyer: Spanien als Ausrichter und Gastgeber ist natürlich ein Anwärter auf den Titel. Zudem zählen Frankreich und Dänemark für mich zu den Favoriten. Alle anderen Mannschaften haben nur Außenseiterchancen. 

die-recken.de: Wirst Du selber auch vor Ort sein, um Spiele anzuschauen?

Nordmeyer: Das steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Ich werde kurzfristig entscheiden, ob ich mir ein paar Spiele vor Ort anschaue.

die-recken.de: Erwartest du bei der WM neue Trends im taktischen Bereich?

Nordmeyer: Das weiß man vor einem großen Turnier nie. Interessant war die Ankündigung von Dänemarks Nationaltrainer Ulrik Wilbek ein neues, offensives Deckungssystem ausprobieren zu wollen. Wenn mehrere Nationalmannschaften mit einer 3:2:1 Abwehr agieren, wird es spannend sein zu beobachten, welche taktischen Angriffskonzepte dagegen gespielt werden. 

die-recken.de: Bis auf Tamás Mocsai hast du alle Spieler in der Vorbereitung beisammen. Hilft das für die Spiele in der Rückrunde?

Nordmeyer: In der Sommervorbereitung ist uns das bereits entgegengekommen. Wenn ein Trainer seinen Kader fast komplett und vor allem gesund beisammen hat, ergeben sich in der Trainingsarbeit natürlich mehr Möglichkeiten. Ich bin jedenfalls froh, wenn zum Auftakt am kommenden Montag alle Spieler gesund und munter erscheinen. 

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