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"Das erste Mal Schnee gesehen"

 

Juan Andreu spielt seine erste Saison für die TSV Hannover-Burgdorf. Der Spanier wechselte im letzten Sommer in die stärkste Liga der Welt und entwickelte sich auf unbekanntem Terrain schnell zu einem festen Bestandteil bei den RECKEN. Aktuell bewegt sich der Kreisläufer wieder auf unbekanntem Untergrund, den das deutsche Winterwetter ist für Andreu absolute Premiere. „Es war das erste Mal, dass ich so viel Schnee gesehen habe“, verrät der am letzten Sonntag 28 Jahre alt gewordene Andreu. Im Interview mit www.die-recken.de spricht der spanische Kreisläufer über seine ersten sieben Monate in Deutschland, den Stand der Vorbereitung bei der TSV Hannover-Burgdorf und gibt einen Tipp für den heutigen WM-Schlager zwischen Deutschland und seinen Landsleuten ab.

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Erfolg beim “Peugeot Cup” in Dessau! Wie war die Leistung der Mannschaft?

Vielen Dank. Ich denke die Mannschaftsleistung war gut! Wir haben vor einer Woche das erste Mal nach der Winterpause wieder gemeinsam trainiert. Es war gut gegen starke Mannschaften wie SC Magdeburg und den TBV Lemgo zu spielen und es war wichtig, mit einem Sieg in die Vorbereitung zu starten.

Es schneit wieder in Deutschland. Für uns ist der Schnee Alltag, wie war es für dich? Ist so ein Winter absolut neu für dich?

Am Anfang war der Schnee für mich überwältigend, weil ich so etwas nicht kannte. Drei Wochen später, kann ich jedoch sagen, dass ich den Schnee jetzt kenne, er gefällt mir gut und es ist schön überall den Schnee zu sehen. Es war für mich das erste Mal, dass ich Schnee gesehen habe. Das letzte Mal in Spanien war es eine andere Art von Schnee, zuerst hat es fünf Minuten geschneit und dann kam Regen. Ich hatte noch nie einen weiß bedeckten Boden gesehen, es ist wirklich traumhaft. 

Wie gefällt dir Wintersport?

Also, es ist nicht so, dass ich Winter Sport nicht mag, aber ich habe so etwas noch nie gesehen. In Spanien kennen wir diese Art von Sport nicht. Manchmal schaue ich ein bisschen Eishockey im Fernsehen, aber mehr auch nicht.  

Wie und wo hast du Weihnachten und Silvester verbracht?

Wir sind nach dem ersten Weihnachtstag nach Hause gefahren. In Spanien ist der 6. Januar ein bedeutender Tag, denn es ist der Tag, wo die Kinder Ihre Geschenke bekommen. Wir sind nicht verreist und das war sehr schön, da ich meine Familie seit sechs Monaten schon nicht gesehen habe. Es war ein sehr familiärer Moment. Silvester war ich dann mit Freunden in Sevilla feiern. Das war toll und hat viel Spaß gemacht!

Was möchtest du mit den RECKEN in der Rückrunde erreichen?

Unser Hauptziel ist es, an die Leistung anzuknüpfen, die wir in der Hinrunde erbracht haben. Wir wissen, dass dies sicherlich schwer wird, aber wir spielen einen wirklich guten Handball. Es wird nicht einfach werden, aber wir haben es schon einmal geschafft und warum sollten wir dies nicht auch in der Rückrunde schaffen.

Mittlerweile wohnst du schon sechs Monate in Hannover. Was sagst du zu Deutschland und den Menschen in Hannover?

Ich bin sehr glücklich hier! Zu Beginn war ich ein bisschen unsicher aber die Mannschaft hat mir geholfen schnell Fuß zu fassen und das gesamte Umfeld war bemüht mich schnell zu integrieren. Die Menschen sind sehr herzlich und manchmal spreche ich mit Leuten aus meinem Haus und der Nachbarschaft. Ich bin sehr zufrieden! Was mich jedoch am meisten beeindruckt, sind die fleißigen Arbeiter, die die Deutschen sind!

Was sind für dich die größten Unterschiede zwischen der deutschen und der spanischen Kultur?

Nun ich denke wir Spanier nutzen den Tag mehr. Im Winter wird es in Deutschland schon um vier Uhr dunkel, danach halten sich die meisten Menschen nur zu Hause auf. In Spanien kann man nach Eintritt der Dunkelheit, bis acht Uhr abends mehr Dinge machen. Bei den anderen Jahreszeiten liegen wir ziemlich gleich! Die Zeiten für das Mittagessen sind außerdem für mich noch ein wenig unterschiedlich. In Spanien wird zwischen zwei und drei Uhr gegessen und hier um zwölf. Abendessen gibt es in Spanien um neun oder zehn und  hier wird schon um sieben gegessen.

Wie läuft momentan die Vorbereitung? Wo liegt der Fokus?

Wir haben erst vor einer Woche mit dem Training gestartet. Wir legen derzeit viel Wert auf die physischen Aspekte, wie Laufen und Kraft. Der wichtigste Fokus liegt jedoch auf der Weiterentwicklung unseres Handballspiels. Dafür arbeiten wir im Training sehr hart.

Wie empfindest du den aktuellen Mannschaftsgeist vor dem Rückrundenstart?

Ich denke wir sind alle ziemlich glücklich, weil wir wissen, dass die Rückrunde genauso überragend für uns werden kann wie die Hinrunde. Wir haben diese Saison schon mehr Punkte geholt als in der letzten Saison. Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt und versuchen nun weiter unser Bestes zu geben. Wenn wir dies gut machen, warum sollten wir dann nicht von der Europa League träumen. 

Heute findet das Viertelfinal-Spiel der Handball Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Spanien statt. Wer wird das Spiel gewinnen?

Entschuldigung, aber ich denke, dass wir Spanier gewinnen werden. Wir spielen im eigenen Land, da ist es viel einfacher zu gewinnen. Das tut mir Leid für Euch, aber Spanien wird gewinnen.  

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