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Die Serie hält

RECKEN zwingen Melsungen in die Knie

Die Serie der TSV Hannover-Burgdorf in der heimischen TUI Arena hat auch nach dem Ostersonntag weiter Bestand. Die MT Melsungen stellte DIE RECKEN und deren Unbezwingbarkeit vor heimischem Publikum zwar 40 Minuten vor eine harte Bewährungsprobe, doch in den letzten 20 Minuten konnten sich die Niedersachsen beim 26:23 (12:14) einmal mehr durchsetzen und weisen nun die sensationelle Heimbilanz von 27:1 Punkten auf. „Wir haben ein gutes Handballspiel gesehen, in dem die Abwehrreihen mit zunehmender Spieldauer dominanter wurden. Unsere Leistungssteigerung nach der Pause hat uns den Sieg gebracht“, sagte Trainer Carlos Ortega.

Bis zur 40 Minute musste Ortega mit ansehen, wie seine Mannschaft kämpferisch und spielerisch zwar gleichwertig war, aber den an seinem Geburtstag entfesselt aufspielenden Julius Kühn nicht in den Griff bekam. Der Europameister wurde von der RECKEN-Deckung mit allen legalen Mitteln verteidigt, traf aber dennoch nach Belieben. „Es war trotzdem wichtig, dass wir unserem Konzept treu geblieben sind, denn Julius Kühn musste sich aufreiben und hart für seine Tore arbeiten“, erklärte Rückraumspieler Fabian Böhm.

Böhm gehörte zu den Spielern, die die Hauptverantwortung im Rückraum in Abwesenheit von Mait Patrail (Knieprobleme) schultern mussten. Dabei überzeugten DIE RECKEN vor allem im Kollektiv und zeigten sich von allen Positionen torgefährlich, während sich Melsungen bis zum 15:18 weitestgehend auf Alleinunterhalter Kühn verlassen konnte.

In der so genannten „Crunchtime“ legten DIE RECKEN aber nochmal einen Gang zu. Martin Ziemer leitete die Aufholjagd mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Europameister Tobias Reichmann ein, seine Vorderleute arbeiteten in der Abwehr noch aufmerksamer und im Angriff setzten die Niedersachsen um Kapitän Kai Häfner immer wieder entscheidende Nadelstiche. „Wir haben uns in der Abwehr nochmal gesteigert, Martin Ziemer hat entscheidende Bälle gehalten und wir konnten Julius Kühn in den Griff kriegen“, sah Trainer Ortega drei entscheidende Faktoren für den 13. Heimsieg.

Ein 4:0 Lauf brachte den RECKEN beim 19:18 nicht nur die erste Führung überhaupt im Spiel, sondern auch endgültig die über 6.000 RECKEN-Fans im Hexenkessel TUI Arena hinter sich. Melsungen blieb noch bis zum 20:20 dran, doch DIE RECKEN bekamen immer mehr Oberwasser. „Wir sind nervös geworden und haben gegen Ende zu viele Fehler gemacht“, analysierte MT-Trainer Michael Roth.

Die Niedersachsen blieben in dieser wichtigen Phase hingegen nahezu fehlerlos und setzten sich, nachdem Timo Kastening eine Parade von Martin Ziemer als Gegenstoßvorlage zum 23:20 verwerten konnte, vorentscheidend ab. „Da haben wir das Glück ein wenig auf unsere Seite gehabt“, gab „Hexer“ Ziemer hinterher zu, während Geschäftsführer Benjamin Chatton konstatierte: „Zuhause haben wir immer wieder kleine Phasen, in denen wir die Spiele, gemeinsam mit unserem herausragenden Publikum, für uns entscheiden können.“

Melsungen versuchte nochmal alles und kämpfte sich auf 24:22 heran, doch in Überzahl holten DIE RECKEN einen Siebenmeter heraus, den Timo Kastening 90 Sekunden vor Spielende souverän verwandelte und damit den Heimsieg endgültig unter Dach und Fach brachte. „Melsungen hat eine tolle Mannschaft und es ist nicht selbstverständlich, gegen sie zu gewinnen. Darum freuen wir uns sehr“, gab Fabian Böhm einen Einblick in die Gefühlslage der Mannschaft. Diese kann den Sieg jetzt ein paar Tage genießen, denn wegen der Länderspielwoche findet das nächste Spiel erst am 14. April in Erlangen statt. „Wir schauen weiter von Aufgabe zu Aufgabe, aber natürlich wollen wir so lange wie möglich oben dran bleiben“, sagte Martin Ziemer nach dem 13. Heimsieg im 14. Heimspiel.

Ob die RECKEN-Serie bis zum Saisonende halten wird, wird sich wahrscheinlich am 19. April zeigen (19.00 Uhr, TUI Arena), wenn mit dem Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen die aktuell schwerstmögliche Prüfung ansteht.

Statistik:
DIE RECKEN vs. MT Melsungen 26:23 (12:14)
DIE RECKEN: Ziemer, Semisch; Johannsen, Mortensen (4/1), Pevnov (1), Lehnhoff, Häfner (5), Atman (1), Böhm (4), Kárason, Dräger, Olsen (2), Brozovic (5), Feise, Christophersen, Kastening (4/1).
MT Melsungen: Simic, Sjöstrand; Maric (2), Kühn (7), Golla, Reichmann (6/2), Ignatow, Mikkelsen (3/1), Danner (1), P. Müller (1), Boomhouwer, Schneider, Allendorf (2/1), M. Müller (1), Haenen, Langhans.
Siebenmeter: 4/2 – 6/4
Strafminuten: 4:8
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski
Zuschauer: 6.162

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