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Ein Sieg der Moral

RECKEN ringen die Eulen nieder

Die TSV Hannover-Burgdorf feiert den ersten Sieg im neuen Jahrzehnt und schlägt die Eulen Ludwigshafen hartumkämpft mit 25:23 (12:13). Eine über weite Strecken absolut ausgeglichene und extrem spannende Partie entschied sich erst in den Schlusssekunden zu Gunsten des Heimteams. „Es war ein sehr schweres Spiel, weil Ludwigshafen immer drangeblieben ist und wir große Probleme hatten, in Führung zu gehen“, beschrieb ein erleichterter Trainer Carlos Ortega die Begegnung. „Am Ende des Tages war es ein Sieg der Moral“, stellte der sportliche Leiter Sven Sören Christophersen fest.

Die Partie in der RECKEN-Festung war nahezu eine Kopie des Hinspiels im Dezember. Erneut erwiesen sich die Eulen Ludwigshafen als schwieriger Gegner, und stellten ihre Bundesligatauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis. DIE RECKEN fanden kaum Mittel im Angriff, um die Abwehr der Gäste zu überwinden, auch Torhüter Gorazd Skof stellte Morten Olsen und Co. häufig vor große Probleme. „Ludwigshafen hat eine sensationelle Abwehr gestellt“, lobte Kreisläufer Evgeni Pevnov die Pfälzer.

Über 3:3 (5. Minute) und 7:7 (13.) ging es mit einem 12:13 (30.) Rückstand aus Sicht der Hausherren in die Halbzeit. Vor allem Kreisläufer Frederic Stüber war es, der den Hannoveranern durch seine drei Tore zunehmend Probleme brachte. „Ludwigshafen hat immer wieder den Fluss in unserem Angriffsspiel unterbrochen und es uns wirklich sehr schwer gemacht“, fasste Christophersen die erste Halbzeit zusammen.

Im zweiten Spielabschnitt zeigte sich zunächst ein fast unverändertes Bild. Es dauerte bis zur 39. Spielminute, ehe Morten Olsen mit dem 13:15 (39.) die Torflaute beenden konnte. Dass die Gäste in dieser Zeit selbst auch nur zwei Mal trafen, war Urban Lesjak zu verdanken, der mit einer Quote von 60% einige Bälle entschärfte. „Wir hatten die Chance, uns weiter abzusetzen. Aber in dieser Phase lassen wir einige Möglichkeiten ungenutzt“, sagte Eulen-Trainer Benjamin Matschke.

Die Auszeit von Carlos Ortega folgte in der 43. Minute und zeigte ihre Wirkung. Den Rückstand von vorher drei Toren reduzierten DIE RECKEN mithilfe von Lesjak und einer verbesserten Abwehrleistung. Im Angriff lief es ebenfalls deutlich besser, so dass Ilija Brozovic nach Zuspiel von Olsen nur vier Minuten nach der Ansprache Ortegas den Ausgleich zum 18:18 herstellte.

4.200 Zuschauer in der ausverkauften Swiss Life Hall verfolgten nun eine spannende Schlussphase, in der Hannover langsam aber sicher die Überhand gewann. Von nun an waren es DIE RECKEN, die nach dem 19:18 durch Rückraumspieler Alfred Jönsson immer wieder mit einem Tor in Führung gingen und erneut war es der Slowene Urban Lesjak, der die Eulen am Ausgleich hinderte. Timo Kastening konnte im folgenden Angriff seine Stärke vom Siebenmeterstrich beweisen und baute den Vorsprung auf 21:19 (52.) aus.

Die Gäste gaben sich noch lange nicht geschlagen und hatten sogar selber die Chance zur Führung. Doch dem starken Pascal Durak unterliefen in dieser Phase zwei technische Fehler. „Da fehlt uns vielleicht die Cleverness. Wir müssen Auswärts die Uhr kontrollieren und gehen da leider zu viel Risiko“, so Benjamin Matschke. DIE RECKEN hatten somit beim 24:23 den letzten Angriff und Trainer Ortega besprach mit seinen Schützlingen den finalen Spielzug.

Dabei wurde das 18:18 von Brozovic zur Blaupause, denn bei drohendem Zeitspiel fand Olsen den kroatischen Nationalspieler, der den Gästetorhüter zum entscheidenden 25:23 (60.) überwand und den frenetischen Jubel der RECKEN-Fans auslöste. „Wir können uns glücklich schätzen, hier mit einem harten Fight die Punkte behalten zu haben“, gestand Evgeni Pevnov. „Es hat uns heute sehr viele Körner gekostet, das Spiel noch in unsere Richtung zu drehen“, atmete Timo Kastening ebenfalls durch.

Umso besser ist es für Niedersachsens Spitzenhandballer, dass sie am kommenden Wochenende spielfrei sind. „Die Pause können wir sehr gut gebrauchen, einige Spieler müssen nach dem Dezember und der EM im Januar die Akkus definitiv aufladen“, kommt die Spielpause aus Sicht von Christophersen sehr gelegen.

 

 

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