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Nach dem Europapokal-Erfolg wartet der Champions-League-Sieger

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Nach der enttäuschenden 30:33-Niederlage im vergangenen Bundesligaspiel bei GWD Minden hat die TSV Hannover-Burgdorf unter der Woche in der EHF European League zurück in die Erfolgsspur gefunden. Beim klaren 40:28-Erfolg über Tatran Prešov ließen die RECKEN den slowakischen Vertretern nicht den Hauch einer Chance und präsentierten sich in guter Form. Am morgigen Sonntag um 16:30 Uhr steht jedoch ein Gegner von deutlich höherem Format auf dem Programm: der SC Magdeburg.

Der amtierende Champions-League-Sieger reist mit breiter Brust und großen Ambitionen in die niedersächsische Landeshauptstadt. In der vergangenen Saison belegte das Team von Cheftrainer Bennet Wiegert in der Daikin Handball-Bundesliga den zweiten Platz mit 57:11 Punkten nur hauchdünn hinter Meister Füchse Berlin (58:10 Punkte). Rückblickend hätte ein einziger Sieg mehr zur deutschen Meisterschaft gereicht.

Eine der fünf Niederlagen des SCM in der vergangenen Spielzeit kassierten die Magdeburger im November ausgerechnet in der RECKEN-Festung. Damals schien die Partie beim Stand von 23:27 aus Sicht der Gastgeber nach 54 Minuten bereits entschieden. Doch getragen von einem frenetischen Publikum drehte die TSV Hannover-Burgdorf das Spiel in den letzten Minuten noch spektakulär. Torhüter Joel Birlehm avancierte mit mehreren Glanzparaden zum Matchwinner, während Thomas Solstad, Vincent Büchner und Renars Uscins (doppelt) mit ihren Treffern den kaum noch für möglich gehaltenen Sieg perfekt machten. Im Rückspiel in der Magdeburger GETEC Arena behielt dann allerdings der SCM mit 34:28 die Oberhand. Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams fand in der Saisonvorbereitung in Köthen statt. Dort unterlag die Mannschaft um Kapitän Marius Steinhauser deutlich mit 21:30.

Uscins, der unter der Woche in der European League nach seiner Verletzung sein Debüt feierte, stammt aus der Jugend des SC Magdeburg, konnte sich jedoch nicht in der Bundesligamannschaft durchsetzen. Tim Hornke, Rechtsaußen des morgigen Gegners, ist gebürtiger Hannoveraner und spielte für mehrere Vereine seiner Heimatstadt, allerdings nie für die RECKEN.

Trotz eines noch nachzuholenden Spiels aufgrund ihrer Teilnahme an der Klub-Weltmeisterschaft zählt Magdeburg auch in dieser Saison wieder zu den Topteams der Liga. Nach neun absolvierten Spieltagen rangieren die Elbestädter in nahezu allen Statistiken in den Spitzenbereichen, trotz des einen Spiels weniger. Rückraumstar Omar Ingi Magnusson liegt mit 78 Treffern auf Platz zwei der Torschützenliste, nur drei Tore hinter Welthandballer Mathias Gidsel, der allerdings ein Spiel mehr absolviert hat. Mit einer beeindruckenden Wurfquote von 84,78 % übertrifft Magnusson sogar den Dänen (75 %). In den Top 40 der Liga weist lediglich Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) mit 85 % eine minimal bessere Quote auf. Vom Siebenmeterstrich ist Magnusson mit 43 Treffern unangefochten die Nummer eins.

Auch im Spielaufbau zeigt der SCM seine Klasse: Gisli Kristjansson führt das Team mit 31 Assists an, dicht gefolgt von Magnusson mit 29. Zum Vergleich: RECKEN-Spielmacher Marian Michalczik kommt auf 42 Torvorlagen, allerdings bei einem Spiel mehr. In der Defensive überzeugen zudem die Torhüter Sergey Hernandez und Matej Mandic, die gemeinsam bereits 95 Paraden verzeichnen – vier mehr als das RECKEN-Duo Joel Birlehm und Simon Gade zusammen.

Sommerneuzugang Elvar Örn Jonsson, der von der MT Melsungen kam, hat sich mit bislang sechs Blocks in der Abwehr als Schlüsselspieler etabliert und wird auch offensiv zunehmend zu einer wichtigen Stütze. Neben ihm stieß Torhüter Mandic (RK Zagreb) zum Team, ebenso wie der norwegische Nationalspieler Sebastian Barthold, der aufgrund der schweren Achillessehnenverletzung von Matthias Musche verpflichtet wurde. Den Verein verlassen haben hingegen Antonio Serradilla (TVB Stuttgart), Vereinslegende Michael Damgaard (HØJ Håndbold) sowie Isak Persson (HK Malmö).

In bislang 32 Begegnungen in der stärksten Liga der Welt fällt die Bilanz deutlich zugunsten der heutigen Gäste aus Magdeburg aus: Der SC Magdeburg konnte 20 Siege verbuchen, während die niedersächsische Mannschaft neunmal als Sieger vom Platz ging. Drei Partien endeten mit einem Unentschieden.

Dennoch gelang den Niedersachsen in den letzten drei Heimspielen in der RECKEN-Festung jeweils ein Sieg. Kurios: Die beiden letzten Heimspiele entschied das Team von Trainer Prokop jeweils mit 28:27 für sich, das vorherige Duell sogar mit 34:31. Der letzte Auswärtssieg der Magdeburger in Hannover datiert auf Dezember 2021.

Für die TSV Hannover-Burgdorf gilt es nun, den bislang ungeschlagenen Favoriten aus Magdeburg, der in dieser Saison lediglich beim Remis gegen den HC Erlangen einen Punkt abgeben musste, vor große Herausforderungen zu stellen. Unterstützt von den eigenen Fans in der heimischen Halle wollen die RECKEN mit mannschaftlicher Geschlossenheit auftreten, um der Spitzenmannschaft das Leben schwer zu machen.

Der Streamingdienst Dyn zeigt die Begegnung ab 16:15 Uhr live, kommentiert von Lukas Brachat.

Die Stimmen aus der Pressekonferenz bekommst du hier:

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