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Leichtes Spiel beim absoluten Topfavoriten

Es wird kein Spiel wie jedes andere, denn als

Spieler vor einem Publikum, das aus 10.250 Kieler Anhängern besteht, spielen zu

können, ist schon ein geiles Gefühl. Es wird aber auch eine Partie, in der die

TSV Hannover-Burgdorf ohne Druck auflaufen kann und versuchen wird, die

einkalkulierte Niederlage möglichst im Rahmen zu halten. Beim deutschen

Serienmeister THW Kiel sind Trainer Christopher Nordmeyer und seine Spieler

krasse Außenseiter, denn sie stehen neben dem Kieler Publikum auch noch einem

absoluten Weltklasseteam gegenüber.

Die Gastgebermannschaft trotzt nur so vor Selbstvertrauen,

denn nach dem Gewinn des Supercups zu Saisonbeginn gegen den HSV Hamburg

(24:23) gelang auch ein Traumstart in die Saison mit 10:0-Punkten. Die lange

Zeit verletzten Spieler aus der vergangenen Saison Daniel Narcisse und Kim

Andersson sind wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte und bärenstark. Das haben die

zuletzt erzielten Ergebnisse gezeigt. Besonders von Andersson geht viel Gefahr

aus und er erzielte reihenweise sehenswerte Treffer.

Für die TSV sind schon diese beiden Spieler schwer zu

bewachen, sie werden heute nach Kiel fahren, um für die nächsten Begegnungen zu

lernen, ihre Abwehr nochmals gegen die starken Angreifer zu testen und sich in

der Offensive einzuspielen. Nach dem Spiel in Kiel folgt eine Pause von zehn

Tagen und dann am 7. Oktober das Heimspiel gegen TV Großwallstadt - und da wollen

Piotr Przybecki und seine Mitspieler Punkte sammeln.

Im Spiel am heutigen Mittwoch ab 20.15 Uhr sieht Coach

Nordmeyer aber auch Chancen für seine Mannschaft, denn immerhin hat die TSV in

der vergangenen Saison, Ende Mai, dem THW Paroli geboten und das Spiel in der

AWD-Hall lange offen gehalten. Bei der 22:24-Niederlage war das Team nicht

chancenlos und so will er auch das Spiel in Kiel noch nicht abschreiben. Um

einen ähnlich starken Eindruck zu hinterlassen, wie Ende Mai, müssen aber viele

Faktoren aufeinandertreffen. Die TSVer müssen 100prozentig fit sein und in der

Offensive, wie auch in der Defensive dürfen keine Fehler passieren.

Das wird aufgrund der Personalsituation schon schwierig, obwohl

Mario Clößner nach seiner Knie-OP bereits wieder einsatzbereit ist und auch Aivis

Jurdžs wieder dabei ist. Er fehlte am Sonnabend bei der 29:32-Niederlage bei

der HBW Balingen-Weilstetten. Gustav Rydergard kann nach seiner

Sprunggelenkverletzung aus der Partie beim Bergischen HC noch nicht dabei sein.

Das gilt weiterhin auch für Torwart Nikolas Katsigiannis, der aber wieder im

Mannschaftstraining dabei ist.

Fehler werden vom THW Kiel gnadenlos mit schnellen Kontern

bestraft und keine Fehler zu machen, ist wohl recht unwahrscheinlich und kaum

menschlich. Es bleibt die Hoffnung auf eine schwächelnde Heimmannschaft, die

die TSV vielleicht unterschätzt. Nach dem starken Auftritt in den letzten

Begegnungen ist aber auch das eher unwahrscheinlich. Jeder Kieler Akteur wird

den nur knappen Sieg in Hannover noch im Hinterkopf haben und sich vornehmen,

das es so eng gegen den Underdog aus der Bundesliga nicht mehr werden soll.

Und es ist wirklich jeder Spieler des THW, denn die Mannschaft ist

komplett zusammen geblieben. Es gab erstmals in Kiel keine Neuverpflichtungen

und mit Jerome Fernandez auch nur einen Abgang. Der Franzose wechselte zu

Toulouse Handball, was aber bei seiner kurzen Verpflichtung auch schon bekannt

war und auch gegen die TSV war er schon nicht mehr dabei. In Kiel treffen die

Burgdorfer also auf ein eingespieltes Topteam, das für die Deutsche

Meisterschaft als erster Anwärter gehandelt wird. Nur noch der amtierende

Meister HSV Hamburg könnte dem THW wohl den Titel streitig machen.

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