News

Bitterer Schlusspunkt

RECKEN unterliegen beim HC Erlangen denkbar knapp

Dramatik bis zur buchstäblich letzten Sekunde bot das erste Pflichtspiel im Jahr 2017 für die TSV Hannover-Burgdorf, das Ende sollte jedoch nicht nach dem Geschmack der Niedersachsen sein. Mit 27:26 (13:11) mussten sich DIE RECKEN beim HC Erlangen geschlagen geben. Jonas Link war es dabei quasi mit dem Schlusspfiff vorbehalten, den Siegtreffer für die Mittelfranken zu erzielen, nachdem Fabian Böhm zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff den vorläufigen Ausgleichstreffer markierte. „Obwohl die personellen Voraussetzungen nicht optimal waren, halten wir gut dagegen, um uns am Ende aber nicht zu belohnen“, erklärte Geschäftsführer Benjamin Chatton nach Spielende. „Wir hatten die Chance in den letzten Minuten, aber wir haben vier freie Würfe nicht im Ziel unterbringen können“, trauerte Trainer Jens Bürkle der vergebenen Chance hinterher.

Von Beginn an entwickelte sich in der mit 4.539 Zuschauern gefüllten Arena Nürnberger Versicherung die erwartet enge Partie. DIE RECKEN, die auf Csaba Szücs, Kapitän Torge Johannsen, Mait Patrail und kurzfristig auch Erik Schmidt verzichten mussten, erwischten trotz schnellem 1:0-Rückstand den besseren Start. Kai Häfner und Dominik Kalafut sorgten bis zur fünften Minute für eine 1:3-Führung für Niedersachsens Spitzenhandballer, zumal die Abwehr um den starken Martin Ziemer (19 Paraden) speziell zu Beginn sicher stand. Erlangen nutzte jedoch seinerseits erste Unzulänglichkeiten der RECKEN zu drei schnellen Treffern (4:3, 7. Minute).

In der Folge zeigten beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe mit wechselnder Führung. Zunächst brachten Fabian Böhm und Kai Häfner ihre Farben wieder in Front (4:6, 14.), HC-Kreisläufer Jonas Thümmler und der international erfahrene Martin Stranovsky hielten die Gastgeber jedoch im Spiel. Über 9:9 (22.) legten DIE RECKEN nach 26 Minuten noch einmal zum 10:11 vor. Erlangen konterte allerdings erneut mit einer drei-Tore-Serie und setzte sich so nach 30 Minuten auf 13:11 ab.

Analog zur ersten Hälfte zeigten die beteiligten Akteure auch in der zweiten Halbzeit ein Spiel auf Messers Schneide, in dem am Ende Nuancen über Sieg und Niederlage entscheiden sollten. Erlangen blieb zunächst auch dank der insgesamt 14 Paraden von Torhüter Nikolas Katsigiannis in Front und legte beim 16:13 (38.) die höchste Führung im gesamten Spiel vor. DIE RECKEN erhöhten nun jedoch ihrerseits die eigene Angriffseffektivität und nutzten eine kurze Schwächephase der Mittelfranken, um auf 18:17 (43.) aufzuschließen und die Partie beim 19:20 (46.) durch den achtfachen Torschützen Kai Häfner erneut zu drehen.

Keine Mannschaft sollte sich anschließend in den letzten Minuten mit mehr als einem Tor absetzen. Auch ein teilweiser Lichtausfall und eine daraus folgende, knapp fünfminütige Spielunterbrechung brachte kein Team aus dem Konzept und so spitzte sich die Begegnung über 22:22 (51.) bis zum 25:25 (55.) weiter zu. Beide Mannschaften hatten im Anschluss mehrmals die Chance auf die Führung, doch weder der HC Erlangen noch DIE RECKEN brachten in den folgenden Minuten den Ball im gegnerischen Gehäuse unter. HC-Linkshänder Nicolai Theilinger, mit sieben Treffern am Ende bester HC-Torschütze, durchbrach schließlich aus dem Rückraum knapp eine Minute vor Spielende die torlose Zeit zum 26:25. Fabian Böhm gelang zwar nochmals der Ausgleich, doch die folgende Auszeit von HC-Trainer Robert Andersson sollte sich letztendlich siegbringend auswirken. Jonas Link verwandelte die Arena in Nürnberg mit der Schlusssekunde in ein Tollhaus und verhinderte so den möglichen Punktgewinn der RECKEN, die sich mit leeren Händen auf die knapp 470 Kilometer lange Heimfahrt machen mussten.

„Mit einer guten Torhüterleistung und einer Spielanlage, die uns gute Wurfmöglichkeiten beschert hat, müssen wir hier mehr mitnehmen“, ärgerte sich Benjamin Chatton. „Die letzten zehn Sekunden waren sehr ärgerlich. Wir haben eigentlich eine gute Leistung gezeigt, aber vergessen, dies auch in Punkte umzumünzen“, so ein enttäuschter Jens Bürkle.

Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt dem Bürkle-Team nach dem bitteren Auftakt der zweiten Saisonhälfte nicht. Bereits am kommenden Mittwoch empfangen die Niedersachsen mit den Rhein-Neckar Löwen den amtierenden Deutschen Meister in der Swiss Life Hall Hannover. Anwurf in der ausverkauften RECKEN-Festung ist um 20:15 Uhr.

Weitere News