Montagskracher in Flensburg

Am morgigen Montagabend um 19:00 Uhr tritt die TSV Hannover-Burgdorf in der GP Joule Arena, ehemals Flens-Arena, zum Bundesligaduell gegen die SG Flensburg-Handewitt an.

Die Flensburger hatten sich ihren Saisonstart sicherlich anders vorgestellt. Zum Auftakt der neuen Daikin Handball-Bundesliga Saison gastierte die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla bei der HSG Wetzlar und kam dort nicht über ein 33:33-Unentschieden hinaus. Für Gesprächsstoff sorgte ein kurioser Vorfall in der Schlussminute: Trainer Aleš Pajovič, der seit Januar dieses Kalenderjahres die Nachfolge von Nicolej Krickau (inzwischen Trainer bei den Füchsen Berlin) angetreten hat, nahm beim Stand von 33:33 eine vierte Auszeit, obwohl jeder Mannschaft nur drei Auszeiten im Spiel erlaubt sind. Folglich wechselte der Ballbesitz und die Flensburger Bank wurde mit einer gelben Karte bestraft. Wetzlar konnte den letzten Angriff zwar nicht erfolgreich abschließen, aber die verbleibende Zeit herunterspielen, sodass die SG nicht mehr die Chance auf den Siegtreffer erhielt. Am zweiten Spieltag trennten sich die Mannschaften erneut unentschieden – diesmal in der heimischen Halle gegen den TVB Stuttgart. Beim 29:29 gegen die Schwaben setzte Gästetrainer Misha Kaufmann auf ein aus seiner Zeit in Eisenach bewährtes Konzept: das Spiel mit vier Rückraumspielern ohne klassischen Kreisläufer. Damit stellte er die Flensburger Abwehr vor erhebliche Herausforderungen. Am vergangenen Spieltag gelang den Schleswig-Holsteinern schließlich der erhoffte Befreiungsschlag. Mit einem souveränen 40:27-Auswärtssieg bei GWD Minden unterstrich die SG ihre Favoritenrolle und sammelte Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.

Im Sommer vollzog der amtierende European-League-Sieger einen für Flensburger Verhältnisse ungewöhnlich tiefgreifenden Umbruch im Kader. Vereinsikone Jim Gottfridsson verließ die SG nach zwölf prägenden Spielzeiten. Ebenso kehrten der ehemalige RECKE Johan Hansen, Mads Mensah Larsen, Kay Smits, Andreas Holt Jensen, Oskar Czertowicz und Marko Kopljar dem Verein den Rücken. Darüber hinaus schloss sich August Pedersen den einzigen niedersächsischen Bundesligisten an. Im Gegenzug gelang es der sportlichen Leitung um Geschäftsführer Holger Glandorf und den sportlichen Leiter Ljubomir Vranješ, die Mannschaft namhaft zu verstärken. Mit Luca Witzke, Domen Novak, Patrick Volz (nach Leihe bei SønderjyskE Håndbold), Kent Robin Tønnesen und Marko Grgić konnten gleich mehrere hochkarätige Neuzugänge gewonnen werden. Besonders Grgić, der Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison, hat seine Treffsicherheit sofort unter Beweis gestellt: Mit 24 Treffern ist er aktuell bester Schütze der SG und belegt ligaweit nach drei Bundesligapartien Rang vier. Darüber hinaus erhielt Eigengewächs Thilo Knutzen erstmals einen Profivertrag und soll perspektivisch weiter an die Mannschaft herangeführt werden.

In der vergangenen Saison trafen beide Mannschaften wettbewerbsübergreifend dreimal aufeinander. Das Bundesliga-Hinspiel in der RECKEN-Festung entschied die TSV Hannover-Burgdorf knapp mit 31:30 für sich. Im Rückspiel behielt hingegen die SG Flensburg-Handewitt mit 34:32 die Oberhand. Im Achtelfinale des DHB-Pokals musste sich die TSV mit 26:33 geschlagen geben.

Der bislang letzte Auswärtssieg der Niedersachsen datiert vom 4. Juni 2023: Unter der Leitung vom damaligen und heutigen Trainer Christian Prokop setzte sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 35:30 durch. Treffsicherster Spieler der Partie war Marius Steinhauser, der mit neun Toren als bester Werfer hervorstach. Der Rechtsaußen, der vor seinem Wechsel nach Hannover zur Saison 2022/23 bereits zwei deutsche Meistertitel sowie den Gewinn des Supercups mit der SG Flensburg-Handewitt feiern konnte, blieb bei den Schleswig-Holsteinern hinter Lasse Svan jedoch lediglich die Rolle des zweiten Rechtsaußen.

Nach zuletzt drei Siegen in Folge soll die Erfolgsserie nun in Flensburg fortgesetzt werden, bevor in der RECKEN-Festung drei Heimspiele in Folge anstehen. Bereits am Donnerstag, den 18. September um 19:00 Uhr, ist der THW Kiel in Hannover zu Gast, gefolgt von den Rhein-Neckar Löwen am Sonntag, den 21. September um 16:30 Uhr. In der darauffolgenden Woche empfangen Steinhauser und Co. am Freitag, den 26. September, um 19:00 Uhr den HC Erlangen. Jetzt schon Tickets sichern und Spitzenhandball in der RECKEN-Festung live erleben.

Der Streamingdienst Dyn überträgt die Partie bereits ab 18:30 Uhr. Moderator Finn-Ole Martins, FOM, und Kommentator Lennart Wilken-Johannes berichten live vom einzigen Bundesligaspiel am Montagabend.