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Fast die Kirsche auf der Sahnetorte

RECKEN überwintern nach Unentschieden in Flensburg auf Platz drei

Die TSV Hannover-Burgdorf hat das Jahr 2017 mit einem weiteren Ausrufezeichen beendet. DIE RECKEN holten beim 27:27 (13:12) Unentschieden in Flensburg den ersten Punkt überhaupt in der Flens-Arena. Bei einer 27:23 (55.) Führung war sogar noch mehr möglich gewesen, doch der Vizemeister legte in den letzten Minuten noch einmal zu und erkämpfte sich am Ende doch noch ein Remis. „Wenn man sich über einen weiteren Punkt in Flensburg ärgert und dabei nicht am Steuer sitzt, muss der Rest relativ in Ordnung sein“, wollte sich Geschäftsführer Benjamin Chatton die gute Leistung der Mannschaft nicht madig machen lassen. DIE RECKEN überwintern mit diesem Unentschieden auf dem dritten Platz in der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga und beenden damit die beste erste Saisonhälfte aller Zeiten auf einem sehr hohen Niveau.

Die Niedersachsen konnten in der ausverkauften Flens-Arena auf den Kader aus den Vorwochen bauen, denn nur Pavel Atman stand dem Team von Trainer Carlos Ortega nicht zur Verfügung. Der erste Spielabschnitt zeichnete sich durch zwei unterschiedliche Phasen aus. Zu Beginn dominierten die Angriffsreihen und es ging Schlag auf Schlag hin und her. Nach gut einer Viertelstunde legten aber die Deckungsverbünde kontinuierlich zu und das muntere Scheibenschießen wurde auf beiden Seiten eingestellt. DIE RECKEN zeigten sich über die gesamten 30 Spielminuten aber absolut ebenbürtig und auf Augenhöhe und konnten sich im Angriff über weite Strecken auf die treffsichere Rückraumreihe um Kapitän Kai Häfner verlassen, die mit ihrer individuellen Klasse immer wieder die Flensburger Abwehr überrumpeln konnten.

Dies brachte den RECKEN sogar eine zwischenzeitliche 10:8 Führung. In dieser Phase verpassten es die Niedersachsen allerdings, sich einen noch größeren Vorsprung zu erspielen, was unter anderem an der Einwechslung von Flensburgs Torhüter Kevin Möller lag, der gleich mehrfach stark gegen die RECKEN-Angreifer parieren konnte. Zudem hatte die Defensive der Niedersachsen einige Probleme, die Kreise von Holger Glandorf einzuengen. So schlugen die Gastgeber zurück und konnten eine knappe 13:12 Führung mit in die Pause nehmen.

Nach dem Seitenwechsel setzten die Niedersachsen die taktische Marschroute von Trainer Carlos Ortega weiterhin konsequent um und schafften es, durch geduldige und klug vorgetragene Angriffe das gefürchtete Tempospiel der SG Flensburg-Handewitt nahezu komplett aus dem Spiel zu nehmen. So blieb die Begegnung weiterhin vollkommen ausgeglichen und keiner Mannschaft gelang es, sich bis weit in die zweite Hälfte einen entscheidenden Vorteil zu erarbeiteten.

Erneut waren es dann aber DIE RECKEN, die das Pendel zu ihren Gunsten ausschlagen ließen. Häfner und Olsen setzten erfolgreiche und schmerzhafte Nadelstiche und in der Abwehr zeigte der eingewechselte Malte Semisch einige sehenswerte Paraden. Die Flens-Arena wurde von Minute zu Minute leiser und die mitgereisten RECKEN-Fans peitschen ihre Mannschaft lautstark nach vorne. So gelang es den Niedersachsen in der 56. Spielminute erstmalig mit 27:23 in Führung zu gehen.

Die Flensburger erhöhten aber nochmal die Schlagzahl, schlossen die Angriffe schnell und erfolgreich ab und agierten in der Abwehr deutlich aggressiver und offensiver. So verkürzten Hampus Wanne und Rasmus Lauge Schmidt auf 27:25 und DIE RECKEN taten sich im Angriff weiter schwer, Torchancen zu erspielen. Patrail und Olsen mussten unter drohendem Zeitspiel abschließen und nach einem weiteren Treffer von Lauge hatte Wanne 50 Sekunden vor Spielende die Chance auf den Ausgleich. Semisch konnte die Möglichkeit aber zu Nichte machen und so sahen DIE RECKEN beinahe schon wie der Sieger aus.

Flensburg öffnete die Deckung jetzt komplett und provozierte so einen RECKEN-Ballverlust, den Kentin Mahé zum 27:27 Ausgleich nutzte. Im letzten Angriff der Niedersachsen sprang nur noch ein direkter Freiwurf heraus, den Mait Patrail nicht wie zuletzt in Minden im Netz versenken konnte. So blieb es beim Unentschieden, über das sich DIE RECKEN aufgrund des Spielverlaufs aber wohl erst mit ein bis zwei Tagen Abstand freuen können. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gegen ein großes Team gezeigt. Die letzten sechs Minuten waren unglücklich, aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft", hob Trainer Carlos Ortega den positiven Gesamteindruck ebenfalls hervor.

Statistik:

SG Flensburg-Handewitt vs. DIE RECKEN 27:27 (13:12)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Möller; Karlsson, Glandorf (5), Mogensen (2), Svan (3), Wanne (2), Jeppsson, Steinhauser, Heinl, Zachariassen, Toft Hansen (2), Gottfridsson (3), Lauge Schmidt (7), Mahé (3/2).

DIE RECKEN: Ziemer, Semisch, Johannsen, Mortensen (5/2), Patrail (2), Pevnov (1), Lehnhoff, Häfner (9), Böhm (1), Kárason (1), Olsen (6), Brozovic (1), Kalafut, Christophersen, Kastening (1).

Siebenmeter: 5/2 - 2/2

Strafminuten: 4:4

Schiedsrichter: Blümel / Loppaschewski

Zuschauer: 6.300

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