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Ein Sieg des Willens und der Moral

RECKEN drehen Spiel gegen Erlangen in der Schlussphase

Mit einer Energieleistung hat die TSV Hannover-Burgdorf das vierte Heimspiel in Folge für sich entschieden. Gegen den HC Erlangen setzten sich DIE RECKEN nach zwischenzeitlichem Rückstand von vier Toren doch noch mit 26:24 (12:15) durch. „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, dass sie den Willen und die Moral aufgebracht hat, dieses schwere Spiel doch noch zu drehen“, richtete Trainer Carlos Ortega ein entsprechendes Lob an sein Team.

Das hatte vor dem Spiel gegen die Mittelfranken personelle Lichtblicke aber auch Rückschläge zu verkraften. Mit Evgeni Pevnov und Pavel Atman kehrten zwei RECKEN-Profis in den Kader zurück, während es für Kapitän Kai Häfner und kurzfristig auch Spielmacher Morten Olsen (Adduktoren) nicht für einen Einsatz reichte. Pech hatten die Niedersachsen zudem dadurch, dass sich Pavel Atman bereits in der Anfangsviertelstunde eine Wadenverletzung zuzog und in der Folge nicht mehr mitwirken konnte. „Es ist schon Wahnsinn, was wir bislang in dieser Saison an Ausfällen haben“, merkte Carlos Ortega an.

Der RECKEN-Trainer versuchte aus der Not eine Tugend zu machen und spielte fortan über weite Strecken mit zwei Kreisläufern. Zudem bekam Youngster Hannes Feise seine Einsatzminuten, die er mit seinem ersten Treffer in der DKB Handball-Bundesliga zu nutzen wusste. Dennoch liefen DIE RECKEN der Musik lange Zeit hinterher, denn der HC Erlangen agierte bis zur 45. Spielminute abgeklärter und zielstrebiger. „Wir haben es in der Abwehr nicht geschafft, die Kreise von Christoph Steinert einzuengen, der sowohl als Anspieler als auch als Vollstrecker stets gefährlich war“, analysierte Ortega.

Mit dem Schachzug Cristian Ugalde als Positionsverteidiger auf Steinert anzusetzen gelang dem Spanier aber ein absoluter Wirkungstreffer. Der Erlanger Linkshänder wurde in der Schlussviertelstunde komplett aus dem Spiel genommen, was eine deutliche Verunsicherung in das Angriffsspiel der Mittelfranken brachte. „Das war ein Grund, dass wir das Spiel drehen konnte“, erklärte der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen.

Ein anderer war, dass der unter der Woche für die Nationalmannschaft nominierte Fabian Böhm als Anführer im Angriff nicht gestoppt werden konnte und immer wieder die richtigen Entscheidungen traf. „Angeführt von Fabian Böhm und Ilija Brozovic war das kämpferisch unglaublich, was die Mannschat heute geleistet hat“, freute sich Christophersen, der zudem beobachten konnte, dass sich RECKEN-Schlussmann Urban Lesjak in der „Crunchtime“ von Minute zu Minute steigerte. „Wir haben unsere Wurfchancen nicht mehr verwerten können und Hannover dadurch stark gemacht“, merkte Erlangens Trainer Adalsteinn Eyjolfsson kritisch an.

Der Isländer musste mitansehen, wie DIE RECKEN beim 23:22 (53.) erstmalig in Führung gingen und diesen knappen Vorsprung bis über die Ziellinie brachten. „Das waren heute zwei ganz wichtige Punkte, die der Mannschaft viel Selbstvertrauen und Rückenwind geben sollten. Jetzt müssen wir schnell regenerieren und bekommen hoffentlich noch weitere verletzte Spieler zurück in den Kader“, spricht Christophersen die kommenden beiden Aufgaben gegen Lemgo am Dienstag und in Stuttgart am Donnerstag an.

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