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Handball in der Stadt der sieben Hügel

Benfica Lissabon im Portrait

Die TSV Hannover-Burgdorf trifft in der 3. Qualifikationsrunde im EHF Cup auf Benfica Lissabon. Wir stellen Euch den Gegner um den Einzug in die Gruppenphase vor:

Der Verein

Sport Lisboa e Benfica, in Portugal auch bekannt als Águias (portugiesisch für Adler), Os Encarnados (portugiesisch für die Scharlachroten, die Vereinsfarben sind Rot und Weiß) oder im deutschsprachigen Raum auch Benfica Lissabon genannt, ist in erster Linie bekannt für seine Fußballmannschaft, die mit 36 Meisterschaften Rekordmeister des Landes ist.

Der 1904 gegründete Verein war, laut dem Guinness-Buch der Rekorde, für lange Zeit, mit 270.000 eingeschriebenen Mitgliedern, der größte Sportverein der Welt, bis er 2015 vom FC Bayern München überholt wurde. Trotzdem sind, nach einer Studie der UEFA immer noch 47 % der Portugiesen Benfica-Fans, was die höchste nationale Fanquote in ganz Europa ist. Der Verein hat unter anderem auch Abteilungen für Basketball, Rollhockey, Radsport, Volleyball und natürlich Handball, von denen einige ebenfalls zur Spitze in Portugal gehören.

Die Handballmannschaft Benficas gewann bereits sieben Mal die nationale Meisterschaft, das letzte Mal gelang dies 2008. Zudem gingen jeweils sechs Mal der portugiesische Pokal und der Supercup (Meister gegen Pokalsieger) an die Hauptstädter. Zuletzt konnte, sowohl 2016, als auch in der letzten Saison das Double aus Pokalsieg und Supercup gewonnen werden. Die Heimspiele werden im Pavilhão da Luz Nº 2 ausgetragen, der eine Kapazität von 1.800 Plätzen hat.

Auf internationaler Ebene erreichte man 2010/11 das Finale im EHF Challenge Cup, das gegen RK Koper (Slowenien) verloren ging. In der Saison 2016/17 schaffte der Verein den Einzug in die Gruppenphase des EHF Cups, wo man unterer anderem gegen die MT Melsungen ausschied. Diese Saison setzte sich das Team von Trainer Carlos Resende in der zweiten Runde des EHF Cups gegen FH Hafnarfjordur (37:32; 34:31) durch. In der ersten Sieben im Rückspiel standen Hugo Figueira, Belone Moreira, Paulo Moreno, Nuno Grilo, Carlos Martins, Patrianova und João Pais.

Trainer Carlos Resende ist portugiesischer Rekordnationalspieler (250) und -torschütze (1444). Aus seiner Mannschaft dürfte deutschen Handballfans vor allem Stefan Terzic bekannt sein. Der serbische Nationalspieler gewann 2013 mit dem HSV Hamburg die Champions League. Weitere Spieler mit Bundesliga-Erfahrung sind der französische Welt- und Europameister Kevynn Nyokas (ehemls VfL Gummersbach), sowie Torhüter Borko Ristovski (ehemals VfL Gummersbach und Rhein-Neckar Löwen).

Die Stadt

Die alte Seefahrerstadt am Fluss Tejo ist geprägt durch ihre vielfältige Geschichte, die sich sowohl in Architektur und Kultur, wie auch in den Menschen Lissabons widerspiegelt. Fast die Hälfte aller Ausländer Portugals lebt in Lissabon und steht sinnbildlich für die maurische Vergangenheit, sowie die afrikanischen und südamerikanischen Einflüsse der jüngeren Geschichte. Bekannt für sein geduldiges Tempo und den wehmütigen Klang verkörpert der Fado, das portugiesische Äquivalent zum Blues, die Entwicklung Portugals Hauptstadt, die mit dem neuen Stadtviertel Parque das Nações, das einem Freizeitpark gleicht, auf dem Gelände der Expo 98 den Sprung in das neue Jahrtausend geschafft zu haben scheint.

Das Herz der Stadt schlägt aber weiterhin in der Innenstadt und den engen Gassen der Viertel Alfama, Chiado und Bairro Alto, die sich an die sieben Hügel schmiegen, auf denen Lissabon gebaut wurde. Diese Hügel machen sich vor allem beim Erkunden der Stadt bemerkbar. Die Calçadas, kunstvolle Kopfsteinpflaster auf den Bürgersteigen und Treppenstufen, und zahlreiche Miradouros, magische Aussichtspunkt in der ganzen Stadt verteilt, entschädigen für jegliche Anstrengungen.

Das kulinarische Angebot Lissabons ist ebenso vielseitig wie seine Geschichte, wenn gleich frischer Fisch und Meerestiere in der Hafenstadt besonders beliebt sind. Auf den Blick umso merkwürdiger, dass die Stadt besonders für Bacalhau, getrockneter Kabeljau, bekannt ist. Aber man findet es auf jeder Speisekarte und die Lissabonner sagen es gäbe 365 verschiedene Arten ihn zuzubereiten - einen für jeden Tag des Jahres. Zu den Variationen gehören zum Beispiel einfache Sandwiches, ein Eintopf mit Tomaten und Zwiebel, zubereitet mit Eiern und Kartoffeln, als Auflauf oder auch mit Kartoffelchips.   

Ein weiteres beliebtes Gericht ist die grüne Suppe Caldo Verde bestehend aus Kohl, Zwiebeln und dünnen Kartoffelscheiben. Für Menschen die lieber Fleisch essen, gibt es Bifanas, ein Schnitzel mit besonderer Soße im Sandwich, das sich besonders gut als Snack eignet, da es das Abendessen in Lissabon erst gegen 21 Uhr gibt. Wer es gerne scharf mag, sollte sein Hühnchen Piri Piri bestellen. Zum Nachtisch oder gerne bereits zum Frühstück führt kein Weg an Pasteis de Nata vorbei. Die Pudding-Blätterteig-Törtchen werden auch Pasteis de Belém genannt, nach der gleichnamigen Konditorei bei der die Schlange oft bis aus dem Geschäft reicht.

Wissen sollte man außerdem, dass man im Restaurant fast immer Oliven, Brot und manchmal Aufstriche (Thunfisch) und Butter hingestellt bekommt. Das Gedeck wird auch in Rechnung gestellt. Wer es nicht möchte, kann es zurückgehen lassen oder einfach nicht anrühren.

Das Wetter

Auf das Wetter in Lissabon wirkt auch im November noch spürbar der Einfluss des Golfstromes, so bleiben die durchschnittlichen Temperaturen in Lissabon mild. In der Nacht liegen sie zwar nur bei 11 Grad, doch tagsüber steigen sie bis auf 17-20 Grad, wobei die Wassertemperatur des Atlantiks 16 Grad beträgt. Regen kommt im November häufiger vor, im Mittel fällt Niederschlag an 13 Tagen/Monat. Die Sonne scheint circa sechs Stunden am Tag.

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