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„Ich kann der Mannschaft immer noch helfen“

Heidmar Felixson steigt hoch, die Lemgoer Deckung hat ihm zu viel Raum gelassen. Der 37-Jährige steht in der Luft wie zu seinen besten Zeiten, guckt Torwart Nils Dresrüsse aus und wirft den Ball wohlüberlegt in die lange Ecke. Der Ausgleichstreffer zum 4:4 kann am besten mit „routiniert“ beschrieben werden. Kurz darauf trägt sich der Isländer erneut in die Torschützenliste ein: Wieder trifft Felixson zum Ausgleich, dieses Mal zum 6:6. Mit seinen Toren sorgt der erfahrene Linkshänder dafür, dass die Gastgeber sich nicht bereits zu Beginn absetzen können, sondern hart um die Führung kämpfen müssen. „Ich kann der Mannschaft in diesen Situationen immer noch helfen“, zeigt sich der ehemalige isländische Nationalspieler selbstbewusst.

Als wäre er nie weg gewesen

Es sind jedoch nicht nur die Szenen auf dem Feld, in denen Felixson der Mannschaft hilft: Bereits vor dem Aufwärmen fällt auf, wieviel er mit seinen jüngeren Mitspielern redet und Ratschläge gibt. Als er nach rund zwanzig Minuten Spielzeit eine Pause bekommt, hält es ihn kaum auf der Bank. Felixson springt auf, rudert mit den Armen, gibt Hilfestellungen und jubelt, als wäre er nie weg gewesen. Der Routinier hat sichtlich Spaß an seinem erneuten Gastspiel in der „stärksten Liga der Welt“.

Große Vorfreude

„Natürlich war es etwas Besonderes für mich und ich habe auch eine große Vorfreude verspürt“, gibt Felixson zu. „Aber als meine beiden Jungs aus der A-Jugend eingewechselt wurden, hatte ich richtige Gänsehaut.“ Der frühere Publikumsliebling ist mittlerweile als Jugendkoordinator und Trainer der A-Jugend bei den RECKEN tätig und betreut somit auch die beiden Debütanten Cedric Post und Till Hermann. „Das ist eine große Erfahrung für die Beiden, in Lemgo eingesetzt zu werden. Wir haben unglaublich viel zusammen trainiert und als Trainer seine eigenen Spieler dann in der Handball-Bundesliga zu sehen, ist einfach fantastisch“, freut sich der Coach mit seinen Schützlingen.

Weitere Einsätze möglich

Dabei war der ursprüngliche Anlass seines Comebacks kein erfreulicher. „Am Montagabend rief mich Christopher Nordmeyer an und erzählte mir von den Verletzungen von Torge Johannsen und Rúnar Kárason. Er fragte mich, ob ich mir vorstellen kann, bei den RECKEN auszuhelfen. So eine Anfrage kann ich doch nicht ablehnen, bei diesen Personalsorgen“, stand die Entscheidung für Felixson sofort fest. Selbst weiteren Einsätzen steht er positiv gegenüber: „Wir müssen schauen, wie lange die Verletzten noch ausfallen. Grundsätzlich stehe ich solange gerne zur Verfügung.“

Aber wie verkraftet ein 37-Jähriger, der seit 2010 kein Profieinsatz mehr zu verzeichnen hat und zuletzt in der Verbandsliga Niedersachsen auf Punktejagd gegangen ist, einen Einsatz in der DKB Handball-Bundesliga? „Das ist gar kein Problem! Ich hab am nächsten Morgen sofort wieder zwei Mal trainiert. Ich will mich weiter fit halten.“ Es hört sich an, als wären die abgeklärten Treffer gegen den TBV Lemgo noch nicht die letzten Bundesliga-Tore in der Karriere von Heidmar Felixson gewesen.

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